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We are all terrorists!

[english below]

Diese Tage erreichten uns Nachrichten der Verhaftung von Antifaschisten und Anarchisten aus Russland. Bereits im Oktober und November 2017 wurden in der Stadt Penza sechs Personen vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB verhaftet und brutal gefoltert. Im Januar diesen Jahres folgte eine weitere Verhaftungswelle, bei der zwei Personen in der Stadt St. Petersburg zuerst für einen Tag vom FSB entführt und dann am darauf folgenden Tag in Untersuchungshaft offiziell registriert wurden. Razzien in verschiedenen Städten des Landes begleiten die geheimdienstliche Offensive des Regime Putins. Als Grund der Repression dient dem FSB die Konstruktion einer anarchistischen terroristischen Gruppe, „Net“ genannt, die eine Serie von Anschlägen auf die Präsidentenwahlen im März 2018 als auch die Fußballweltmeisterschaft im Juni/Juli 2018 in Russland mit dem Ziel eines bewaffneten Aufstandes geplant haben und in mehreren Städten Russlands, sowie in Weißrussland, existieren soll. Beweise für die Existenz dieser Gruppe gibt es nicht. Als einzige Beweise dienen die Aussagen, die vom FSBvon fast allen Verhafteten unter Folter und der Androhung weiterer Foltermaßnahmen erpresst wurden. In Penza wurde die Gruppe anhand der Aussage der ersten festgenommenen Person konstruiert. Das verbindende Element sind Airsoft-Spiele. Außer dieser ersten Person, die Anfang des Jahres entlassen wurde, aber unter Hausarrest steht, befinden sich alle anderen in Untersuchungshaft.

Was die Gefangenen in der Untersuchungshaft an Einschüchterung und physischer Gewalt erlebt haben, offenbart die Grausamkeit der Maschinerie des Systems. Während in Deutschland noch die Maskerade der Demokratie die Brutalität staatlicher Machtausübung zu verschleiern versucht, bestätigen uns die Erzählungen aus Russland, wie die Kettenhunde des Systems – der erbärmliche Abfall der Exekutive – nur in der Anwendung und Androhung körperlicher Gewalt fähig sind, ihre Autorität aufrecht zu erhalten.

Repression soll uns abschrecken, Bewegungen zerschlagen und individuell wieder ins kontrollierte System pressen oder vernichten. Und es ist alles andere als einfach, sich nicht ohnmächtig zu fühlen, unfähig ihrer Massivität etwas entgegen zu setzen. Doch wenn wir auch Nachrichten der Wut und des anarchistischen Kampfes aus genau diesen Orten vernehmen, dann sind das Zeilen und Bilder, die uns Mut machen. Die zeigen, dass überall dort, wo ein menschliches Herz im Takt der Rebellion schlägt, Momente des Widerstandes möglich sind. Dass wie heftig die Repression auch sein mag, es immer Menschen geben wird, die nicht aufgeben für ihre Ideen zu kämpfen. Die Resonanz der Solidarität ist unsere Stärke.

Von den G20-Gefangenen in Hamburg zu den Gefangenen in Penza oder St.Petersburg nach Berlin – je stärker ihre Repression, desto wütender und leidenschaftlicher unser Widerstand.

****************

From Rigaer Street, we send signs of solidarity and rage to anarchist prisoners in Russia, responding to the call from Russia for International Days of Solidarity with Russian Anarchist Political Prisoners.

These days we heard from the arrests of antifascists and anarchists in Russia. Already before, in the months of October and November 2017, in the city of Penza, six people got arrested and brutally tortured by the federal secret service FSB. In January this year, in the city of St. Petersburg, a second wave of arrests followed with two persons first being kidnapped by the FSB for one day and only the day after being officially registered in remand prison. The secret services‘ offensive, led by Putins regime, was accompanied by house raids in different cities of the country. As a reason for the repression the FSB constructed an anarchist terrorist group, named „Net“, planning a series of attacks on the presidential elections in March 2018 as well as on the World Cup in June / July 2018 in Russia leading to armed insurrection and which is supposed to exist in several cities of Russia and Belarus. There is no evidence proofing the real existence of the group. The only evidences used are the statements of the arrested, which the FSB extorted from the prisoners using torture and the threat of further acts of torture. In Penza, the group got constructed by the statements of the first arrested person. The link between the „members“ of the group is having played airsoft games together. Except of this first person, who got released beginning of the year into house arrest, all the others are still kept in the remand prison.

The experiences of intimidation and physical violence in the remand prison which the prisoners were subjected to, reveal the cruelty of the state apparatus. While democracy in Germany is still trying to veil the brutality of state power, the accounts from Russia affirm us, that the watchdogs of the system – the wretched trash of the executive – are capable of maintaining their authority only by the threat and implementation of physical violence.

Repression is meant to discourage us, to defeat movements and strain us individually into the controlled system or even destroy us. It‘s anything but easy to not feel powerless, to not feel incapable of opposing their massivity. But if we listen to the messages of rage and anarchist struggle from exactly these places, the lines and images encourage us. They show us, that in every place where there is a human heart beating to the rhythm of rebellion, moments of resistance are likely to occur. They show us, that no matter how fierce the repression may be, there will be people who do not surrender to fight for their ideas. The resonance of solidarity is our weapon.

From the G20-prisoners in Hamburg to the prisoners in Penza or St. Petersburg to Berlin – the stronger their repression, the more furious and passionate our resistance.

