Archiv Oktober, 2017

Freitag, 20. Oktober, 19 Uhr Kadterschmiede

Diskussion/Nachbereitung bzgl. jüngster Polizeibrutalität in der Rigaer. Können wir das auf uns sitzen lassen? Seit nunmehr fast 2 Jahren ist der Friedrichshainer Nordkiez Gefahrengebiet. Insbesondere in den letzten Monaten kommt es erneut zu täglichen Kontrollen, Platzverweisen und immer wieder zu Übergriffen, Verhaftungen und gezielten Überfällen durch die Berliner Bullen. Alleine in den letzten Wochen wurden mehrere Menschen derartig zusammengeschlagen das sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Auslöser für die Übergriffe waren meist sogenannte verdachtsunabhängige Personenkontrollen.
Aus diesen Gründen laden wir zu einer Diskussion ein, in deren Verlauf wir mit euch darüber sprechen wollen: Was können wir dem permanenten Terror entgegensetzen? Kann es einen kollektiven Umgang mit der Situation geben, wen ja wie sieht dieser aus? Und weshalb wird hierzulande wen überhaupt nur schwach auf derartige Zustände reagiert?

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  • Kategorie: Veranstaltung
  • Heute (Sonntag, den 15.10.), hat das Liebig 34-Kollektiv sich entschieden, die Bar „XB-Liebig“, die sich im Erdgeschoss unseres Hausprojektes befindet, zu übernehmen.

    Liebig 34 ist ein feministisches kollektiv ohne cis-Männer, welches versucht ein „Safe Space“ zu sein. Wir haben nicht das Gefühl, dass das XB die politischen Ideen des Hauses teilt oder das Ziel unseres Raums erreichbar macht.
    Deshalb haben wir den Raum übernommen und das XB-Kollektiv rausgeschmissen, sowie die XB-Kollektiv-Mitglieder, die bisher in der Bar gelebt haben.
    Es ist uns wichtig mitzuteilen, dass es bei dem Rauschmiss nicht um persönliche Probleme geht, (obwohl es sehr viele gibt), sondern, dass es um unsere politischen Ideen geht und darum, den Raum zu übernehmen für FLTI*-Personen.
    In den letzten paar Jahren haben Personen grenzüberschreitendes und problematisches Verhalten von XB-Kollektiv Mitgliedern und Gäst_innen erlebt.
    Am Anfang bestand das XB-Kollektiv aus Mitgliedern des Hauses und Personen, denen wir vertrauen, aber inzwischen ist es ein Kollektiv aus größtenteils Cis-Männern, welche nicht im Haus leben oder nicht die politische Botschaft des Hauses unterstützen.
    Sie sind eine Gruppe aus Missbrauchstäter_innen , Rassist_innen, Sexist_innen, Trans*feindlichen Menschen und mehr, welche sich gegenseitig schützen in ihrem scheiss-Verhalten und es sich gegenseitig ermöglichen. Es gibt im XB-Kollektiv Täter_innen, welche Mitglieder des Hauses angegriffen haben, unter den Täter_innen sind auch drei XB-Kollektiv Mitglieder, die schon alle ein Hausverbot für das Haus haben. Zwei dieser Personen leben momentan in der XB-Bar. Das macht einen „safe space“ unmöglich, da wir uns täglich unsicher fühlen während diese Personen praktisch bei uns im Haus wohnen, besonders, da die Hausverbote ignoriert werden.
    Sie beanspruchen für sich, gegen diskriminierendes Verhalten zu sein während sie selbst diskriminieren.
    Und wenn Gäst_innen problematisches Verhalten zeigen, wird nichts unternommen durch das XB-Kollektiv und das problemtische Verhalten wird nicht ernst genommen.
    Wir haben versucht mit dem XB-Kollektiv zu sprechen, aber es gab kaum oder keine Anstrengung etwas zu ändern. Und es hat sich nicht nur nichts geändert, es ist tatsächlich schlimmer geworden, da sie gegen feministische Ansprüche arbeiten und mehreren Personen Hausverbot erteilt haben, die das XB auf problematisches Verhalten angesprochen haben. Es hat keinerlei Reflektion oder Prozess stattgefunden als Resultat dieser Situationen.

    Wir unterstützen keine:
    Rassist_innen, Sexist_innen, Missbrauchstäter_innen, Vergewaltiger_innen, Arschlöcher

    Um einen klaren Bruch zu machen, werden wir die Bar für eine gewisse Zeit schließen, und dann wiedereröffnen als eine neue, feministische Bar und mit einem Kollektiv ohne Cis-Männer. Wir werden in dieser Zeit einen Prozess haben, um zu entscheiden, was wir uns für diesen Raum wünschen. Wir
    wollen es zurückgeben und einen Raum herstellen, wo FLTI* Personen zusammenarbeiten können.
    Nach dieser Queerfeministischen Aktion möchten wir die Unterstützung der Szene für die Zukunft von der Liebig 34. Wir wissen nicht, was passieren wird oder wie das XB reagieren wird, also wissen wir nicht welche Art von Unterstützung wir brauchen. Wir fordern Solidarität!!!

    Von
    Liebig 34 Kollektiv

    -Cis- Männer = Die Vorsilbe „Cis“ bedeutet, dass sich eine Person mit dem Geschlecht identifiziert, welches ihr bei der Geburt zugeschrieben wurde. Es wird benutzt, damit „cis“ und „trans“ nebeneinander stehen können und nicht das eine als „Normale“ gehandelt wird und das andere nicht.

