Gewöhnen wir uns an den Ausnahmezustand!?

In Frankreich wird das Notstandsgesetz seit mehr als einem Jahr gegen die Proteste gegen die Arbeitsmarktreform eingesetzt. Demonstrationsverbote, hochgerüstete Bullen, unendliche polizeiliche Befugnisse und tödliche Vorfälle gehören mittlerweile zum Alltag.

Bei uns in Friedrichshain feiern wir Anfang Oktober bald den zweiten Geburtstag des Gefahrengebietes. Auch hier haben die Bullen freie Hand für Kontrollen, Übergriffe, Hausdurchsuchungen und temporäre Ausgangssperren.

Aus Leipzig erreichten uns kürzlich die Nachrichten, dass eine mit Maschinenpistolen bewaffnete Anti-Terroreinheit jetzt am Connewitzer Kreuz stationiert wurde. Das Kreuz ist ein zentraler Platz im rebellischen und stark antifaschistisch geprägten Stadtteil. Vorgeschobener Grund für die Stationierung der Einheit ist eine umkämpfte Wand, an der das Graffiti NO COPS – NO NAZIS steht. Die Bullen haben schon mehrfach das NO COPS übermalt und wollen den Stadtteil jetzt terrorisieren, um das widerständige Milieu zu unterdrücken. Nach den SEK-Einsätzen gegen die Riots in Hamburg, die Besetzung der Alten Teppichfabrik in Berlin Alt-Stralau und bei diversen anderen kleinen Gelegenheiten, ist die Botschaft klar: der Staat ist bereit, unsere Kämpfe blutig zu unterdrücken.

Nutzen wir die Gelegenheit, dass der Staat sein wahres Gesicht zeigt um die Wut gegen ihn zu entflammen! Statt Einschüchterung werden die Bullen entschlossenen Widerstand ernten! Jedes Herz ist ein Gefahrengebiet!

https://de.indymedia.org/node/13964

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Hallo

Am Freitag und Samstag fanden bei uns den ganzen Tag über selbstorganisierte Dachdeckarbeiten statt, um das Haus winterfest zu machen. Irgend ein Trottel muss wohl die Bullen gerufen haben; jedenfalls haben diese am Freitag erfolglos versucht, von den gegenüberliegenden Häusern aus unsere Dacharbeiten videographisch zu dokumentieren. Samstag dann kam der Heli, um ein paar tiefe Runden überm Block zu drehen – sicherlich um der Einsatzleitung ein paar hübsche Luftbilder zu übermitteln.

Dieser Vorfall ist exemplarisch geworden für den Umgang mit der Rigaer94. Wir bleiben derzeit selten unerwähnt, wenn in den Medien die tägliche Hatz gegen Extremismus betrieben wird. Ein paar Ereignisse in den letzten zwei Jahren haben dazu geführt, dass wir zum linksextremistischen Zentrum erklärt wurden. Auch dass wir an einem heißen Wochenenden eine kleine Vorschau zum G20 vor unserer Haustüre hatten, spielt eine Rolle in dem ganzen Chaos.

Eine kürzlich veröffentlichte Statistik weist uns trotz allem als das zweit-ungefährlichste Gefahrengebiet Berlins aus. Dass die Bullen ihren eigenen Statistiken mißtrauen oder wider jeder Vermutung doch einen politischen Auftrag haben, zeigt sich daran, dass kein anderes Gefahrengebiet eine so hohe Dichte an staatlichen Müllsäcken aufweist. Besonders in den Abendstunden sind die Hundertschaften präsent – mit den entsprechenden Begleiterscheinungen. Z.B.: auch zwei Kinder aus der Rigaer94 haben jetzt Post bekommen, wegen Beleidigung.

Ansonsten gehts ganz gut. Wenn ihr in den letzten Wochen wenig von uns im Internet gelesen habt, dann hat das zwei Gründe:

-wir hatten technische Probleme beziehungsweise Angriffe auf dieser Website und dem Twitter-Account

-die Rolle von linksunten.indymedia.org als unser zentrales Organ und Kommunikationsmittel wurde von staatlicher Seite modifiziert

Die Chance, die sich daraus ergibt, ist ganz konkret: wir dezentralisieren Informationskanäle und intensivieren die Kommunikation. Deswegen ist der Plan auch, diese Website so wie Druckerzeugnisse besser und mehr zu nutzen. Erste Schritte sind schon getan, weswegen ihr in hoffentlich allen renommierten Infoläden nicht nur in Berlin unsere neuen Plakate findet. Wir freuen uns über Unterstützung bei der Verbreitung.