Rigaer 94

Info about the current situation:

https://avtonom.org/en/people/case-anti-fascists-st-petersburg-and-penza

https://abc-belarus.org

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  • Aufruf zur internationalistischen Demonstration am Sonntag, den 4.2. // 15:00 Uhr vom Oranienplatz, Berlin

    Am 20.1.2018 startete die lange vorbereitete Militäroffensive des Regime Erdogans gegen die kurdische Selbstverwaltung in Nordsyrien, Rojava. Erstes Ziel der Luft- und Bodenangriffe durch das türkische Militär und Söldner der Freien Syrischen Armee (FSA) ist der Kanton Efrîn. Ein Krieg, in Erdogans Rhetorik, geführt zur Konsolidierung der ökonomisch und politisch zerrütteten nationalen Stabilität, zur Durchsetzung geopolitischer Machtansprüche in Syrien, zur „Ausrottung“ der Kurd*innen und „Säuberung“ Nordsyriens von ihren Strukturen (Link).

    Dem Demokratischen Konföderalismus Kurdistans steht hier eine Staatenideologie gegenüber, welche sich, im direkten Gegensatz, auf nationalstaatliche Legitimität über ein vermeintlich homogenes türkisches Volk in Abgrenzung zur kurdischen Identität beruft. Mithilfe seiner Vernichtungsrhetorik versucht Erdogan die Notwendigkeit eines Verteidigungskampfes für das türkische Volk zu propagieren. Hand in Hand mit der antiliberalen, regressiven Reislamisierung sowie der Gleichschaltung von Presse und Justiz, hat er sich in den letzten Jahrzehnten eine absolute Machtstellung erkämpft und diese bis zu einem regelrechten Führerkult ausgebaut.

    Der Versuch in Rojava in Abgrenzung zu nationalstaatlichen Prinzipien, eine geschlechterbefreite, ökologische, demokratische und säkulare Gesellschaft aufzubauen und sich vom kapitalistischen Normalfall abzugrenzen, ist in seiner Größenordnung momentan beispiellos. Der Kampf der kurdischen Bewegung für Unabhängigkeit ist auch ein Kampf gegen die herrschenden patriarchalen Verhältnisse und für Utopien von einem Leben in Freiheit und Würde.

    Der Weg, den die kurdische Bewegung gewählt hat, ist nicht geradlinig. Er ist, der realen Situation – dem Krieg – geschuldet, mit Widersprüchen gepflastert. Um aus den Kämpfen zu lernen, die aus unserer Perspektivegeprägt sind vom Leben in den Metropolen Europas und hier in der Rigaer Straße, ist eine konstruktive Auseinandersetzung mit den in Kurdistan herrschenden Verhältnissen Voraussetzung. Wir können und wollen taktische Entscheidungen, wie solche, die zum Beispiel zum Bündnis mit den USA im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) geführt haben, zwar stark kritisieren, jedoch nicht endgültig bewerten. Zu sehr fehlt uns der Einblick in strategische Konzepte und kaum jemand unter uns kennt die Realität und Grausamkeit des Krieges.

    Wir kennen jedoch kein Beispiel, wo die Unterstützung freiheitlicher Kräfte von Seiten der Herrschaft aus einem anderen Grund als den staatlichen geostrategischen und wirtschaftlichen Machtinteressen zu dienen, passiert ist. Der Aufbau alternativer Gesellschaftsstrukturen wird zu keinem Zeitpunkt staatliche Motivation sein. SobaldFreiheitsbestrebungen dies tun und damit die Herrschaft zu offensiv in Frage stellen, werden sie gezwungen sein, sich zu allen Seiten erbittert verteidigen zu müssen. Eine bewaffnete Auseinandersetzung und die Organisation ganzer Gesellschaften für eben diese beinhaltet jedoch, zugunsten von Effizienz und militärischer Behauptung, die Gefahr, selbst Machtstrukturen und Hierarchien aufrecht zu erhalten. Die Erkenntnis dieser Gefahr ist für eine anarchistische Positionierung notwendig. In dieser Zeit der faschistischen Offensive auf das Projekt Rojava ist es jedoch auch notwendig, uns gemeinsam und entschlossen zu verteidigen.

    Den Angriff auf Efrîn verstehen wir auch als einen Angriff auf alle, die für ein Leben jenseits der kapitalistischen Ordnung, jenseits von Staat, Macht und Gewalt einstehen und kämpfen. Wir verstehen ihn auch als einen weiteren Grund, hier vor Ort faschistische und staatliche Strukturen zu bekämpfen.

    Denn die deutsche Regierung und Wirtschaft versuchen in historischer Tradition aus einem Krieg und dem Leiden unzähliger Menschen nicht nur finanziell sondern auch politisch Profit zu schlagen. Mit dem türkischen Staat besteht seit langem eine NATO-partnerschaftliche Zusammenarbeit auf militär-strategischer Ebene. Vor diesem Hintergrund ist der Panzerdeal von Sigmar Gabriel (SPD) höchstens als zynische Draufgabe zu dem systematischen Kampf gegen die kurdische Bewegung in Deutschland zu sehen. Zahlreiche §129b-Verfahren der letzten Jahre aufgrund des Verbots der PKK von 1993, das im März 2017 erfolgte Verbot von 33 kurdischen Symbolen, die Ermordung Halim Deners beim Plakatieren durch einen SEK-Beamten 1994 oder die Knüppel der deutschen Schlägerhorden bei Kundgebungen und Demos zeichnen ein klares Bild.

    Wir rufen euch dazu auf, nicht nur den Kampf der kurdischen Bevölkerung gegen die türkische Invasion zu „verteidigen“, sondern uns hier der Verantwortung zu stellen und die Nutznießer dieses Krieges klar zu benennen und anzugreifen, auf allen Ebenen und mit allen Mitteln.

