Lange Nacht der Rigaerstrasse


Zur langen Nacht der Rigaer Strasse laden die Projekte:

Rigaer 78 (Abstand)

Liebig 34 (XB-liebig)

Convoi Waagenplatz

Schreiner 47

Rigaer 94

und Fischladen

zum bunten miteinander ein. Es erwarten euch Workhops zu den Themen: Klauen, Feuerlöschernutzungsoptionen, Zwillen selber bauen, Lockpicking

Des Weiteren bieten wir euch: Zwillenschießstand,ausgefallene Schnapskreationen, Shows,  jede Menge Essen, Kino, Einkaufswagenrennen, Tombola, Wasserschlacht am Dorfplatz und vieles mehr.

Ab 20h HC Konzerte in der Kadterschmiede (colored moth, depravation,…)

Lasst uns gemeinsam die Strasse bunt gestalten.

Mobivideo auf Youtube

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Solidarische Grüße nach Barcelona

Barcelona, Calais, Berlin – gemeinsam gegen Zwangsräumungen, Verdrängung und Polizeigewalt.

Am Morgen des 26.05. wurde das besetzte Haus “Can Vies” im Stadteil Sants in Barcelona von Polizeieinheiten belagert und geräumt. Umgehend wurde der Abriss eingeleitet, um eine Grünfläche für Tourist_innen zu bauen. Seitdem gab es jedoch riesige Demos und jeden Tag zahlreiche Aktionen des Widerstands gegen die Räumung, die bis jetzt die Vollendung des Abrisses verhindern konnten. Die Baustelle ist von Anwohner_innen wieder besetzt worden und es sind Aufräumarbeiten im Gange. Ziel ist es, das Haus wieder aufzubauen und als Soziales Zentrum weiterzunutzen.
Wie in Berlin sind die Probleme großer Teile der Bevölkerung Barcelonas Ausbeutung, Verdrängung, Obdachlosigkeit und Polizeigewalt. Alternativen zur kapitalistischen Stadt werden vom Staat nicht geduldet.

Die Rigaer 94 ist nicht nur ein Hausprojekt sondern auch Ort vielfältigen Widerstands gegen das System in das wir gezwungen werden. In den letzten Jahren gab es massive Gewalt durch die Polizei sowie Ermittlungsverfahren und Überwachung, welche vom Gesetz für all die vorgesehen sind, die die ganze Scheisse nicht mitmachen wollen. Überzeugt von der tiefen Verbundenheit solidarisieren wir uns aus ganzem Herzen mit den von der Räumung des Can Vies betroffenen Menschen, den Kämpfer_innen auf der Straße und Jenen, die die Welle der Solidarität mittragen, die seit über einer Woche weit über die Stadtgrenzen Barcelonas hinausschwappt.

An dieser Stelle wollen wir auch den kämpfenden Menschen in Calais unsere Unterstützung bekunden, da sie den Räumungs-, Kriminalisierungs- und Verunglimpfungsversuchen der Polizei und der Politik entschieden widerstehen. Auch dieser Kampf reiht sich ein in den globalen Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung. Parallel zu den Polizeiaktionen dort, findet hier in Berlin die selbe staatlich gesteuerte Medienkampagne gegen Flüchtlinge und Hausbesetzer statt. Die Leute der besetzten Schule in der Ohlauer Straße müssen tägliche Polizeieinsätze und in nächster Zeit Räumungsversuche befürchten – ganz konkrete Angriffe auf das Leben Obdachloser, mittelloser und illegalisierter Menschen sind an der Tagesordnung.

Für uns ist jeder Angriff auf sie auch ein Angriff gegen uns. Organisieren wir den Widerstand!

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Nazis wollen am Samstag den 26.04.2014 ab 12h durch SO 36 marschieren.

Am O-Platz vorbeimarschierend wollen sie den Erfolg rassistischer Hetzkampagne gegen Geflüchtete und Antira-Aktivist_innen feiern. Auch wenn die NPD selber die Hauptaktivität im Kampf um ein Kartoffeldeutschland in Kreuzberg an ihre Schwesterpartei die CDU abgeben musste, da diese wenigstens noch Sympathisant_innen unter neu-reichen Yuppies und faschistischen grauen Wölfen hat, wollen sie sich hier als Befreier_innen präsentieren.

Weiter gehen soll es dann in Richtung Gerhart-Hauptmann-Schule. Auch hier geht es um Sicherheit und Ordnung (für Deutsche) und auch hier bilden NPD, Freie Kräfte, NW-Berlin usw. eine geschlossene ideologische Front mit der Berliner Regierung aus SPD und CDU. Dass die Propagandamaschinerie von Springer und Bullenticker hier auf entschlossenen Widerstand der lokalen Bevölkerung stößt, lässt jedoch hoffen. Wenn auch anderen Orts die Geschichten von täglichen Überfällen und einem Haus voller „Messerstecher“ auf offene Ohren stoßen mag, bleibt die Solidarität der Anwohner_innen vor Ort ungebrochen.

Auf diese Solidarität der Kreuzberger Bevölkerung müssen wir hoffen, wenn wir uns am Samstag gegen den „Einmarsch deutscher Truppen in Kreuzberg“ zur Wehr setzten werden.

Denn auch die Faschisten werden nicht alleine kommen. Sie werden ihren bewaffneten Arm, die Berliner Polizei, im Schlepptau haben, welche – befehligt vom Senat – versuchen wird, den faschistischen Horden mit aller Gewalt den Weg frei zu prügeln.

Dagegen muss Widerstand auf verschiedenen Ebenen organisiert werden. Zum Einen wird es ein breites Bündnis von Gruppen geben, die gemeinsam versuchen werden die Nazis massenhaft zu behindern. Dafür wird es um 10h diverse Anlaufpunkte geben (Moritzplatz, U-Heinrich-Heine-Str., U-Herrmannplatz).