Es gibt viel zu tun nach dem erfolgreichen G20-Gipfel. Außerdem ist das Haus nach wie vor gefährdet. Der Innensenator Geisel hat angekündigt, unsere Türen klauen zu wollen um mehr Kontrolle über das Haus zu erlangen. Aktuell verhandelt die staatliche Wohnbaugesellschaft degewo angeblich mit dem Hauseigentümer darüber, das Haus zu kaufen oder unter ihre Verwaltung zu bringen. Die Lafone Investments Limited hat unterdessen einen neuen Direktor: Mark Robert Burton, der immerhin vier dieser Briefkastenfirmen in einem Raum im Consett Business Park führt.

Für uns ist trotz dieser Machtspielchen ganz klar, wem das Haus gehört: denen, die es brauchen und nicht denen, die es kaputt oder zu Geld machen wollen! Für interessierte Leute und Freund_innen des Hauses veranstalten wir deswegen am 1. Oktober ein Hoffest mit kulturellen und politischen Veranstaltungen. Mehr dazu bald. Kommt vorbei!

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Vor bald drei Jahren kam Andreas zu uns. Er war von seiner langjährigen Gefangenschaft geprägt und fand bei uns nicht nur Unterschlupf sondern auch Freunde. Wir haben Andreas‘ erste Schritte außerhalb der Knastmauern miterlebt. Von Freiheit wollen wir nicht reden. Wer einmal gesehen hat, wie langjährige Haft die Menschen zurichtet, eine tiefe Angst vor engen sozialen Bindungen erzeugt, gar eine Angst vor der so genannten Freiheit, dem wird der Begriff relativ. Zumal die Gesellschaft draußen alles dafür zu geben scheint, dem Wort Freiheit den Sinn zu rauben.

Es war schön zu sehen wie sich Andreas Stück für Stück die Freiheit wieder erkämpft hat. Er zog bald aus der Rigaer94 aus und nahm gemeinsam mit seiner jetzigen Lebensgefährtin das Leben wieder in die eigenen Hände. Bald zog es ihn nach Süd-Italien, dort wo Europa nicht existiert. Als er die Mittel dafür zusammen hatte, machte er sein Versprechen wahr und kehrte der deutschen Gesellschaft, die wohl nie sein zu Hause war für immer den Rücken.

Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Er kam zwar gut mit seiner Partnerin an und sie richteten sich in der Nähe einer Kleinstadt 50 Kilometer nördlich von Neapel häuslich ein. Doch ein Streit mit dem Besitzer einer Tankstelle, für den er gearbeitet hatte endete unglücklich.

Seine Gefährtin beschreibt den Vorfall als Notwehr mit Todesfolge. Die Überwachungsvideos der Tankstelle scheinen das zu bestätigen. Denn nach dem er festgenommen und eingekerkert wurde hat ein italienisches Untersuchungsgericht ihn entlassen und unter Hausarrest gestellt.

Die Zeit in Untersuchungshaft war bis zu dieser Gerichtsentscheidung die Hölle. Ein Teil der Familie des Verstorbenen hatte eine Hetzkampagne gegen Andreas und seine Gefährtin gestartet. In sozialen Netzwerken wurde Andreas als kaltblütiger Mörder dargestellt, der die Tankstelle ausrauben wollte. Bis in die lokalen Medien reichte die Forderung nach Blut-Rache. Seine Gefährtin erhielt Todesdrohungen und Andreas durchlebte eine Tortur, da im Knast einige Familienmitglieder des Verstorbenen als Schließer arbeiten. Er wurde täglich verprügelt und mit dem Tode bedroht.