     

    Enlish Version and Italiano: https://de.indymedia.org/node/14351

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  • Kategorie: Kontext, Rigaer Straße und Nordkiez
  • Donnerstag morgen, 7 Uhr: eine vertrottelte Einheit soll beweisen, dass die Schutzpolizei im Bürgerkriegsszenario durchaus auch ohne SEK handlungsfähig ist. Es geht um ein Transparent an einem Balkon im ersten Stock. Seht selbst:

     

    Die Feuerwehr wurde angefordert…

    …und während der Beweissicherungs- und Dokumentationstrupp von einem taktisch günstigen Platz aus aktiv wird…

     

    …sichert dieser Wachtmeister den Schwenkbereich der Drehleiter mit einem Spezial-Pfefferspray ab.

    Innerhalb von Sekunden erfolgt der Zugriff auf den kriminellen Balkon…

    …und Zufriedenheit macht sich in der Eliteeinheit breit. Jetzt erst mal zu Dunkin Donuts.

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  • Kategorie: Statements
  • Schön dass ihr alle da wart! Beim gut besuchten Hoffest malten Kinder und Jugendliche Graffiti, alle freuten sich an der bunten Zuckerwatte, besonders Einer freute sich über sein neues beim Bingo gewonnene Fahrrad und das oberleckere Buffet rundete alles ab. Neben verschiedenen Infoständen gab‘s noch am Abend Musik, die zum Nachdenken gegen die aktuellen Gegebenheiten einlud. “Schön“ dass die Bullen mehr als deutlich machten, warum ein solches Nachdenken wichtig ist und daraus folgende Handlungen mehr als notwendig sind.

    Schon um zehn Uhr morgens flog ein Heli mit aus der offenen Türe hängendem Schwein übers Haus und sondierte luftschneidend die Lage. Dann ab 12 Uhr umstellten die Bullen das Haus, um Leute schon auf dem Hinweg mittels Ausweiskontrollen und Durchsuchungen zu drangsalieren. Jede/r der/die die Rigaer zwischen Zelle und Liebigstraße betreten wollte, lief Gefahr kontrolliert zu werden. Von vielen Passant/Innen, die tatsächlich nur passieren wollten, stattdessen aber in einer erniedrigenden Kontrolle stecken blieben, bekamen die uniformierten Müllsäcke einiges zu hören. Die Stimmung der ca. hundert Beamt/Innen gelangte schnell auf den Tiefpunkt, da sie gleichzeitig beobachten mussten, wie Familien mit Kleinkindern das Fest besuchten ohne vorher im polizeilichen Raster hängen zu bleiben.

    Nachdem sie es nicht schafften, die um den Block ziehende freche Kinderhorde zu disziplinieren und dafür ordentlich verhöhnt wurden, entschied die Einsatzleitung einen komplett gepanzerten Trupp von zehn Müllsäcken an die 94-Türe heranzuführen. Das Kalkül war offensichtlich, dass wir die Tür schließen würden und so der offene nachbarschaftliche Charakter verloren gehen würde. Da das aber nicht passierte und sich unsere Leute nicht von der Türe zurückzogen, begann die Einheit vorher ausgedachte Beleidigungen auszustoßen. Diese blieben nicht unbeantwortet, woraufhin der Trupp unter den Augen zahlreicher Umstehender unvermittelt mit Faustschlägen, Tritten und Pfefferspray die Leute an der Tür angriff. Diese versuchten sich geordnet zurückzuziehen, konnten jedoch nicht verhindern, dass zwei Personen gewalttätig festgenommen wurden. Eine von ihnen musste im Krankenhaus unter den Augen der Müllsäcke an der Lippe und am Oberschenkel genäht werden. Außerdem erlitt sie zahlreiche Hämatome und eine leichte Gehirnerschütterung durch Schläge, denen sie gefesselt ausgeliefert war. Mehrere Leute an der Türe und am Durchgang haben Gesichtsverletzungen durch Pfefferspray und Faustschläge bekommen. Nur kurzzeitig wurde daraufhin die Türe geschlossen.

    Etwa zur gleichen Zeit wurde das Dach des Blocks von uniformierten Müllsäcken besetzt die von dort aus das Hoffest und die Straße beobachteten. Dennoch fand das Fest selbst in der Sicherheit der selbstverwalteten Räumlichkeiten der Kadterschmiede und den zwei Höfen statt. Und dass die Dächer dem Widerstand gehören, und der mal wieder das letzte Wort behält, zeigt der Vorfall am Abend, wo die mehr als verdienten Steine auf Bullen hagelten.

    Das Fazit aus Bullensicht sind insgesamt sieben Festnahmen und zahlreiche Körperverletzungen. Auch von den Kontrollstellen gibt es Berichte von mehreren Vorfällen, wovon einer für eine aktive Freundin ebenfalls für mehrere Tage im Krankenhaus endete, da sie vom Fahrrad geschubst wurde und dabei ihre Wirbelsäule verletzt wurde.

    Unser Fazit was das Hoffest angeht ist dennoch sehr positiv. Es gab eine entspannte, nachbarschaftliche und politische Atmosphäre. Die Angriffe von Geisel‘s Schlägertrupp aber fordern von allen Beteiligten und Solidarischen eine Auseinandersetzung.

    Wir schlagen eine Diskussion für Donnerstag Abend in der Kadterschmiede vor, um darüber zu reden, wie mit den polizeilichen Übergriffen umzugehen ist. Außerdem soll ein Austausch darüber stattfinden, welche ähnlichen Vorfälle in letzter Zeit erlebt oder beobachtet wurden. Seit Juni gab es alleine vor unserer Haustüre drei größere Auseinandersetzungen, bei denen Leute festgenommen und mißhandelt wurden. Wir werden darüber berichten.

    Donnerstag, den 5. Oktober um 21 Uhr in die Kadterschmiede

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  • Kategorie: Statements