Eine Karte der Aufmarschroute und weitere Infos zu Gegenaktivitäten findet ihr unter:

http://berlin-nazifrei.tk/26-04/

Da die Nazis allerdings geschützt von einem massiven Polizeiaufgebot auftreten werden, wird es unumgänglich sein, zusätzlich auf eine dezentrale Strategie zu setzten.

Die Strategie der „Nadelstiche“ hat dabei eine lange Tradition im antifaschistischen Befreiungskampf.

Wenn wir auch heutzutage zum Glück vom faschistischen Weltmachtskrieg a la 40er Jahre weit entfernt sind, so sollten wir doch die Lehren aus der Geschichte nicht vergessen. Im zweiten Weltkrieg haben wohl alle Partisaneneinheiten vor dem gleichen Problem gestanden: Die Nazis waren zahlenmäßig und ausrüstungstechnisch überlegen und hielten die strategischen Knotenpunkte und logistischen Zentren besetzt. Aber genauso wie die Bullen heute, hatten auch die faschistischen Besatzter_innen damals das Problem, durch hierarchische Strukturen und weite Einheitenstafflung mit langen Befehlsketten einen starren, trägen Apparat zu haben, anfällig für Sabotage. Somit kann das polizeiliche Schutzkonzept für die Nazis in arge Bedrängnis geraten, wenn es immer wieder von Gruppen unter Druck gesetzt wird. Diese können durch plötzliches auftauchen eine temporäre taktische Überlegenheit (Überraschungsmoment, mehr Leute als die Bullen an dieser Stelle) schaffen und sich nach getaner Arbeit wieder zerstreuen, noch bevor die Bullen Verstärkung organisieren können.

In diesem Sinne und in der Hoffnung und dem Wissen, dass es noch genug weitere kreative Ideen geben wird, rufen wir alle Menschen auf, sich auf allen Ebenen und mit allen Mitteln den faschistischen Invasionsbemühungen am 26.04.2014 entschlossen entgegen zu stellen!

Kein Vergeben, kein Vergessen!

Nazis (aus Kreuzberg) Jagen!

Für die Anarchie!

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Konfetti-Soliparty

 

Euch erwartet kiloweise Konfetti, gute Drinks und allnightlong fetzige Musik von DJ Trash Tante (Alltime Favourite), Benny Behave (Vinyl Electro ). Kostüme erwünscht. Soliparty für Gefangene und für die Tempest libary. Es geht darum, für eine Gesellschaft einzustehen, die sich die Frage nach der Institution Knast nicht stellen muss. Die Gefangenen, die ohne Chance auf öffentliche Wahrnehmung sind, benötigen ein Sprachrohr und sie benötigen Solidarität. Es braucht mehr Öffentlichkeitsarbeit und eine Plattform um Wissen über Knast, seine Ursachen und seine verheerende Wirkung zu vermitteln. Da in der kapitalistischen Logik Repression auf Widerstand folgt, folgt für uns Solidarität auf Repression. Eintritt: Spende.

Vorderseite

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Aufruf der Rigaer94 zur Antirepressionsdemo am 22. März

- Wir sind wütend und werden täglich wütender -

Wir sind wütend, dass Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen müssen, damit ihre politischen Forderungen nach Asyl, Abschaffung der Residenzpflicht oder einer Arbeitserlaubnis Gehör finden.

Dass während des Hungerstreiks ein „Festival of Lights“ stattfindet und jeder Dummdeutsche stur ignoriert was gerade vor der eigenen Tür passiert und seine wahre Fratze zeigt indem er lacht und nur ein Auge für sich selbst hat. Es wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, Protestbewegungen zu spalten, zu verarschen und auf Dauer hin zu halten, damit die eigene Ohnmacht überwiegt und in einem Prozess der inneren Selbstzerstörung endet. Die Menschen, die diese abscheuliche und menschenverachtende Politik betreiben, ernten von uns nur Verachtung und Hohn für ihr Handeln.

 

Wir sind wütend, dass sich der deutsche Mob in den unterschiedlichsten Regionen zusammenfindet und progromartige Stimmung gegen Unterkünfte asylsuchender Menschen verbreitet, wo sich mehrere Hunderte zusammenschließen um mit Heugabel und Fackel in der Hand an ’33 zu erinnern. Unterstützung erhält der deutsche Mob von Firmen wie BMW, die sich an dem Anblick eines Flüchtlingsheims gestört fühlen und es per Senatsbeschluss, wie kürzlich in Charlottenburg, schließen lassen. Wie soll es sich vertragen, wenn neben Luxuskarossen und protzigen Firmensitzen plötzlich der klaffende Unterschied zwischen Besitzlosigkeit und Reichtum sichtbar wird?

Anstelle von Hoyerswerda, Lichtenhagen oder Mannheim-Schönau, als symbolträchtige Orte widerlichster deutscher Nachkriegsgeschichte, rücken heute Hellersdorf, Schneeberg, Güstrow, Demmin, Essen und viele andere Drecksnester.

 

Wir sind wütend, wenn wir täglich lesen müssen, dass vor der Festung Europa geflüchtete Menschen systematisch auf offenem Meer ermordet werden und als Reaktion darauf eine Verschärfung der Grenzabschottung gefordert und durchgesetzt wird, anstatt zu helfen.

Lampedusa hat das Ausmaß des Sterbens vor den Küsten medial in den Vordergrund gestellt. Vergessen werden die, die es nicht in die Reichweite der Kameraobjektive geschafft haben. Wenn eine Solidarisierung mit solch wichtigen Themen stattfindet, besteht auch mal für deutsche Bullen die Möglichkeit Küstenwache zu spielen und unsere Demonstrationen zu zerschlagen.

 

Wir sind wütend, wenn aufgrund unserer politischen Arbeit früh morgens der Rammbock klingelt. Nicht etwa, dass uns als Dank Brötchen geliefert werden, weil wir uns politisch engagieren und organisieren. Nein, wir schauen in den Lauf einer Waffe und befinden uns in den Klauen der Schergen, die unsere Wohnung wie wild gewordene Schweine umgraben. Dieser plötzliche Lärm reißt uns aus unseren Träumen und holt uns zurück in den tristen Alltag.