    Wir rufen euch dazu auf, sich an der internationalistischen Demonstration am 4.2. um 15:00 Uhr vom Oranienplatz auf vielfältige Weise zu beteiligen. Lassen wir die Kämpfenden in Efrîn wissen, dass sie nicht alleine sind und zeigen wir dem deutschen Staat, dass er jederzeit mit unserem Widerstand gegen seine Ordnung rechnen muss!

    Tod dem Faschismus! Für die Anarchie!

    Rigaer 94

     

    Weitere Aufrufe:

    NAV-DEM Berlin / Dest-Dan / JXK Berlin / YXK Berlin / Ciwanen Azad Berlin / Jinen Ciwanen Azad Berlin: https://de.indymedia.org/node/17474

    Antifaschistische Koordination 36:

    http://ak36.blogsport.de/2018/01/24/von-kobane-nach-afrin-tod-dem-faschismus-solidaritaet-mit-rojava/

    Anarchistische Bibliothek Kalabal!k:

    https://kalabalik.blackblogs.org/aufruf-zur-demonstration-gegen-die-invasion-afrins/

    Radikale Linke, Berlin:

    https://radikale-linke.net/blog-posts/afrin-verteidigen-hoch-die-internationale-solidaritaet

     

    News zur aktuellen Situation:

    https://twitter.com/ICafrinresist

    https://anfdeutsch.com/aktuelles/newsticker-zu-den-angriffen-auf-efrin-1795

    http://rojaciwan.eu/?lang=de

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  • Kategorie: Statements
  • Greetings to the ZAD

    The media is reving up their attempts to frame the coming political decision on the future of the planned airport on the occupied area of the ZAD NDDL in a flattering light and not sign off a possible stop to the construction as a win for the Zadistes. At the same time the mediatic landscape is being prepared for a possible violent eviction. ¹

    The structures that have grown in and around the Zone à défendre not only offer a rarely visible somewhat independent alternative to a life driven by financial questions and dominated by capitalist forces but a small but real threat to the state-supported organizational structure. Fix points of reference and contact like a ZAD are important in a time were we need events like the G20 to mobilize broadly and physical escalation to reach more than our own small circles. We need practical experience with alternative structures when we dream of smashing the present measures of oppression and state structures. A Zad atleast can be a valid example for a local community and the problems encountered in a society based on those. Tactics and techniques need to be shared, tested, discussed; big protests, work in affinity groups and a periodic exchange on insurrectionary praxis can only reach so far in making them accessible, being approachable in every day life is important.

    While we try to do that in an urban context amidst peoples daily struggle and strong gentrification, more removed projects like the ZADs offer a somewhat accesible venue for people fed up with, or not bound to cities,on the road, looking for a new base, an exchange away from their usual surrounding and simply a meeting point for struggles not focused on the urban spheres and of course a pretty good location for diverse skillsharing and practice.

    When the dirty batons of the executive maggots of state/society will come down again in an attempt to reestablish their order and law in the ZAD not only is it an attack on all those longing for emancipation and autonomy but also a chance we should use to carry over the energy we found in Hamburg and show that we can take our own free spaces and furiously bash back atleast when threatened more directly.

    Our solidarity is with everyone in the ZAD.

    Don’t let anyone drive you apart! We will fight on your side!

    Never surrender, love and rage

    Rigaer 94

    PS: Today we read the government is coming back to what they blared out at the beginning of the month, the airport will not be built!  We’re with you in the fight to keep the ZAD NDDL around as a social structure, living space, playground and inspiration for a long time.Our hearts rejoice at the small ‘victory’ for our struggles and structures and the environment. We know they won’t change their perpective and the same logic will keep throwing other monstrous projects and attacks at us. But this success after years of work also means there is more power and a lot of experience to bring to other fights. Be it NDDL, Bure ,TAV,  Europa City, Güz, Hambacher Forst…

    Lets make their fears ³ a reality and their projects a nightmare!


    ¹ Loudmouthed questions were thrown through traditional and social media. “Why would the Zadistes stay? Why should the state not evict them? Do they have guns? etc etc.. Odoxa an enterprise linked to the populist channels BFMTV and Itelé is presenting a biased survey. What’s being presented as every second french person (or 6 out of 10) is in favour of a violent eviction of the ZAD NDDL is really 56% out of a 1006 person sample in a very biased survey on feelings of insecurity and national security (Link 1, 2, 3).

    Journal du Dimanche ran a news article entitled “NDDL secret photos from the ZAD” with stolen out of context photos constructing a mythical weapons stach, trenches and tunnels, others relayed an SCRT (french press service) snippe that picked up JdD wording, stating that the presence of weapons is proven. Libération article with some explanations: here. Twitter thread by photo owner debunking fake news article on firearms at NDDL: here.

    A critical media overview and analysis on NDDL eviction propaganda: here.  Documents that were supposedly for a briefing for the president have been leaked, atleast the first 3 pages are available: 1, 2, 3. These make it sound like the media’s made up articles might have come from this supposedly restricted police document.

    ³ 1, 2

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  • Kategorie: English, Kontext, Statements, Weltweit
  • Der Polizeistaat entfesselt seine Möglichkeiten: Montag früh werden voraussichtlich 100 Gesichter von Menschen veröffentlicht, die im Juli an den Geschehnissen von Hamburg beteiligt waren. Die staatliche Kampagne hat den Deckmantel der Strafverfolgung vollständig abgeworfen und lanciert eine Hetze, die jeglichen Widerstand brechen soll. Schweigen wir nicht zu den Ereignissen, diesem Generalangriff auf das letzte Soziale und Widerständige. Die Gesellschaft der Denunzianten und Mörder und den Faschismus auf den Scheiterhaufen zu tragen, ist eine nicht erledigte Aufgabe.