Die Gerichtsentscheidung zum Hausarrest setzte dem ein vorläufiges Ende. Doch der Hausarrest war nur scheinbar eine Erleichterung. Zu permanenten unangekündigten – auch nächtlichen – Razzien der Polizei kam der Hass aus Teilen der Bevölkerung. Durch die Haftverschonung angestachelt mobilisierten die Feinde Andreas‘ zunehmend. Die Rede war von einem vollständigen Vertrauensverlust in die Justiz, die kriminelle Ausländer bevorzugen würde. Mit einem Lynchmob war zu rechnen. Mit der italienischen Polizei natürlich nicht.

So entschloss sich Andreas dazu, unterzutauchen. Auch seine Partnerin verließ Italien. Wir haben mit ihr gesprochen und die sozialen Medien verfolgt. Wir unterstützten die Auffassung von Andreas und seiner Partnerin, dass das Gerichtsverfahren in Italien unter starkem Druck der aufgehetzten Öffentlichkeit steht. Selbst wenn es in höheren Instanzen zu einer Wahrheitsfindung käme, so würde dies jahrelange Untersuchungshaft unter den beschriebenen Bedingungen bedeuten. Das würde nach Aussage von Andreas seinen Tod bedeuten, und sei es weil er des Lebens dann müde wäre.

Nun aber wurde Andreas Anfang August in Sachsen-Anhalt von einem MEK festgenommen. Zunächst kam er in Strafhaft wegen Fahrens ohne Führerschein. Der eigentliche Grund dafür, dass ein Zielfahndungskommando ihm aufspürte ist aber, dass Andreas nach Italien ausgeliefert werden soll. Vor wenigen Tagen erhielt er einen Gerichtsbeschluss, dass er in Abschiebehaft kommt. Ohne anwaltlichen Beistand wurde er bereits zu seiner Auslieferung „angehört“. Er verweigerte jedoch jegliche Kooperation und konnte so das Verfahren verzögern.

Wir gehen aber nach wie vor davon aus, dass Andreas ausgeliefert werden soll. Es steht auch im Raum, das er „nur“ zum Verfahren nach Italien gebracht wird und die Haftstrafe in Deutschland absitzen muss. Die von der italienischen Staatsanwaltschaft geforderte Strafe beträgt wohl 21 Jahre. Und nicht zu vergessen: Verfahren sind in Italien oft eine langjährige Angelegenheit ,insbesondere bei Berufung.

Da wir nicht wissen, was der deutsche Staat mit seinen rebellischen Gefangenen Andreas Krebs vor hat, ist es dringend nötig, Hilfe zu leisten. Eine Abschiebung wäre Andreas‘ Todesurteil. Macht seinen Fall öffentlich und baut Druck bei den Justizbehörden auf, dass sie ihn nicht abschieben.

Der Familie des Verstorbenen, die die Entwicklung verfolgt, sei versichert, dass der Tod von Massimo und die Tatsache, dass zwei Kinder ohne Vater aufwachsen müssen, Andreas und auch seiner Gefährtin tiefen Schmerz bereitet. Es wird Massimo nicht rächen, wenn ein weiterer Mensch zum Opfer dieser Auseinandersetzung wird. Die Justiz wird niemals Gerechtigkeit herstellen! Im Gegenteil: sie hat einen Teil von Andreas bereits auf dem Gewissen!

Freiheit und Glück für die Hinterbliebenen!

Freiheit und Glück für Andreas Krebs und seine Gefährtin, die mit Würde diese dunkle Zeit durchsteht!

Gegen alle Knäste und die Gesellschaft die sie benötigt!

 

Andreas Krebs ist kontaktierbar in der

Justizvollzugsanstalt Volkstedt
Am Sandberg 11
06295 Lutherstadt Eisleben

Seine Lebensgefährtin hat einen offenen Brief geschrieben, zu lesen auf
http://www.abc-wien.net/?p=3921

Plakat von der Solikampagne während der letzten Inhaftierung von Andreas Krebs.

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Besetzte Wohnung in der ’93 geräumt

Am gestrigen Morgen wurde mit einem polizeilichen Großaufgebot eine Wohnung in der Rigaer 93 geräumt. Um kurz nach sieben Uhr wurde der Zugriff durch mehrere Wagenladungen zivil getarnter Beamte eingeleitet. Es folgte mindestens eine Hundertschaft, die die Umgebung und das Haus absicherte. Durch einen Schlüsseldienst wurde die Wohnung im 1. Stock des Seitenflügels aufgebrochen. Daraufhin wurden durch einen Arbeitertrupp Möbel entsorgt. Festnahmen wurden nicht beobachtet.