 

 

Staat bleibt Staat und Scheiße bleibt Scheiße!

 

Wir sind wütend, dass täglich Menschen aus ihren Wohnungen getrieben werden. Jede Woche verlassen Hunderte Briefe mit Zwangsvollstreckungen das Postamt und stellen die betroffenen Menschen vor unüberwindbare Hürden im Leben. Endstation: Obdachlosigkeit, Vereinsamung und Tod. Wir erinnern hier an Rosmarie F. aus Berlin, die zwei Tage später an den Folgen der Zwangsräumung verstarb. Unser Trauerzug, in welchem wir ihr und allen anderen Zwangsgeräumten gedenken wollten, wurde brutal von den Schergen zerschlagen und noch immer laufen Verfahren gegen einige TeilnehmerInnen.

 

Wir sind wütend, dass der Schusswaffengebrauch der Schweine Einzug in unseren Lebensalltag erhält und wir immer mehr daran gewöhnt werden sollen, dies als Normalzustand hinzunehmen.

Nach Hamburg zitierten große Tageszeitungen Bullengewerkschafter Kirsch, der den Schusswaffengebrauch auch bei Demonstrationen fordert. Schon heute endet der Kontakt mit ihnen manchmal verbrannt in einer Zelle oder erschossen im Neptunbrunnen. Dies führt dazu, dass wir schon die bloße Anwesenheit der Schweine als lebensbedrohlich empfinden müssen.

 

 

Kein Vergeben. Kein Vergessen.

 

Wir sind wütend, dass wir täglich die Werbung der Bundeswehr in der Bahn, Uni oder Schule sehen müssen und der Einzug dieser in den zivilen Bereichen fortschreitet, ob nun bei der Bearbeitung von Asylanträgen oder den anwidernden Uniformen auf den Straßen. Dies sind die Vorzeichen einer stetig zunehmenden Militarisierung unseres Alltags. Aber auch hier regt sich der Widerstand, wie die eigenmächtige Abrüstung durch gezielte Brandherde oder der rege Protest gegen das Gefechtsübungszentrum in der Altmark zeigen. Nicht außer Acht gelassen werden sollten hier die bis heute andauernden Repressionen gegen vermeintlich Beteiligte und deren Schikanierungen.

 

Wir sind wütend, wenn wir in der Bahn sitzen und die Kontrollettis wie wild gewordene Tiere Sheriff spielen. Da es beim Leistungstest der Schweine offensichtlich nicht gereicht hat, wird eine andere Legitimation zur Aufbesserung des eigenen Selbstwertgefühls gesucht. Hand in Hand agieren sie nun mit den Schweinen und genießen diese Anerkennung ihrer Obrigkeit, wenn sie uns wieder einmal drangsalieren dürfen. Wenn wir anfangen uns zu wehren, endet dies im nächsten Bahnhof in den Fängen der Schergen und gipfelt in Exzessen der Misshandlung im Kerker dieser.

Ein Voranschreiten der zunehmenden Überwachung und Kriminalisierung ist auch im normalen Alltag zu beobachten. Es werden Konstrukte geschaffen, die Sonderbefugnisse zulassen um Menschen zu schikanieren. Sonderzonen, Gefahrengebiete und die damit einhergehenden Kontrollen von Personen sind uns ein Dorn im Auge. In Berlin gibt es seit Jahren an sogenannten kriminalitätsbelasteten Orten rassistische Kontrollen, die „verdachtsunabhängig“ durchgeführt werden.

 

Nicht nur diese benannten Beispiele machen uns wütend. Nein. Auch dass wir täglich für unseren Einkauf bezahlen müssen, Tickets in der Bahn lösen müssen, in jedem Bereich der Stadt auf Schritt und Tritt fotografiert und gefilmt werden oder für unsere politische Arbeit mit Repressalien zu rechnen haben, beim Jobcenter müssen wir uns selbst für fünf Euro rechtfertigen, die wir uns geliehen haben. Auch wir sollen ein gut funktionierendes Rädchen in diesem System werden. Falls dieses Rad aus dem Ruder gerät, wird versucht mit aller Macht und auf allen Ebenen diese Abweichung im Keim zu ersticken.

 

 

Diese alltägliche Scheiße kotzt uns an!

 

Es erfreut uns, dass nicht alle diese Scheiße hinnehmen und sich Widerstand regt. Innerhalb kürzester Zeit lassen sich tausende Menschen mobilisieren, wenn ein Protestcamp geräumt werden soll. Unsere Wut gipfelt in Auseinandersetzungen mit denen, die uns jeden Tag aufs Neue zu unterdrücken versuchen.

Ein erfreuliches Zeichen ist, dass es 10.000 Menschen in Hamburg schaffen auf die Straße zu gehen und sich gegen die herrschenden Zustände zur Wehr setzen. Ein durchaus positives Fazit sind 150 verletzte Schweine und der Gedanke im Hinterkopf dieser, dass auch sie nicht unbesiegbar sind.

 

 

2009 war es möglich, die Solidarität mit den Jugendlichen in Griechenland bis ins letzte kleine Dorf zu tragen und zu zeigen, dass sich unsere Wut auch entladen kann.

2013 startete eine Welle der Solidarität mit den Geflüchteten und erhielt eine Aufmerksamkeit wie seit Jahren nicht mehr.

Wir wollen uns aber nicht auf diesen einzelnen Aktionen ausruhen, sondern zu Taten schreiten, denn unser Widerstand muss im alltäglichen Leben stattfinden!

Im Jahr 2014 müssen wir es schaffen unsere Wut nicht nur als Reaktion auf die gerade stattfindende Repression zu fokussieren, sondern diese Normalisierung an ihren Wurzeln anzugreifen.

Diese Demo sehen wir als kleinen aber wichtigen Teil, um unseren Unmut auf die Straße zu tragen!

 

 

Am 22. März auf nach Berlin!

Unterm Pflaster liegt der Strand!

Graben wir ihn aus!