    Jedem vernünftigen Menschen ist klar, dass die Hamburger Geschehnisse eine Notwendigkeit waren.  Die Lügen und Fakedebatten der Repressionsbehörden und der systemkonformen und rechten Medien haben nicht erreichen können, dass der erfolgreiche Widerstand gegen die G20 umgedeutet werden konnte. In einem der selbstbewusstesten demokratischen Regime der ganzen Welt mit einem differenzierten Gewaltapparat mit dem Image der Unbesiegbarkeit haben Zehntausende es gewagt, unter großen Risiken und mit teils erheblichen Folgen für das eigene Leben, sich zu erheben. Eine Mischung aus Protesten, widerständigen und offensiven Aktionen hat den Gipfel der Herrschenden zum Desaster gemacht. Ein Desaster für die Marke Hamburg, Deutschland und die mächtigsten 20 selbst, deren wichtigstes Treffen nun eine ungewisse Zukunft hat.

    Desaströs war der Gipfel auch für die Polizei. Diese Institution, die im Deutschland des Kaiserreichs wie im Deutschland des Faschismus und der Demokratie niemals nur exekutive, sondern in erster Linie sinnstiftende Gewalt dieses Volkes aus Mördern und Versagern war. Wir alle wissen, wie tief die Ideologie des Polizeistaates in unserer Gesellschaft verankert ist. Eine Gesellschaft, die Rosa Luxemburg tot in den Landwehrkanal wirft, die Anne Frank bis hinter den Bücherschrank verfolgt, um sie mit Millionen von anderen „Untermenschen“ in die Vernichtungslager zu schicken, diese Gesellschaft, die letztendlich einen deutsch-nationalen Militär zum Widerstand erklärt, ist faschistisch. Der Sicherheitsapparat der BRD, der aus den gleichen Schlächtern geformt wurde, die für das deutsche Volk in ganz Europa die Partisan_innen und Antifaschist_innen erbarmungslos gejagt hat, ist faschistisch. Schon wenige Jahre nach der „Befreiung“ konnten sich die Gesellschaft und ihre Exekutive wieder in der Jagd auf Kommunist_innen vereinigen und den Apparat gegen die Guerillagruppen, die dem deutschen Vorzeigefaschisten Hans-Martin Schleyer glücklicherweise seine Kugeln verpassten, zu nie gewesener Perfektion bringen. An jeder Ecke prangerten die Gesichter des Widerstandes auf Fahndungsplakaten, an jeder Kreuzung musste man mit Kontrollen durch schwer bewaffnete Polizist_innen rechnen, die Wiedereinführung der Todesstrafe wurde erwägt und in der Polizeiarbeit umgesetzt. Der gesellschaftliche Diskurs, geleitet durch den Stab aus Medien, Politik und Polizei, hat den Weg für zahlreiche Todesschüsse, weiße Folter und auch für Sondergesetze gegen breite Bevölkerungsteile geebnet. Der Polizeistaat, der während der Ermordung von Benno Ohnesorg noch in den Kinderschuhen gesteckt hatte und mit der permanenten Gefahr eines Aufstands rechnen musste, hat sich über die Jahrzehnte zu einem Staat im Staat entwickelt. Nach dem Ende der Stadtguerilla und der neuen sozialen Bewegungen sehen wir uns mit einer Gesellschaft konfrontiert, die keine relevante Opposition gegen dieses System mehr hervorbringen konnte. Nicht einmal mehr, wenn in den Bunkern der Polizeistationen Menschen grausam gefoltert und ermordet werden, wie Oury Jalloh aus Dessau, der von den faschistischen Schweinen lebendig verbrannt wurde.
    Der einzige verlangsamende Faktor in der Vervollkommnung des totalitären Polizeistaates scheint derzeit die Vorsicht der Chefstrateg_innen, nicht zu sehr bei konservativen Bürgerrechtler_innen anzuecken. Wie wir haben aber auch diese immer weniger Mittel und Rückhalt im Bürgertum, das sich entschieden hat: was der Staat macht, kann nicht falsch sein; was die Presse sagt, stimmt; Widerstand ist Sinnlos.

    Die Zeit des komfortablen Protestes ist definitiv vorbei. In diesem Punkt ist die deutsche Gesellschaft wieder dort angelangt, wo sie seit 80 Jahren nicht mehr war. Hier die für den Widerstand entscheidenden Neuerungen und Herausforderungen:

    Die bloße Teilnahme an einer Demonstration kann langjährigen Knast bedeuten.
    Die Polizei kann Gebiete definieren, in denen ihr eigenes Gesetz gilt.
    Die Polizei kann Jede_n als Gefährder einstufen, um sie ohne Gerichtsentscheidung einzusperren und total zu überwachen.

    Bereits im Vorfeld des G20-Gipfels kam es zu Maßnahmen gegen Menschen des Widerstandes. Personen, die von der Polizei als Gefährder eingestuft werden, bekamen Verbote, nach Hamburg zu fahren. Es wurden Meldeauflagen erlassen, die mit der Androhung von Bußgeld und Einsperrung durchgesetzt wurden. Es kam außerdem zu sichtbaren Observationen zum Zweck der Einschüchterung und sicherlich flächendeckend zu verdeckten Überwachungsmaßnahmen.