Laut Polizeiangaben hatte die Hausverwaltung die Polizei um Hilfe gebeten, die Räumung durchzuführen. Ein Räumungstitel lag offenbar nicht vor. Somit setzt der Justiziar der Polizei die Praxis fort, die im vergangenen Sommer bei der Räumung der Kadterschmiede für Konsequenzen sorgte. Die Polizei tritt als eigenmächtig handelnde Schutzmacht von Kapitalinteressen gegen Wohnungsbedürftige auf. Dies zeigt einmal mehr, dass der Widerstand gegen Gentrifizierung den Schutz vor der Polizei beinhalten muss.

Bereitet dezentrale Aktionen für den Fall vor, dass TagX ausgerufen wird. Beteiligt euch an Aktivitäten im stadtweiten Kampf gegen Gentrifizierung. Und verfolgt die Entwicklungen in der Rigaer Straße!

Checkt:

Bilder vom Polizeieinsatz am Donnerstag: https://linksunten.indymedia.org/de/node/211327

Strategiepapier der Besetzer*innen einer Wohnunhttps://linksunten.indymedia.org/system/files/images/2179006590.pngg im Vorderhaus der Rigaer94: https://linksunten.indymedia.org/en/node/210766

Neuigkeiten zum Besitzer der Rigaer94: https://linksunten.indymedia.org/en/node/209522

Call of 94 for the Demo that happened on 22nd of april: https://linksunten.indymedia.org/en/node/209414

 

 

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Aktualisierung

Um die aktuelle Situation zusammenzufassen, hier eine Liste mit den wichtigsten Veröffentlichungen im Zusammenhang mit dem Kampf um die Rigaer94 seit der Belagerung im Sommer. Wir freuen uns, dass derzeit die drei Gefangenen, die für die Demo am 9. Juli in den Knast gegangen sind, alle raus sind und der Kampf um den Kiez weiter geht.

Redebeitrag der R94 auf dem Straßenfest mit dem Vorschlag, mehr revolutionäre Zellen zu gründen:
https://linksunten.indymedia.org/en/node/195579

Die Einschätzung anonymer Autor_innen zum Konflikt, Stand Oktober:
https://linksunten.indymedia.org/en/node/194946

Im Oktober gab es 14 Hausdruchsuchungen wegen Farbbeutelwürfen auf einem Fahrradkorso während TagX:
https://linksunten.indymedia.org/en/node/196160

Infos zum Gerichtsprozess, wo die Eigentümerin einen Räumungstitel erwirken wollte, aber Dank Markus Bernau, ihrem eingeschüchterten Anwalt, nicht erfolgreich war:
https://linksunten.indymedia.org/en/node/202482
https://linksunten.indymedia.org/en/node/202852

…und schließlich unser internationaler Aufruf für den nächsten TagX, der sicherlich mit aller Wucht kommen wird:
https://linksunten.indymedia.org/en/node/202696
…sowie der neue Blog für die Verteidigung der Kadterschmiede:
https://rigaerbleibt.blackblogs.org/

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Rigaer94: “Rückt die Kohle raus”


+++Achtung Terminänderung: Die Bullen haben unseren Anwalt kontaktiert und mitgeteilt, dass sie uns Freitag um 14 Uhr das Brenngut vor die Wache stellen. Donnerstag also nicht. Wir treffen uns deswegen Freitag 14 Uhr an der Wedekindwache und schleppen dann zentnerweise Gefahrgut zurück ins Gefahrengebiet.+++

Es wird tiefster Winter und unser Haus ist chronisch unterkühlt. Zwar haben wir großzügige Spenden aus der Bevölkerung erhalten. Dennoch müssen wir uns die Kohle, die uns im Januar geklaut wurde, zurückholen.

Wir erinnern uns ein Jahr zurück: am 13. Januar 2016 hat Henkel und sein KKK den ersten lange vorbereiteten Angriff gegen die Rigaer94 durchgeführt. Als vorgeschobener Anlass diente ein eskalierter Platzverweis für den Kontaktbereichsbeamten. Der Innensenat rechnete damit, durch diese gezielte Operationen einen lang ersehnten propagandistischen Sieg in der Rigaer Straße zu erlangen. In den Monaten des Gefahrengebiets, die dem vorausgingen, war der Glaube an den Rechtsstaat als Garant für Frieden und Ordnung stark beschädigt worden.