 

 

KUNDGEBUNG: 16 Uhr – U-Bahnhof Turmstraße

DEMOSTART: 17 Uhr – U-Bahnhof Turmstraße

UNERLAUBT DURCHS GEFAHRENGEBIET: 22 Uhr – Ort wird bekanntgegeben

 

 

Mobivideo:

http://vimeo.com/86534538

https://www.youtube.com/watch?v=16cN4zx8Ucw&feature=youtu.be

 

 

 

Mehr Infos:

http://antirep2014.noblogs.org/

 

 

 

FREIHEIT FÜR ALLE GEFANGENEN!

 

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R94 zur Hauskaufdiskussion

Wie einigen bereits durch die Berliner Gerüchteküche bekannt ist, bestand für das momentane Kollektiv der R94 das Angebot des Vermieters, ihr Haus über den deutschen Zweig der schweizer Edith Maryon Stiftung zu kaufen. Diese hätte ihm das Grundstück abgekauft, während wir, beispielsweise mit dem Miethäusersyndikat, das Haus erworben hätten.

Dieses Angebot haben wir nach etlichen Stunden der Diskussion abgelehnt. Wir sind uns bewusst, dass unsere Entscheidung nicht für jede_n nachvollziehbar ist, vor allem nicht auf den ersten Blick. Daher dieses kurze Papier, in welchem wir einige Beweggründe für unsere Entscheidung darlegen wollen. Natürlich können und werden wir nicht alle Aspekte beleuchten, dieser Text ist eine Stellungnahme unsererseits und keine Rechtfertigung . Wichtig ist zudem, dass es innerhalb des Hauses verschiedene Positionen zu dem Thema gab und gibt, wir aber alle hinter der Entscheidung, dass Haus zumindest vorerst nicht zu kaufen, stehen. Teilweise beziehen wir uns in diesem Text konkret auf die von uns angeregte, öffentliche Diskussionsveranstaltung zum Thema in der Kadterschmiede am 15. Januar 2014 .

Das Angebot abzulehnen war keine leicht zu treffende Entscheidung, allerdings gibt es einige Gründe dafür:

einer der Wichtigsten ist, dass wir Suitbert Beulker (im weiteren Beule genannt), unserem allseits verachteten Hausbesitzer , verantwortlich für die Räumung der Liebig14 und des Vorderhausteiles der R94 sowie einige andere Angriffe auf unser Haus und die hier lebenden Menschen, keine geschätzten 1.5 bis 2 Millionen in den Rachen werfen wollen. Dies empfänden wir als unsolidarisch und als Verrat an den Menschen, die er bereits aus ihrem Zuhause vertrieben hat.

Es ist sicherlich Ansichtssache, ob wir Beule nicht schon in die Knie gezwungen haben, da er selbst den Schritt gewählt hat, uns das Haus zu verkaufen, obwohl er doch früher vollmundig verlauten ließ, er führe den Kampf gegen die R94 „bis zum jüngsten Gericht“.

Natürlich ist es möglich, dass Beule inzwischen ziemlich am Ende ist und die Schnauze gestrichen voll von uns hat. Doch sollten wir bedenken, dass ihm der Erlös aus dem Verkauf der R94 sicherlich wieder auf die Beine helfen wird.

Und wer will das schon ?!

Zum anderen haben Viele von uns Bedenken bzw. zeigt die Erfahrung, dass aus den gekauften Hausprojekten auf lange Sicht keine von deren Kollektiv getragenen politischen Aktionen mehr kommen (damit ist nicht gesagt, dass von Einzelpersonen nichts mehr kommt!). So gab es die berechtigte Sorge, dass es in unserem Haus über die Jahre zu einer ähnliche Entwicklung wie in anderen Projekten kommen könnte, dass es durch das Fehlen des äußeren Druckes zu, nennen wir es mal Nestbautrieb und verstärkten schönerwohnen-Aktivitäten kommen könnte.

Für uns ist der existenzielle Kern unseres Hauses, gemeinsam als Kollektiv politisch aktiv zu sein und uns autonom und kämpferisch zu positionieren.

Ein Aspekt, den viele wahrscheinlich in ihren Überlegungen vernachlässigt haben, ist die Situation des Vorderhauses. Wie die meisten sicherlich wissen, ist der vordere Teil des Hauses vor geraumer Zeit geräumt und schon sehr lange regulär vermietet. Mit einem Hauskauf wäre die 94 Vermieterin dieser Menschen geworden. Für uns unvorstellbar. Zudem zählen Teile des Hauses zu den letzten öffentlich besetzten Räumen in Berlin, die einen großen Wert für uns haben und auch ermutigend sind, da sie trotz Berliner Linie noch immer bestehen und ihre erneute Räumung noch lange nicht in Sicht ist! Für uns ist es demzufolge keine Option, den Besetzerstatus dieser Räume freiwillig aufzugeben. Oder anders: wir wollen besetzten, nicht besitzen!

Wo wir beim zentralen Konflikt über einen möglichen Verrat an unseren Idealen einerseits und dem verständlichen Wunsch der Sicherung autonomer Infrastruktur andererseits sind.

Natürlich dürfen wir beim Thema Sicherheit nicht von den Vorteilen dieser schweigen, es ist sicherlich verlockend, in einem Haus zu wohnen, wo wir uns sicher sein können, dass es nicht geräumt werden kann und zu wissen, dass das Projekt mit fitten Kollektiven (und dementsprechenden äußeren Bedingungen) für 99 Jahre gesichert wäre. Einem Ort also, in dem wir uns frei entfalten können, ohne Druck von einem oder einer Vermieter_in. Zu Letzterem wollen wir allerdings klarstellen, dass wir schon immer ziemlich unabhängig von Beule waren und ganz einfach auf seine Meinung geschissen haben.

