Archiv Oktober, 2016

Aufgebrochene Türen, durchwühlte Zimmer, eine verzweifelte Soko LinX, ein letzter Abschiedsgruß von Henkel. Was wir jetzt brauchen ist entspannt bleiben, keine Aussage machen, nicht Spekulieren, sich treffen, kreativ werden und Solidarität zeigen.
Einige solidarische Menschen haben sich schon getroffen und miteinander geredet und beschlossen heute (27.10.16) um 19:00 am Dorfplatz (Rigaer Straße ecke Liebigstraße) eine Kundgebung zu machen…
Wir kommen und wir hoffen ihr auch.

Warum?:
Gestern wurden einige Gefährtinnen von den Bullen unsanft aus dem Schlaf gerissen. Ihnen wird vorgeworfen, sich an einer Fahrrad-Demo, die sich gegen den Bullenterror auf die 94 richtete, beteiligt zu haben. Natürlich gilt der Angriff nicht nur den direkt Betroffenen, sondern euch allen. Euch die sich täglich solidarisch gegen Kapitalistische zustände stellen.

Daher wollen wir unseren Freundinnen zeigen, dass sie auch mit der Repression nicht alleine sind. Somit hoffen wir möglichst viele von euch um 19.00 am Dorfplatz zu sehen. Jedes Zeichen von Solidarität wird in diesen kalten Tagen gebraucht also kommt vorbei, seid Laut, bringt Ideen mit und überlegt euch auch anderweitig wie ihr gegen die repressiven Zustände aktiv werden könnt.

Seid bunt, seid Zerstörerisch und pssst bei den Bullen

Im Anschluss gibt es in der Kadterschmiede Essen mit Vortrag und Dikussionsveranstaltung: “Strategien bei der Verteidigung besetzter Häuser am Beispiel der Ekhofstraße in Hamburg”. Und weil wir gestern aufgrund der Ereignisse nicht dazu gekommen sind, würden wir uns auch freuen das Thema “Verhandeln” in die Diskussion eifließen zu lassen.

Kurze hintergrundinfos zu den Hausdurchsuchungen vom Tagesspiegel

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  • Kategorie: Statements
  • Wie schon mitgeteilt, erreichte uns bereits Ende August ein „Verhandlungsangebot“ von Markus Bernau, seines Zeichens Vertreter der Eigentümer*in der Rigaer Str. 94. Der Inhalt dieses Angebots (siehe: https://linksunten.indymedia.org/de/node/190409) konnte von uns nicht anders interpretiert werden als ein prozesstaktischer Schachzug in der folgenden Berufungsverhandlung über die Wiederherausgabe der Ka(d)terschmiede und sämtlicher Räumlichkeiten der Rigaer94 an die Benutzer*innen. Ziel sollte unserer Auffassung nach wohl sein, Gesprächsversuche seitens der Eigentümerseite vorgeben zu können. Diese „Gesprächsangebote“ sind allerdings nicht, wie vermutlich erhofft, unbeantwortet geblieben, sondern es gab ein Gegenangebot seitens des Hauses.

    Dieses Gegenangebot wurde, wie zu erwarten, von der Eigentümer*inseite nicht ernst genommen und so haben sich beide Seiten auf anwaltlicher Ebene drauf geeinigt, dass wir uns einfach gegenseitig nicht ernst nehmen. Nun wurde bekannt, dass dieses erste Angebot von Seiten der Eigentümer*in sehr wohl ernst gemeint war, sie allerdings bereit wären über die meisten Punkte in ihrem Angebot zu verhandeln. Markus hat erklärt, dass es der Eigentümer*in sehr wichtig sei, zu einer „einvernehmlichen Einigung und somit einer Lösung für die Rigaer94“ zu kommen.

    Für uns stellt sich nun folgende essentielle Frage: “Wer glaubt ihr dass ihr seid und was ist eigentlich euer Problem?!“

    Das Projekt Rigaer94 existiert seit nunmehr 26 Jahren. Auch die Bewohner*innenschaft des Vorderhauses lebt hier seit etlichen Jahren. Nun kommt irgendeine dahergelaufene Wurst mit zu viel Geld und meint, er kauft die Immobilie Rigaer94 und wir sollen uns jetzt n Kopf machen wie wir mit deren Profitinteressen auf einen grünen Zweig kommen…

    Worüber wir uns sehr wohl einen Kopf machen müssen ist, wie wir geschaffene soziale Strukturen im Kiez weiter ausbauen, wie wir unseren Kiez mit anderen Kiezen vernetzten können und das Projekt Rigaer Str. weiter vorantreiben können. Wie wir es schaffen können, den Ausverkauf des Kiezes und die „Verdrängung seiner Bewohner*innenschaft durch steigende Mieten“, wie Frank Henkel eine seiner Strategien gegen die Bewohner*innen der Rigaer Str. und des angrenzenden Kiezes beschreibt, zurück zu schlagen.

    Das Projekt Rigaer Str. mit seiner engen Vernetzung von Hausprojektbewohner*innen, Nachbar*innen und einem riesigen politischen Solidaritätsumfeld hat sich als politische Kampfzone zwischen allen etablierten Parteien und profitorientierten Investor*innen, die hier einen unerschlossenen Markt sehen, aus dem noch was rauszupressen wäre, und, auf der anderen Seite, der Bestrebung nach Selbstorganisation unabhängig von der kapitalistischen Verwertungslogik etabliert. Dass wir von dieser Unabhängigkeit noch genauso weit entfernt sind, wie von unserer Kiezautonomie, ist aber eben kein Grund einen Schritt zurück zu machen und unseren mit viel Solidarität erkämpften Status Quo weiter ihrer Vermarktungslogik anzupassen.

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  • Kategorie: Statements