Doch die Bevölkerung erlebte die Razzia gegen die Rigaer94 als willkürlichen Terrorakt. Besonders der Diebstahl von 2 Tonnen Holzbriketts und Kohle mitten im Winter war an Niederträchtigkeit nicht zu überbieten.

Seit dem lagert das Heizmaterial im Wert von mehreren hundert Euro bei Michael Krömers Direktion 5. Die Polizei hat uns zu verstehen gegeben, dass sie nicht für die Rückführung aufkommen wird. Großzügigerweiße ist das Material aber binnen einem Jahr zur Abholung freigegeben.

Wir hätten natürlich gerne gesehen, wie Henkel zusammen mit seinen Oberschweinen Drechsler, Pohl, Krömer und wie sie alle heißen mögen, 2 Tonnen Kohlen eigenhändig in unseren düsteren Keller buckelt. Leider ist Henkel aber mehr oder weniger untergetaucht und wird sich in naher Zukunft jeder Verantwortung entziehen. Wir werden ihn als dümmsten Innensenator der Geschichte in Erinnerung behalten, der einer fast gewöhnlichen, von Gentrifizierung geplagten Straße zu Weltruhm verholfen hat. Was die Oberschweine angeht, so werden wir sie nicht unbedingt bald, aber sicherlich eines Tages wieder bei uns im Hof begrüßen dürfen.

Um die Kohle dennoch einer sinnvollen Verwertung zuführen zu können, rufen wir alle unsere Freund_innen dazu auf, am Donnerstag, den 12. Januar um 11 Uhr zur Wedekindwache zu kommen, um zu schleppen. Wir werden dann ausgesprochen nicht-demonstrativ in die Rigaer Straße ziehen. Auf dem Weg ist Jede_r für seine Portion Kohle selbst verantwortlich. Wir werden nicht überprüfen, ob alles ordnungsgemäß ankommt.

Ein Triumphzug der siegreichen Aufständigen!

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Es ist ruhig geworden um die Rigaer. Und das nicht nur metaphorisch sondern auch buchstäblich in vielerlei Hinsicht.
Seit die Bullen im Juli aus dem Haus abgezogen sind, gab es zwar immer mal wieder kleinere Scharmützel, aber im Großen und Ganzen blieb es eher unspektakulär.
Während dieser Zeit waren wir dennoch nicht untätig. Mit viel Hilfe von unseren Freund_innen haben wir uns unser Haus wieder angeeignet und alle restlichen Spuren von den Bullen und Henkel beseitigt. (Was ja nun sogar selbst die CDU gemacht hat).
Vom Keller über die Schmiede bis zum Dachboden, von der Persepektiven-Diskussion zur solidarischen Unterstützung von Aaron und Balu, sowie nun leider auch Thunfisch – viel ist hier passiert.

Was auf der Strecke geblieben ist war das Offensichtliche.

Lange hat es gedauert, bis wir realisiert haben, dass unsere eigene Öffentlichkeit/Presse genauso nachgelassen hat, wie die des Mainstreams uns bezüglich.
Die Razzien am 26.10.2016 ( http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/streit-um-rigaer-94-in-berlin-polizei-durchsuchte-mehrere-linke-hausprojekte/14740772.html ) haben uns aus der ersten Schockstarre gezerrt, jedoch nicht nachhaltig genug wachgerüttelt. Die Festnahme Thunfischs dann schon eher ( http://freethunfisch.blackblogs.org/ ).
Die Repression ist die Erzfeindin der Solidarität. Während die Repression versucht zu vereinzeln und im Stillen agieren muss, braucht die Solidarität die Öffentlichkeit, die Freundschaft und Komplizenschaft. Wir brauchen unsere Netzwerke um den Kampf zu kämpfen, den wir führen.

Wir sind nicht das gallisches Dorf, das als letztes Überlebende für seine Freiräume kämpft – und das ist gut so! Berlin ist durchsetzt von Orten des Widerstandes und wir stehen zusammen. Sei es mit der Friedel54, dem M99, Potse/Drugstore, der Ohlauer Schule, dem Wagenplatz Kanal, jeder einzelenen verhinderten Zwangsräumung und allen nicht akut räumungsbedrohten Projekt, sowie allen widerständigen Kiezen und jedem_jeder einzelenen Freund_in.