Natürlich müssten wir nach einem Kauf auch das komplette Haus grundsanieren, was gewiss auch positiv zu bewerten ist, aber dies und die neu dazukommenden Verwaltungsaufgaben (Direktkredite finden,Verwaltung einer GmbH etc..)würden viele unserer Kräfte binden, die wir dementsprechend von wichtigeren Angelegenheiten abziehen müssten. Und das ist es uns einfach nicht wert. Oder, wie es einer unserer Mitbewohner ausdückte:

Wir Kämpfen für unsere Ideale nicht für Zentralheizungen !“

Außerdem würden als Folge des Hauskaufs die Miete ganz schön steigen und wir damit unter viel größerem finanzielle Druck stehen.

Daher sind wir letztendlich zu der Entscheidung gelangt, die Edith Maryon Stiftung zu bitten ihr Angebot aufrecht zu erhalten, da in zwei bis drei Jahren das Kollektiv schon wieder ganz anders aussehen könnte und einem Kauf ja vielleicht eher geneigt ist.

Doch für große Teile des jetzigen Kollektives ist ein Kauf nicht vereinbar mit unseren politischen Idealen und unserem Verständnis davon, was die Rigaer 94 für uns bedeutet.

 

Niemals Aufgeben!

Niemals Kapitulieren!

Unsere Leidenschaft für die Freiheit ist stärker als jede Autorität!

 

R94

 

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Ihr konstruiert, wir organisieren

Wir unterstützen die Initiative und Anregung, in den Fällen von Razzien und Repressionsschlägen, am selben Tag um 19 Uhr eine Vollversammlung zum Informationsaustausch und zur Besprechung der weiteren Vorgehensweisen ab-zuhalten. Nach unseren Einschätzungen und Erfahrungen aus der Razzia ist es wichtig, schnellstmöglich einen Informationspool zu schaffen, in welchem, soweit möglich, sachlich die Fakten solcher Ereignisse zusammengetragen werden können. Wir halten die Idee eines gemeinsamen Treffens für sinnvoll, damit ein Informationsfluss gewährleistet werden kann, der unabhängig von digitalen Medien, einzelne Personen und Gruppenzusammenhänge erreichen kann. So lassen sich Gerüchte, Fehlinformationen und Spekulationen vermeiden. Desweiteren erschweren wir so den Bullen ihre Praxis, mithilfe von Informationsdatenüberwachung und anschließender Auswertung, an solchen Tagen Personenzusammenhänge auszuspähen und zu konstruieren, Daten zu sammeln und ihre Überwachungs-maßnahmen auf andere Personen auszuweiten. Einen weiteren Vorteil sehen wir darin, dass Menschen, die von den Repressions-schlägen nicht betroffen sind, die Möglichkeit gegeben wird, sich zu sammeln, auszutauschen und die Betroffenen zu unterstützen. Beispielsweise kann die Orga möglicher (Re)Aktionen abgenommen werden, wenn es erwünscht ist. Es ist halt nervig gerazzt zu werden und anschließend noch eine Sponti vorzubereiten. Mit Hilfe solch eines Treffens können wir Aufgaben besser verteilen und insgesamt vorausschauender planen.Diesen Anspruch stellen wir auch an uns selbst. Wir wollen zeitnah auf Razzien reagieren und in derartigen Fällen unsere Solidarität aktiv und konstruktiv umsetzen um den Betroffenen zur Seite zu stehen und damit eine Ansprechbarkeit zu ermöglichen. Das ist jedoch nur mögliche, wenn sich eine gemeinsame Praxis entwickelt Hausdurchsuchungen öffentlich zu machen. Werden solche Vorkommnisse nicht publik gemacht, ermöglichen wir der Springerpresse, anderen Hetzblättern und den Bullen die Deutungshoheit und eine völlig verzerrten Darstellungen von Geschehnissen. Das Endprodukt dieser Diffamierungen liest sich dann wie folgt: „linke Terrorzentrale… etc.“. Wir sind nicht der Meinung, dass es mit einer VV möglich wäre, eine derartige Meinungsmache zu unterbinden. Wir sollten vielmehr selbst in die Lage sein eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Uns ist wichtig, bei Repressionsschlägen, nicht auf die reaktionären Medien als Informationsquellen angewiesen zu sein. Dies schürt Gerüchte (Spekulationen über Personen u. Vorwürfe) und verfälscht oft in dramatischer Weise die Tatsachen….

 

Deshalb achtet auf Ankündigungen und verbreitet, dass wir uns bei Repressionsschlägen um 19:00 Uhr im NewYorck (Mariannenplatz 2) treffen.

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R94 –Chronologie der Repression

Was bisher geschah

Im Jahr 2011 entdeckten wir versteckt angebrachte Kameras in der Justus von Liebig Schule, gegenüber der R94. Damit war es möglich unser Dach und die gesamte Rückseite unseres Hauses abzufilmen, sowie in diverse Zimmer direkt hineinzufilmen und somit unsere Mitbewohner_innen in ihren Zimmern auszuspionieren. Nachdem wir die versteckten Kameras gefunden hatten, machten wir die Obversationsmaßnahmen publik und gingen rechtlich gegen diese vor. Kurz nach der Veröffentlichung unsererseits wurde die Kameras vom LKA entfernt, bevor wir sie genauer betrachten konnten. Durch eine anschließende juristische Auseinandersetzung wurde bekannt, dass die Observation mittels verdeckter Kameras für 6 Monate geplant worden war, jedoch aufgrund der Entdeckung nach der ersten Woche abgebrochen wurde.

Die Folgen für die Bullen waren eine äußerst unvorteilhafte Berichterstattung, auch außerhalb der einschlägigen linken Nachrichtenportale, sowie eine öffentliche Rüge ihres Vorgehens seitens der Politik, besonders der Datenschutzbeauftragten.

Diese kurze Episode der Observation führen wir hier an dieser Stelle nochmal an, um zu verdeutlichen, dass sich unser Haus im permanenten Fokus der Repressionsbehörden befindet.