    Dass während dem Gipfel die gesamte Stadt Hamburg der polizeilichen Kontrolle unterstellt war, was zur „Anpassung“ der Bürgerrechte und zu massiver Gewalt durch schwer bewaffnete Truppen der Polizei führte, muss nicht noch einmal erläutert werden.

    Die polizeilichen Aktivitäten im Vorfeld und während dem Gipfel waren qualitativ nicht neu. Jedes Großereignis der Vergangenheit brachte Angriffe auf gesellschaftliche Konventionen durch den Sicherheitsapparat mit sich. Die Masse der Angriffe aber und die Selbstverständlichkeit mit der diese gegen vormals selbstverständliche Formen des Protests in Hamburg angewendet wurden, war beachtlich.

    Was nach dem Gipfel begonnen hat, ist jedoch ein qualitativer Sprung. Es gibt diejenigen, die behaupten, dass die Ausschreitungen staatlich herbeigeführt waren, um widerständige Strukturen in einer finalen Kampagne zu zerschlagen. Dieses Denken ist Blödsinn, da wir genau wissen, dass wir das Hamburger Staatsdesaster politisch gewollt haben. Um diese Verschwörungstheorien ein für alle mal zu beenden, nehmen wir die politische Verantwortung für alles was in Hamburg passiert ist auf uns: vom bürgerlichen Protest bis zum letzten Stein, der auf die Bullen geflogen ist. Wir als Teil der widerständigen Struktur haben schon kurz nach dem Gipfel eine Demonstration in Solidarität mit allen von Repression betroffenen veranstaltet und werden uns auch in Zukunft nicht vor unserer Verantwortung, die Revolte weiterzutragen, wegducken. Wer hinter allem nur eine staatliche Verschwörung sieht, entmündigt den Widerstand in all seinen Eigenschaften und hat keine Legitimation, in seinem Namen zu sprechen.

    Es wird jetzt klar, dass der Staat um die Deutungshoheit über dieses Ereignis kämpft, so wie er über alles Andere herrschen will. Über unser Leben und unsere sozialen Strukturen, die Umwelt und die Technik. In diesem Kampf für die kapitalistische und nationale Sache wird er sich immer des Faschismus bedienen. Mit den selben Mitteln wird immer wieder versucht, den Widerstand als kriminell, unpolitisch und asozial zu delegitimieren. Dabei kann sich der deutsche Staat auf seine Polizei, seine Medien und sein Volk, sowie seine Vertreter verlassen. Es ist kaum zu sagen, wer am widerlichsten von all den beteiligten Kreaturen ist. Der Chef der Soko Schwarzer Block, der mit der gleichen Inbrunst alles jagen würde, was ihm unter die Fänge gehalten wird. Der Brechmittel-Scholz, der sein dreckiges Hamburger Bürgertum mit ihren Luxusschlitten vertritt. Die Pressevertreter als Exekutive der polizeilichen Öffentlichkeitsarbeit. Oder die Kollaborateur_innen, die mit ihren Handybildern tausende Menschen der brutalen Repression ausliefern, weil sie zu feige sind, selbst ihr Leben in die Hand zu nehmen und lieber jedem Hitler hinterherlaufen würden.

    Einige haben über die letzte Razzienwelle gelacht, die vorher schon bekannt wurde. Oder darüber, dass Fabio, ein sympathischer Junge, zum Problem für die Repressionsstrategie wird. Die Strategie der Polizei darf aber nicht unterschätzt werden. Ein wesentlicher Teil dieser Strategie ist, langfristig in einer eigenen Öffentlichkeitsarbeit die Definitionshoheit über die Hamburger Geschehnisse zurück zu erlangen. Wer hätte gedacht, dass so viele Monate später Dank regelmäßiger Pressetermine der Polizei der G20 immer noch Tagesthema ist und wer dachte, dass eine professionelle Pressearbeit mit nahezu unbegrenzten Ressourcen ohne unser Zutun erfolglos wäre?
    Aus diesem Grund und anlässlich der Hetzjagd auf Teilnehmer_innen des Hamburger Aufruhrs gegen den G20 erneuern wir unser Bekenntnis zum Kampf gegen den Staat, gegen die faschistischen Organisationen wie die Polizei, die Geheimdienste und rechte Strukturen sowie gegen die Kollaborateur_innen und Denunziant_innen in der Bevölkerung und der Presse. Fabio und all diejenigen, die auch noch vor Gericht kämpferisch bleiben, sind unser Vorbild für eine aufrechte Haltung, die der Angst trotzt und einen Gruß der Freiheit und Solidarität an diejenigen sendet, die sich mit der Repression und der Welt der G20 konfrontiert sehen.

    Anlässlich der Hetzkampagne und den für morgen angekündigten Aufrufen zur Denunziation von 100 Menschen haben wir uns entschieden, Bildaufnahmen von 54 Polizeibeamt_innen zu veröffentlichen, die im letzten Jahr daran beteiligt waren, die Rigaer94 zu räumen. Wir freuen uns über Hinweise, wo sie wohnen oder privat anzutreffen sind. Neben der Teilnahme an der Räumung können sie bedenkenlos für die Gewalt der drei Wochen der Belagerung verantwortlich gemacht werden.