Mit Freude sehen wir wie sich im rebellischen Nordkiez praktischer Widerstand formiert und zu fruchten beginnt. Die Investor_innen der CG-Gruppe, die das sogenannt Sama-Rigaer Carré bauen will ( https://samariga.noblogs.org/ ), braucht für seine Baugenehmigung noch die pro forma Bürger_innenbeteiligung. Daher laden diese am 14.12.16 um 18Uhr zu eben jener ein.
Engagierte Anwohner_innen rufen nun dazu auf dies zu verhindern. Kommt ab 17Uhr zur Rigaer Straße 71-73 gegenüber von Lidl.

Wir schließen uns dem Aufruf an und sehen das als praktische Solidarität mit Thunfisch, die in Untersuchungshaft sitzt, wegen der Demo „Investor_innen Träume platzen lassen“.

Lassen wir dies wahr werden, lassen wir Christoph Gröners (Eigentümer der CG-Gruppe) Traum vom Sama-Rigaer Carré platzen!

Freiheit für Thunfisch!

Rigaer94

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Aufgebrochene Türen, durchwühlte Zimmer, eine verzweifelte Soko LinX, ein letzter Abschiedsgruß von Henkel. Was wir jetzt brauchen ist entspannt bleiben, keine Aussage machen, nicht Spekulieren, sich treffen, kreativ werden und Solidarität zeigen.
Einige solidarische Menschen haben sich schon getroffen und miteinander geredet und beschlossen heute (27.10.16) um 19:00 am Dorfplatz (Rigaer Straße ecke Liebigstraße) eine Kundgebung zu machen…
Wir kommen und wir hoffen ihr auch.

Warum?:
Gestern wurden einige Gefährtinnen von den Bullen unsanft aus dem Schlaf gerissen. Ihnen wird vorgeworfen, sich an einer Fahrrad-Demo, die sich gegen den Bullenterror auf die 94 richtete, beteiligt zu haben. Natürlich gilt der Angriff nicht nur den direkt Betroffenen, sondern euch allen. Euch die sich täglich solidarisch gegen Kapitalistische zustände stellen.

Daher wollen wir unseren Freundinnen zeigen, dass sie auch mit der Repression nicht alleine sind. Somit hoffen wir möglichst viele von euch um 19.00 am Dorfplatz zu sehen. Jedes Zeichen von Solidarität wird in diesen kalten Tagen gebraucht also kommt vorbei, seid Laut, bringt Ideen mit und überlegt euch auch anderweitig wie ihr gegen die repressiven Zustände aktiv werden könnt.

Seid bunt, seid Zerstörerisch und pssst bei den Bullen

Im Anschluss gibt es in der Kadterschmiede Essen mit Vortrag und Dikussionsveranstaltung: “Strategien bei der Verteidigung besetzter Häuser am Beispiel der Ekhofstraße in Hamburg”. Und weil wir gestern aufgrund der Ereignisse nicht dazu gekommen sind, würden wir uns auch freuen das Thema “Verhandeln” in die Diskussion eifließen zu lassen.

Kurze hintergrundinfos zu den Hausdurchsuchungen vom Tagesspiegel

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Wie schon mitgeteilt, erreichte uns bereits Ende August ein „Verhandlungsangebot“ von Markus Bernau, seines Zeichens Vertreter der Eigentümer*in der Rigaer Str. 94. Der Inhalt dieses Angebots (siehe: https://linksunten.indymedia.org/de/node/190409) konnte von uns nicht anders interpretiert werden als ein prozesstaktischer Schachzug in der folgenden Berufungsverhandlung über die Wiederherausgabe der Ka(d)terschmiede und sämtlicher Räumlichkeiten der Rigaer94 an die Benutzer*innen. Ziel sollte unserer Auffassung nach wohl sein, Gesprächsversuche seitens der Eigentümerseite vorgeben zu können. Diese „Gesprächsangebote“ sind allerdings nicht, wie vermutlich erhofft, unbeantwortet geblieben, sondern es gab ein Gegenangebot seitens des Hauses.