Am Abend des 28.1.2012 kam es nach der „Polizeikongress-Demo“ zu einem Überfall der Bullen auf eine Party in der Kadterschmiede. Auch wenn sie sich im Nachhinein einige Gründe für ihr „spontanes“ Einreiten ausdenken, ist für uns offensichtlich, dass ihr Einsatz bereits zuvor geplant war. Im Vorfeld wurde fleißig observiert, und die Kellerräume benachbarter, baugleicher Häuser inspiziert. Dies ist insofern wichtig, als dass sie auch bei uns letztendlich durch den Keller in die Kadterschmiede eindrangen.

Das weitere Vorgehen der Bullen beschränkte sich nicht etwa darauf, unter den Gästen der Kadterschmiede eventuelle Straftäter_innen festzusetzen, obwohl sie angeblich genau deswegen unser Haus betreten mussten, sondern endete in einer Begehung und Abfilmung der Räumlichkeiten und der Ingewahrsamnahme und ED-Behandlung aller im Haus angetroffenen Personen. Während dieses Überfalls wurden mehrere Personen von den Bullen verprügelt. Außerdem filmten sie die ihnen zugänglichen Räumlichkeiten ab und erstellen Lagepläne des Hauses.

Daraus, dass Eric kotzen musste, während wir unseren Freiraum gegen ihren Überfall verteidigten, konstruierten sie uns einen Mordversuch. http://www.youtube.com/watch?v=OL-OsrdCwCM

Dieser herbeiphantasierte Mordversuch mit Bezug auf unser Haus sollte den Bullen und Geheimdienstorganen später noch dazu dienen, weiter repressiv gegen unser Haus vorzugehen.

Grade weil sich unser Haus seit über 20 Jahren an politischen und gesellschaftlichen Kämpfen beteiligt, sind wir den Bullen ein Dorn im Auge. Da die R94 sich als lebendiges autonomen Hausprojekt versteht, sind wir dem Staat mit seinen Repressionsorganen ein permanentes Ärgernis. Das werden wir auch weiterhin bleiben, auch wenn wir feststellen müssen, dass sich die Repression und Kriminalisierung von Seiten des Staates weiter zuspitzt und sie vor wahnsinnigen Konstruktionen, wie eben einem besagtem versuchten Mord, keinen Halt mehr macht.

Wir schreiben das Jahr 2013, die Geschichte von Konstruktion und Repression geht weiter

Im Mai diesen Jahres wird unser Haus samt Kadterschmiede zum ersten Mal mit einer ganzen Seite im jährlichen Verfassungsschutzbericht beehrt, außerdem machen sie sich die Mühe, unsere Website wortwörtlich zu zitieren. Der VS kommt zu dem Schluss, es handle sich bei den Bewohner_innen, Gästen und Besucher_innen unseres Projekts „zum harten Kern militanter Linksextremisten“.

Ohne den vorbereiteten Überfall im Vorjahr und ohne die Konstruktion des versuchten Mordes während jenem, hätte sich der Verfassungsschutzbericht wesentlich unspektakulärer gelesen und wäre eventuell ganz ausgeblieben. Obwohl das Verfahren gegen Unbekannt inzwischen eingestellt wurde, greifen sie es weiterhin auf und übernehmen die Märchenschreibung der Bullen. Die 45 beim Einsatz verletzten Bullen hätten wir gerne mal zu Gesicht bekommen.

Der geplante Überfall auf unser Haus aus dem Vorjahr bzw. unser widerständiges Handeln und unsere Bereitschaft uns nicht durch Repression in unseren Leben einschüchtern zu lassen, dient ihnen hierbei als Aufhänger unser Haus öffentlich zu diskreditieren. Damit ist unser Haus. zumindest in der breiten Öffentlichkeit, gebrandmarkt und zukünftige Repression lässt sich von den Bullen wesentlich einfacher rechtfertigen.

Am 14.08.2013 um circa 6 Uhr stehen dann mehrere Hundertschaften und das SEK vor unserer Tür. Vor lauter Angst haben sie sogar einen Helikopter mitgebracht. Durchsucht werden die Zimmer zweier im Haus lebender Menschen und einige Gemeinschaftsräume.

Als Vorwand für eine der beiden Durchsuchungen dient der Handykontakt zwischen einer beschuldigten Person der Jobcenter Anschläge und einem hier lebenden Menschen. Es kam demzufolge bereits im Vorfeld der Razzia zu einer umfassenden Telekommunikationsüberwachung zahlreicher Personen. Alle weiteren Infos zur Vorgehensweise der Bullen findet ihr hier: http://ea-berlin.net/repressionsmethoden-im-jahr-2013-am-beispiel-aktueller-faelle.

Für die zweite Person reichte es, dass sie in der Nähe einer Spontandemo aufgegriffen wurde. Auch in diesem Fall zaubern Bullen, Staatsanwaltschaft und Gericht wahnsinnige Konstruktionen aus dem Hut.

Auf Grund der Beweislage ist schon jetzt absehbar, dass die beiden Tatvorwürfen gegen unsere Mitbewohner_innen ins Leere laufen werden. Insofern gehen wir davon aus, dass es wieder einmal um eine gezielte Einschüchterung und Terrorisierung unseres Kollektivs ging.

Denn auch wenn „nur“ zwei Personen aus unserem Kollektiv gerazzt wurden, so hat es doch das ganze Haus und alle hier lebenden Menschen persönlich betroffen. Abgesehen von Schikanen wie der Personalienfeststellung aller im Haus anwesenden Menschen und dem abfotografieren unserer Zimmer, waren wir sechs Stunden lang in unserer Bewegungsfreiheit völlig eingeschränkt. Eine durchsuchte Person wurde genötigt, ihre DNA abzugeben. Die beiden Hausdurchsuchungen waren ein guter Vorwand, sich unser gesamtes Haus, soweit rechtlich möglich, genau anzusehen und Räumlichkeiten wie beispielsweise einzelne Küchen, den Dachboden und die Kadterschmiede zu durchwühlen und kistenweise Gegenstände zu beschlagnahmen.

Wie schon im Vorjahr kundschafteten die Bullen unser Haus eine Woche vorher aus und vermutlich räumten sie sich gewisse Wege mit Hilfe von Beulker (Hausbesitzerschwein) im vorhinein frei.