    Es ist wichtig, jetzt die abwartende Haltung zu beenden und Kraft in die Mobilisierung von Solidarität und handlungsfähigen Strukturen zu stecken. Die Demonstration nach dem TagX der Razzien war ein Anfang. Nach der nächsten Razzia müssen wir noch mehr werden. Es ist wichtig, wenn wir keine andere Antwort finden, dann wenigstens auf die Straße zu gehen und Verantwortung für unsere Freunde und Freund_innen zu übernehmen, die durch die Schergen verfolgt werden. Also: Alle raus auf die Straße! Fest entschlossen und wütend kämpfen wir gegen die herrschende Ordnung und trotzen der Repression!

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  • Kategorie: Statements
  • Greetings from Berlin to Athens

    via contrainfo

    They call it “Dangerzone”* – but it is just an ungovernable neighbourhood

    We, individuals and groups from the Rigaer Street, welcome the initiative to start a discussion about an insurrection and fill it with experiences from the past, current theories and practical possibilities.
    This is how we understood the call for the insurrection festival (https://insurrectionfestival.noblogs.org/) in Athens.

    In the program, we discovered several aspects, that we in the Nordkiez of Friedrichshain are engaged in. There is no anarchist, anti authoritarian or left radical movement in Berlin, there is just a scene.
    The dullness of the majority of a fascist society makes it complicated to get moving. In order to destroy overall power structures, we need to search for the confrontation in our local communities. A concentration of people, ideas and structures working against the state, are necessary to be able to protect oneself from outside aggression and be able to actually develop.

    Over the last couple of years, because of the intensity of our actions and the repression of the cops, this process has been started in the Rigaer street. Our actions do not simply concentrate on material violence, they are trying to destroy the social norm and values. In that sense, to change the meaning of property, safety and fear, as well as work and competition.
    In Berlin it is forbidden to organize a flee market, where everything can be given away for free, it is forbidden to play music in public spaces or just gather in the street with many people. It might be allowed if one requests a permission with the police. We did all of these things without having a permission and every time we did, the police came and attacked us. As a response, many stones were thrown towards the cops and their cars.

    Maybe the Police occupation in Exarchia is more violent, but in Friedrichshain they are more close – the occupation force is waiting in front of your door.

    Another way of preventive counterinsurgency in Berlin is, next to repression, the integration. By using various politicians and “good” cops, the administrations are always coming up with round tables. The idea is to bring inhabitants from the Friedrichshainer Nordkiez together with representatives from the administration offices, An image should be created in which the politicians listen to the concerns of the public and all parties involved come up with a solution together. This way there is no need for real resistance anymore, and “social peace” can be
    restored. We must fight the integration like the repression.

    Due to gentrification, the population in our part of the city, is being slowly replaced. If you don‘t have the money, you can‘t pay the rent anymore an you have to move. This is why several luxury cars and new investors are being attacked in our neighbourhoods. Controversial questions within our circles are for example the relationship to the neighbours. Some people are sympathetic with us and hate the cops. But how do we interact with those who do not want to have any position in this conflict or who just want to keep on living their capitalist life without any disturbances?

    We are only a few in this city, very few. When the state attacks us, like last year, when the cops raided the Rigaer 94 twice and once occupied the house for over three weeks, while destroying large parts of it, it becomes possible for us to mobilize many people from outside our circles. For weeks over the summer 2016, cars all over the city were burning and during a bigger demonstration many people attacked the cops.
    But an insurrection can not be planned, it arises from social tensions, where radical tendencies are integrated in a larger social resistance.
    Another question would be if we should look for people in this individualised and estranged society or if it would be better just to put an utopia out there, that speaks for itself ?

    On the 16th of June this year, an utopia was a hip hop concert in the streets. As expected the cops soon attacked and it lead to riots, which would only be worth a little note in Athens, but became a headline story in Berlin. Press and politicians compared the Rigaer street with the war in Syria. Should we escalate the situation even more, even though we are few people?

    The autonomous mouvement was fueled in the 80s by the difficult housing situation and the many squats, that existed all over the city. The experiences since then, show us that as soon as we take one step backwards the enemy moves up right behind us. In the cases, where squatters negotiated with the state, they always lost. In the cases, where we did not negotiate, we may have also lost, but by fighting the struggle we won new activists for our structures.

    As a realistic stop over, we are trying to make one part of the city impossible to control, a process which should be expanded chronologically and spatially. Maybe the cops will attack our spaces in Friedrichshain again in the near future. Then we will ask you for help, by attacking authority, no matter where you are. Just like we in Berlin are trying to react to the state organised operations against the resistance in Athens and elsewhere.

    Comrades and friends of Rigaer 94 and the resistance in Friedrichshain

    * the Police uses the label Dangerzone for a kind of martial law which allows them stop-and-search from people without reason, breaking in homes without search warrant or confiscating everything.

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  • Kategorie: English, Kontext, Rigaer Straße und Nordkiez, Rigaer94, Statements, Weltweit
  • Donnerstag morgen, 7 Uhr: eine vertrottelte Einheit soll beweisen, dass die Schutzpolizei im Bürgerkriegsszenario durchaus auch ohne SEK handlungsfähig ist. Es geht um ein Transparent an einem Balkon im ersten Stock. Seht selbst:

     

    Die Feuerwehr wurde angefordert…

    …und während der Beweissicherungs- und Dokumentationstrupp von einem taktisch günstigen Platz aus aktiv wird…

     

    …sichert dieser Wachtmeister den Schwenkbereich der Drehleiter mit einem Spezial-Pfefferspray ab.

    Innerhalb von Sekunden erfolgt der Zugriff auf den kriminellen Balkon…

    …und Zufriedenheit macht sich in der Eliteeinheit breit. Jetzt erst mal zu Dunkin Donuts.