Dieses Gegenangebot wurde, wie zu erwarten, von der Eigentümer*inseite nicht ernst genommen und so haben sich beide Seiten auf anwaltlicher Ebene drauf geeinigt, dass wir uns einfach gegenseitig nicht ernst nehmen. Nun wurde bekannt, dass dieses erste Angebot von Seiten der Eigentümer*in sehr wohl ernst gemeint war, sie allerdings bereit wären über die meisten Punkte in ihrem Angebot zu verhandeln. Markus hat erklärt, dass es der Eigentümer*in sehr wichtig sei, zu einer „einvernehmlichen Einigung und somit einer Lösung für die Rigaer94“ zu kommen.

Für uns stellt sich nun folgende essentielle Frage: “Wer glaubt ihr dass ihr seid und was ist eigentlich euer Problem?!“

Das Projekt Rigaer94 existiert seit nunmehr 26 Jahren. Auch die Bewohner*innenschaft des Vorderhauses lebt hier seit etlichen Jahren. Nun kommt irgendeine dahergelaufene Wurst mit zu viel Geld und meint, er kauft die Immobilie Rigaer94 und wir sollen uns jetzt n Kopf machen wie wir mit deren Profitinteressen auf einen grünen Zweig kommen…

Worüber wir uns sehr wohl einen Kopf machen müssen ist, wie wir geschaffene soziale Strukturen im Kiez weiter ausbauen, wie wir unseren Kiez mit anderen Kiezen vernetzten können und das Projekt Rigaer Str. weiter vorantreiben können. Wie wir es schaffen können, den Ausverkauf des Kiezes und die „Verdrängung seiner Bewohner*innenschaft durch steigende Mieten“, wie Frank Henkel eine seiner Strategien gegen die Bewohner*innen der Rigaer Str. und des angrenzenden Kiezes beschreibt, zurück zu schlagen.

Das Projekt Rigaer Str. mit seiner engen Vernetzung von Hausprojektbewohner*innen, Nachbar*innen und einem riesigen politischen Solidaritätsumfeld hat sich als politische Kampfzone zwischen allen etablierten Parteien und profitorientierten Investor*innen, die hier einen unerschlossenen Markt sehen, aus dem noch was rauszupressen wäre, und, auf der anderen Seite, der Bestrebung nach Selbstorganisation unabhängig von der kapitalistischen Verwertungslogik etabliert. Dass wir von dieser Unabhängigkeit noch genauso weit entfernt sind, wie von unserer Kiezautonomie, ist aber eben kein Grund einen Schritt zurück zu machen und unseren mit viel Solidarität erkämpften Status Quo weiter ihrer Vermarktungslogik anzupassen.

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In ihrer zweiten gemeinsamen Erklärung fordern Aaron und Balu, unsere zwei vom Staat gefangengehaltenen Gefährten: Ausdauer und Konsequenz im Kampf.

Revolutionäre Betätigung ist kein Beruf oder Hobby sondern ein Schwur der Solidarität. Die beiden sollen wissen, dass hier im Kiez der Kampf nicht ruht. All unsere Betätigung bezieht sich unmittelbar auf unsere gemeinsame Sache. Deswegen sind Aaron und Balu nicht nur auf den Wänden und in Flyern im Kiez mit uns, sondern auch in unseren Herzen.

Das steht an:

Am nächsten Samstag wird sich die Rigaer94 an der festlichen Kundgebung in der Rigaer Straße beteiligen. Wir rufen alle dazu auf, mit ihren Ideen und Mitteln dazu beizutragen. Los geht es um 14 Uhr zwischen Bersarinplatz und der Kampfbaustelle Rigaer 71-73, die natürlich uns gehört und nicht diesem schmierigen Christoph Gröner. Mehr Infos zum Fest: https://nordkiezlebt.noblogs.org/

Am selben Tag findet der widerliche Nazi-Marsch fürs Leben statt. Vor unserem Kiezfest, um 12 Uhr treffen wir uns daher am S-Bhf. Anhalter Bahnhof, um den christlichen Fundamentalismus mit unserem offensiven Feminismus zu konfrontieren. Infos: https://whatthefuck.noblogs.org/aufruf2016/

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