R94 – Ausblicke

Wir gehen momentan davon aus, dass dieser Razzia weitere folgen könnten. Aus unserer Sicht sehen wir uns mit einer berlinweiten verschärften Repressionswelle gegen „linksradikale Strukturen“ und Einzelpersonen konfrontiert, die weit über unser Haus hinausreicht. In diesem Sinne appellieren wir an euch, auf euch aufzupassen und eure Strukturen zu schützen. Unsere kämpferischen Grüße senden wir allen von den Repressionen betroffenen Personen.

Ein solidarisches Miteinander ist jetzt wichtiger denn je. Dass eine Sponti, wie sie am Tag der Razzien abends noch stattfand, eine Aktionsform ist, welche nicht alle Personen miteinschließt, wissen wir. Trotzdem war es uns wichtig, eine möglichst schnelle Reaktion zu zeigen.

Erstaunt sind wir allerdings darüber, dass sich zur folgenden, angemeldeten Demonstration samstags nur so wenige Menschen eingefunden haben, auch wenn und bewusst ist, dass es zeitgleich einige, teils lange angekündigte Demos in Berlin gab. Wir danken allen die, teils noch am morgen der Razzia, ihre Solidarität zum Ausdruck gebracht haben. Allerdings hätten wir uns diese flächendeckender gewünscht und teilweise drängt sich der Gedanke auf, für viele seien die Razzien nicht so wichtig oder zumindest ein Problem, um das wir uns selbst kümmern sollten. Spätestens jetzt ist es an der Zeit einzusehen, dass eine_r getroffen, gemeint aber wir alle sind.

Schlussfolgerungen, die wir aus der Razzia und den Ereignissen gezogen haben

Wir, als R94, unterstützen die Initiative und Anregung, in den Fällen von Razzien und Repressionsschlägen, am selben Tag zu einer bestimmten Uhrzeit eine Vollversammlung zum Informationsaustausch und zur Besprechung der weiteren Vorgehensweisen abzuhalten. Nach unseren Einschätzungen und Erfahrungen aus der Razzia ist es wichtig, schnellstmöglich einen Informationspool zu schaffen, in welchem, soweit möglich, sachlich die Fakten solcher Ereignisse zusammengetragen werden können.

Wir halten die Idee eines gemeinsamen Treffens für sinnvoll, damit ein Informationsfluss gewährleistet werden kann, der unabhängig von digitalen Medien, einzelne Personen und Gruppenzusammenhänge erreichen kann. So lassen sich Gerüchte, Fehlinformationen und Spekulationen vermeiden. Desweiteren erschweren wir so den Bullen ihre Praxis, mithilfe von Informationsdatenüberwachung und anschließender Auswertung, an solchen Tagen Personenzusammenhänge auszuspähen und zu konstruieren, Daten zu sammeln und ihre Überwachungsmaßnahmen auf andere Personen auszuweiten. Einen weiteren Vorteil sehen wir darin, dass Menschen, die von den Repressionsschlägen nicht betroffen sind, die Möglichkeit gegeben wird, sich zu sammeln, auszutauschen und die Betroffenen zu unterstützen. Beispielsweise kann die Orga möglicher (Re)Aktionen abgenommen werden, wenn es erwünscht ist. Es ist halt nervig gerazzt zu werden und anschließend noch eine Sponti vorzubereiten. Mit Hilfe solch eines Treffens können wir Aufgaben besser verteilen und insgesamt vorausschauender planen.

Diesen Anspruch stellen wir auch an uns selbst. Wir wollen zeitnah auf Razzien reagieren und in derartigen Fällen unsere Solidarität aktiv und konstruktiv umsetzen um den Betroffenen zur Seite zu stehen und damit eine Ansprechbarkeit zu ermöglichen. Das ist jedoch nur mögliche, wenn sich eine gemeinsame Praxis entwickelt Hausdurchsuchungen öffentlich zu machen. Werden solche Vorkommnisse nicht publik gemacht, ermöglichen wir der Springerpresse, anderen Hetzblättern und den Bullen die Deutungshoheit und eine völlig verzerrten Darstellungen von Geschehnissen. Das Endprodukt dieser Diffamierungen liest sich dann wie folgt: „linke Terrorzentrale… etc.“.

Wir sind nicht der Meinung, dass es mit einer VV möglich wäre, eine derartige Meinungsmache zu unterbinden. Wir sollten vielmehr selbst in die Lage sein eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Uns ist wichtig, bei Repressionsschlägen, nicht auf die reaktionären Medien als Informationsquellen angewiesen zu sein. Dies schürt Gerüchte (Spekulationen über Personen u. Vorwürfe) und verfälscht oft in dramatischer Weise die Tatsachen.

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Am 14.August um 6:00 früh wurde unser Haus gestürmt, um zwei Zimmer unserer Mitbewohner zu durchsuchen. Die Vorwürfe sind haltlos und dienen der allgemeinen Repression gegen kämpferischen Antikapitalismus. Neben unserem Haus wurden im selben Zeitraum weitere Wohnungen von Freund_innen und Genoss_innen durchsucht. Die Diffamierungen seitens der Presse und der Bullen, welche von „Terrorzelle“ bis „Bildungsferne Schichten“ reicht, schüchtern uns nicht ein. Wenn kollektives Leben und Besetzung von Eigentum als Terror verstanden wird, dann sind wir, waren wir und werden wir immer als Terrorist_innen gelten. Wirklich terroriesiert werden Menschen jedoch durch die kapitalistische Verwertungslogik und alle repressiven gesellschaftlichen Strukturen.