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  • Kategorie: Statements
  • Schön dass ihr alle da wart! Beim gut besuchten Hoffest malten Kinder und Jugendliche Graffiti, alle freuten sich an der bunten Zuckerwatte, besonders Einer freute sich über sein neues beim Bingo gewonnene Fahrrad und das oberleckere Buffet rundete alles ab. Neben verschiedenen Infoständen gab‘s noch am Abend Musik, die zum Nachdenken gegen die aktuellen Gegebenheiten einlud. “Schön“ dass die Bullen mehr als deutlich machten, warum ein solches Nachdenken wichtig ist und daraus folgende Handlungen mehr als notwendig sind.

    Schon um zehn Uhr morgens flog ein Heli mit aus der offenen Türe hängendem Schwein übers Haus und sondierte luftschneidend die Lage. Dann ab 12 Uhr umstellten die Bullen das Haus, um Leute schon auf dem Hinweg mittels Ausweiskontrollen und Durchsuchungen zu drangsalieren. Jede/r der/die die Rigaer zwischen Zelle und Liebigstraße betreten wollte, lief Gefahr kontrolliert zu werden. Von vielen Passant/Innen, die tatsächlich nur passieren wollten, stattdessen aber in einer erniedrigenden Kontrolle stecken blieben, bekamen die uniformierten Müllsäcke einiges zu hören. Die Stimmung der ca. hundert Beamt/Innen gelangte schnell auf den Tiefpunkt, da sie gleichzeitig beobachten mussten, wie Familien mit Kleinkindern das Fest besuchten ohne vorher im polizeilichen Raster hängen zu bleiben.

    Nachdem sie es nicht schafften, die um den Block ziehende freche Kinderhorde zu disziplinieren und dafür ordentlich verhöhnt wurden, entschied die Einsatzleitung einen komplett gepanzerten Trupp von zehn Müllsäcken an die 94-Türe heranzuführen. Das Kalkül war offensichtlich, dass wir die Tür schließen würden und so der offene nachbarschaftliche Charakter verloren gehen würde. Da das aber nicht passierte und sich unsere Leute nicht von der Türe zurückzogen, begann die Einheit vorher ausgedachte Beleidigungen auszustoßen. Diese blieben nicht unbeantwortet, woraufhin der Trupp unter den Augen zahlreicher Umstehender unvermittelt mit Faustschlägen, Tritten und Pfefferspray die Leute an der Tür angriff. Diese versuchten sich geordnet zurückzuziehen, konnten jedoch nicht verhindern, dass zwei Personen gewalttätig festgenommen wurden. Eine von ihnen musste im Krankenhaus unter den Augen der Müllsäcke an der Lippe und am Oberschenkel genäht werden. Außerdem erlitt sie zahlreiche Hämatome und eine leichte Gehirnerschütterung durch Schläge, denen sie gefesselt ausgeliefert war. Mehrere Leute an der Türe und am Durchgang haben Gesichtsverletzungen durch Pfefferspray und Faustschläge bekommen. Nur kurzzeitig wurde daraufhin die Türe geschlossen.

    Etwa zur gleichen Zeit wurde das Dach des Blocks von uniformierten Müllsäcken besetzt die von dort aus das Hoffest und die Straße beobachteten. Dennoch fand das Fest selbst in der Sicherheit der selbstverwalteten Räumlichkeiten der Kadterschmiede und den zwei Höfen statt. Und dass die Dächer dem Widerstand gehören, und der mal wieder das letzte Wort behält, zeigt der Vorfall am Abend, wo die mehr als verdienten Steine auf Bullen hagelten.

    Das Fazit aus Bullensicht sind insgesamt sieben Festnahmen und zahlreiche Körperverletzungen. Auch von den Kontrollstellen gibt es Berichte von mehreren Vorfällen, wovon einer für eine aktive Freundin ebenfalls für mehrere Tage im Krankenhaus endete, da sie vom Fahrrad geschubst wurde und dabei ihre Wirbelsäule verletzt wurde.

    Unser Fazit was das Hoffest angeht ist dennoch sehr positiv. Es gab eine entspannte, nachbarschaftliche und politische Atmosphäre. Die Angriffe von Geisel‘s Schlägertrupp aber fordern von allen Beteiligten und Solidarischen eine Auseinandersetzung.

    Wir schlagen eine Diskussion für Donnerstag Abend in der Kadterschmiede vor, um darüber zu reden, wie mit den polizeilichen Übergriffen umzugehen ist. Außerdem soll ein Austausch darüber stattfinden, welche ähnlichen Vorfälle in letzter Zeit erlebt oder beobachtet wurden. Seit Juni gab es alleine vor unserer Haustüre drei größere Auseinandersetzungen, bei denen Leute festgenommen und mißhandelt wurden. Wir werden darüber berichten.

    Donnerstag, den 5. Oktober um 21 Uhr in die Kadterschmiede

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  • Neues zum Hoffest

    Ab 13:00 Uhr veganer Brunch

    15:00 Diskussion über Verdrängung im Kiez und was wir gegen Mieterhöhungen & Co tun können

    17:30 Musik: Geigerzähler [http://geigerzaehler.blogsport.de/]http://geigerzaehler.blogsport.de/]

    18:30 Musik: Inspektor Lars (Rap)

    20:00 Bingo!