Gegen ihre Konstrukte setzen wir unsere Solidarität mit allen Betroffenen. Der Überfall auf unser Haus ist nervig, zeitraubend und erniedrigend. Ihre Rechnung, uns alle morgens aus den Betten zu zerren, ist allerdings nicht aufgegangen – Grüße an die Frau vom Staatsschutz:“ja!, wir sitzen wirklich jeden morgen alle zusammen in der Küche und trinken Kaffee um 6:00 Uhr.“ Unsere Widerständigkeit haben wir durch diesen Repressionsschlag sicher nicht verloren. Das einzige was sie erreicht haben, ist uns darin zu bestärken, dass wir unsere kämpferische Haltung und unsere Unversöhnlichkeit mit Staat und Kapital weiter leben werden. Unsere Solidarität gilt dabei nicht nur den Betroffenen der Razzien, sondern auch den Akteur_innen, die dem alltäglichen Terror von Polizei und Jobzentren etwas entgegensetzen.

Um ein Zeichen gegen die andauernden Schickanen und Repressionen zu setzen möchten wir morgen gemeinsam mit euch eine Demo gestalten, bei der wir unsere Wut über ihre Repression, aber auch unsere Entschlossenheit linksradikale Strukturen zu verteidigen, auf die Strassen tragen wollen. Wir werden es uns auch weiterhin nicht nehmen lassen die Zähne zu zeigen! Wir werden weiterhin die kapitalistischen Zustände, die hier vorherrschen, klar benennen und bekämpfen.

Wir werden uns nicht davon abhalten lassen – wie Kratzbürsten auf Seide – die ganze Scheiße aufzureißen. Der Kampf gegen Staat und Kapital, Macht und Herrschaft wird solange weitergehen, bis alle staatlichen Instutitionen dem Erdboden gleichgemacht worden sind.

 

Niemals aufgeben!

Niemals kapitulieren!

 

Unsere Leidenschaft für die Freiheit ist stärker als jede Autorität!

 

Freiheit für alle politischen Gefangen!

Freiheit für die X-Box!

 

P.s.: Die Demo ist angemeldet!

 

Deshalb rufen wir am Samstag um 17.00 zur Demo am Bersarinplatz auf!

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Angriff auf Rigaer 94

Heute gegen kurz nach 6.00 Uhr haben mehrere Hundertschaften (13te, technische Einheiten, LKA und das SEK) unser Haus gestürmt und zwei Durchsuchungsbescheide vollstreckt. Dabei flexten   und brachen  sie Türen auf, stürmten alle Zimmer unseres Hauses und trieben die Leute zusammen.Erstaunlicherweise verzichteten sie diesmal auf größere Randale in unserem Haus. Es wurde ein Zimmer im Zusammenhang mit der Solidaritäsbekundung mit den Revolten in der Türkei (versuchter Mord) und ein weiteres Zimmer im Zusammenhang mit Angriffen gegen Ausbeutung und Arbeitswahn (Brandstiftung an Jobcenter) durchsucht.    Ein Beschuldigter wurde gezwungen seine DNA abzugeben. Sie schnüffelten aber nicht nur selber, sondern nötigten mehrere Hunde vermeintliche Sprengstoffe um Brandmittel zu finden.  Sie sicherten mit einem Hubschrauber unser Dach und besetzen es mit einer Einheit des SEK. Zeitgleich griffen sie weitere Projekte, Wohngemeinschaften und Wohnungen von Genoss_innen an und durchsuchten diese ebenfalls. Gegen 12.30 Uhr waren die Cops wieder aus unserem Haus verschwunden. Vorher gaben sie sich zu unserem Erstaunen einige Mühe uns die Türen zu reparieren, auch wenn sie sich dabei nicht allzu schlau anstellten. Bevor sie unser Haus verließen nahmen sie noch einiges an altem Müll von unserem Dachboden mit und die x-box des Hauses, was wir darauf zurückführen, dass sie unterbinden wollen, dass wir in zahlreichen Nächten bei Grant Theft Auto die Stadt zerlegen.  Spaß beiseite! Wir sind stink sauer, wir hassen euch und keiner will euch haben! Wir sehen diesen Angriff nicht nur auf unsre Projekte bezogen, nicht nur darauf, dass wir nicht bereit sind die ganze scheiße hinzunehmen, sondern es geht auch darum selbstbestimmtes Leben im Kollektiv als Gegenmodell zu kapitalistischer Vereinzelung anzugreifen. Während die sich aber andauernd untereinander gestritten haben, haben wir versucht das Beste draus zu machen.

Um 20:00h wird es eine spontane Demonstration vom Spreewaldplatz durch X-berg geben. Diese Demo ist nicht angemeldet !

Wir werden da sein 14.08.2013 you will remember! A.C.A.B!

Hier einige Bilder des Tages:

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Today just after 6am several police units (13th unit of riot cops, technical units, LKA and the special forces unit) stormed our house and carried out a raid and enacted two searches under warrant. The cops used an angle grinder to break down our doors, all the rooms of the house were entered and all occupants were held for 6 hours.  Astoundingly this time round they held themselves back from completely ransacking the house. One room was searched in relation to an act of solidarity with the uprisings in turkey (an attempted murder charge) and a further room was searched in relation to attacks against exploitation and wage slavery (a charge for arson of a jobcentre).  One of the accused was forced to give his D.N.A. The cops were sniffing about alot, on their own but also putting to work dogs trained to sniff out explosives and flammable materials. They also occupied our roof with a helicopter and special forces unit (SEK).  At the same time as the raid on our house they were attacking and searching other projects, living groups and apartments of comrades. Around 12:30pm the cops disappeared from our house again, but not before repairing our doors with an astounding amount of effort (and not in the most clever or efficient of ways). Before they left our house they took a bunch of old rubbish from our attic along with the houses x-box (which we demand back) – perhaps they were trying to stop us from playing Grand Theft Auto en masse in real life night after night and destroying the city. Jokes aside, we are fucking pissed off, we hate you and you are not welcome! We see this as not just an attack on our projects, and not just because of our refusal of this whole rotten bag of shit of a system, but also as an attack on all autonomous, self managed and collective life as an antithesis to the alienation and isolation of capitalism.

At 8pm there will be a spontaneous demonstration from Spreewaldplatz through X-berg.
This demo will not be legalized!
We will be there 14.08.2013 you will remember! A.C.A.B!

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