    Graffiti Wand & Workshop

    Ausstellung: 27 Jahre Rigaer 94

    Film: “Wenn Räumung dann Beule” & andere kurze Filme

    Umsonst – Stand

    Workshop “Schloss öffnen leicht gemacht”

    Zuckerwatte

    Kalabalik [Anarchistische Bücherei aus Xberg]

    Gefangenenschreiben

    Abends gibt’s Vokü

    Feuertonne

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  • Diesen Oktober feiern wir den zweiten Geburtstag des Gefahrengebietes. Trotz massenhafter Kontrollen, Übergriffen, Razzien, der Räumung der Kadterschmiede und andauernden temporären Ausgangssperren und Kontrollpunkten der staatlichen Schlägertruppe sind wir immer noch da, ein Dorn im Auge von Recht und Ordnung. Denn die Geschichte des Gefahrengebietes ist auch eine der Solidarität, der Wut und des gemeinsamen Widerstandes gegen Gentrifizierung und Bullenterror.

    Gefährdet sind wir trotz alledem: Geisel will unsere Türen klauen und die degewo vermeintlich das Haus kaufen, um es unter staatliche Kontrolle bringen zu können. Nicht weit entfernt vom Dorfplatz arbeiten die CG-Gruppe und KW-Development an Verdrängung und Gentrifizierung im Kiez.

    Die Rigaer 94 sind dabei nicht nur wir, die wir hier wohnen, sondern all jene, die sich mit unseren Ideen identifizieren, dafür einstehen und kämpfen. Deswegen laden wir euch, alle Freund*innen des Hauses, am 1.10. dazu ein, hier im rebellischen Nordkiez, mit uns zusammen zu schlemmen, Broschüren durchzublättern, vielleicht einen Workshop zu besuchen, die Köpfe zusammen zu stecken und sich bei Musik die Hände an der Feuertonne zu wärmen.

    Ab 13 Uhr startet der vegane Brunch in der Kadterschmiede. Alles weitere an Programm werden wir in den nächsten Tagen noch hier veröffentlichen. Checkt das aus oder kommt einfach vorbei, wir freuen uns auf euch.

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  • Hallo

    Am Freitag und Samstag fanden bei uns den ganzen Tag über selbstorganisierte Dachdeckarbeiten statt, um das Haus winterfest zu machen. Irgend ein Trottel muss wohl die Bullen gerufen haben; jedenfalls haben diese am Freitag erfolglos versucht, von den gegenüberliegenden Häusern aus unsere Dacharbeiten videographisch zu dokumentieren. Samstag dann kam der Heli, um ein paar tiefe Runden überm Block zu drehen – sicherlich um der Einsatzleitung ein paar hübsche Luftbilder zu übermitteln.

    Dieser Vorfall ist exemplarisch geworden für den Umgang mit der Rigaer94. Wir bleiben derzeit selten unerwähnt, wenn in den Medien die tägliche Hatz gegen Extremismus betrieben wird. Ein paar Ereignisse in den letzten zwei Jahren haben dazu geführt, dass wir zum linksextremistischen Zentrum erklärt wurden. Auch dass wir an einem heißen Wochenenden eine kleine Vorschau zum G20 vor unserer Haustüre hatten, spielt eine Rolle in dem ganzen Chaos.

    Eine kürzlich veröffentlichte Statistik weist uns trotz allem als das zweit-ungefährlichste Gefahrengebiet Berlins aus. Dass die Bullen ihren eigenen Statistiken mißtrauen oder wider jeder Vermutung doch einen politischen Auftrag haben, zeigt sich daran, dass kein anderes Gefahrengebiet eine so hohe Dichte an staatlichen Müllsäcken aufweist. Besonders in den Abendstunden sind die Hundertschaften präsent – mit den entsprechenden Begleiterscheinungen. Z.B.: auch zwei Kinder aus der Rigaer94 haben jetzt Post bekommen, wegen Beleidigung.

    Ansonsten gehts ganz gut. Wenn ihr in den letzten Wochen wenig von uns im Internet gelesen habt, dann hat das zwei Gründe:

    -wir hatten technische Probleme beziehungsweise Angriffe auf dieser Website und dem Twitter-Account

    -die Rolle von linksunten.indymedia.org als unser zentrales Organ und Kommunikationsmittel wurde von staatlicher Seite modifiziert

    Die Chance, die sich daraus ergibt, ist ganz konkret: wir dezentralisieren Informationskanäle und intensivieren die Kommunikation. Deswegen ist der Plan auch, diese Website so wie Druckerzeugnisse besser und mehr zu nutzen. Erste Schritte sind schon getan, weswegen ihr in hoffentlich allen renommierten Infoläden nicht nur in Berlin unsere neuen Plakate findet. Wir freuen uns über Unterstützung bei der Verbreitung.

    Es gibt viel zu tun nach dem erfolgreichen G20-Gipfel. Außerdem ist das Haus nach wie vor gefährdet. Der Innensenator Geisel hat angekündigt, unsere Türen klauen zu wollen um mehr Kontrolle über das Haus zu erlangen. Aktuell verhandelt die staatliche Wohnbaugesellschaft degewo angeblich mit dem Hauseigentümer darüber, das Haus zu kaufen oder unter ihre Verwaltung zu bringen. Die Lafone Investments Limited hat unterdessen einen neuen Direktor: Mark Robert Burton, der immerhin vier dieser Briefkastenfirmen in einem Raum im Consett Business Park führt.

    Für uns ist trotz dieser Machtspielchen ganz klar, wem das Haus gehört: denen, die es brauchen und nicht denen, die es kaputt oder zu Geld machen wollen! Für interessierte Leute und Freund_innen des Hauses veranstalten wir deswegen am 1. Oktober ein Hoffest mit kulturellen und politischen Veranstaltungen. Mehr dazu bald. Kommt vorbei!

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