30 Jan 2012
Erst einmal ein fettes Danke an alle die in den letzten Tagen bei uns vorbeigeschaut haben und uns unterstützt haben! Viele Nachbar_Innen sind vorbeigekommen und haben mit uns das Gespräch gesucht, auch hier hat sich wieder gezeigt, dass dieser Kiez ganz anders Tickt wie einige ihn gerne haben möchten. Hier mal eine Zusammenstellung die auch noch in den nächsten Tagen aktualisiert werden wird, mit Reaktionen aus den Medien, Solidaritätsaktionen und allerhand was wir sonnst noch so für Erwähnenswert halten.
Ein Video das wir entdeckt haben:
Solidarität!
Diese Grüße erreichten uns aus Magdeburg:
http://squatmagdeburg.blogsport.de/2012/01/30/soligruesze-an-die-r94/

Vielen Dank auch nach Leipzig:
“Leipzig – Wolfgang-Heinze-Straße/ Selneckerstraße/ Connewitzer Kreuz, 30.01.2012, gegen 21.15 Uhr
Gestern Abend trafen sich ca. 50 Personen spontan am Connewitzer Kreuz und marschierten Richtung Karl-Liebknecht-Straße. Die Personen waren schwarz bekleidet und vermummt; zudem wurde Pyrotechnik gezündet. In der Selneckerstraße wurden von den Demonstranten zwei Container in Brand gesetzt.
Auf dem Marsch wurden Sprüche wie “Solidarität mit der Rigaer 94″ skandiert.
In Höhe der Richard-Lehmann-Straße stoppte der Aufzug und es wurden Verkehrsbaken und andere vorgefundene Gegenstände auf die Straße geworfen. Auch wurde ein Einsatzfahrzeug der Polizei mit einem Schneeball beworfen. Das ist weniger tragisch, sofern es sich ausschließlich um Schnee handelt. In diesem Schneeball, der auf das Einsatzfahrzeug geworfen wurde, war allerdings ein Stein eingebettet, so dass das Fahrzeug beschädigt wurde. Dieser Schneeball war der einzige Schneeball, der auf Einsatzfahrzeuge respektive Polizisten geworfen wurde. Es fand keine Schneeballschlacht zwischen Passanten/ Demonstranten und Polizisten statt.
Als Einsatzkräfte an der Richard-Lehmann-Straße Position bezogen, rannten die Teilnehmer plötzlich auseinander und der Marsch wurde aufgelöst.
Hintergrund dieser spontanen Aktion in Leipzig war der Polizeieinsatz in der Nacht zum Sonntag in einem besetzten Haus in Berlin in der Rigaer Straße 94. (MW)”
http://www.sachsen-news.com/2012/01/31/spontandemo-kreuz/
Hier ein Bericht der Demo aus Leipzig auf Indymedia:
Leipzig: Sponti für die Rigaer 94
325 – Pigs attack the Self-Organised Space ‘Rigaer 94′ in Berlin (Germany)
le revole – Violent demonstration in Berlin
Presse:
31.01.2012 – Berliner Zeitung – Friedrichshain nach den Krawallen: Häuserkämpfer drohen Anwohnern
31.01.2012 – Berliner Kurier – Ein Kiez in Angst vor dem Linken Terror
30.01.2012 – Berliner Morgenpost – Polizei rechnet mit weiteren Krawallen in Berlin
30.01.2012 – Berliner Morgenpost – Schwere Krawalle in Neukölln und Friedrichshain
30.01.2012 – Berliner Zeitung – Symbol des Widerstands
29.01.2012 – Berliner Kurier – Die Feuerspur des Terrors
29.01.2012 – Potsdamer Neuste Nachrichten – Innensenator Henkel entsetzt wegen linksextremer Randale
29.01.2012 – Berliner Zeitung – Nächtlicher Straßenkampf
29.01.2012 – Tagesspiegel – Polizei stürmt linkes Wohnprojekt in Friedrichshain
Reaktionen:
31.01.2012 – Piraten Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus – Kleine Anfrage zur Rigaer94
30 Jan 2012
Am 29.01.2012 gegen 2 Uhr nachts wurde unser Projekt R94 von Bullen angegriffen.
Ab 22 Uhr sollte die Afterdemosoliparty gegen den Polizeikongress in der Kadterschmiede stattfinden. Ab 21 Uhr schon patrouillierte die 21.Hundertschaft und viele PMS-Zivis (Polizei für politisch motivierte Straftaten) durch unseren Kiez. Wahrscheinlich angepisst vom für sie unrühmlichen Ende der Demo, wollten sie’s wissen. Möglicherweise aufgescheucht durch das plötzliche Fehlen der Straßenbeleuchtung um die R94 fingen sie an panisch umher zu kurven und starteten ein paar halbherzige Anläufe gegen unser Tor. Das Schließen des Tores brachte sie jedoch vorläufig von ihrem Vorhaben ab.
Gegen 2 Uhr fuhr erneut ein Sixpack bei uns vor. Nun ging alles ganz schnell…
Türen wurden verriegelt, Pfefferspray gesprüht, Türen aufgebrochen, u.v.m. Doch wartet… das mit dem Tür aufbrechen war wohl gar nicht so einfach. Möglicherweise geschwächt vom anstrengenden Jagen von „Polizeikritiker_innen“ und dem sich ständigen Bewerfen lassen, waren sie total ausgepowert und ihnen fehlte wohl die notwendige Kraft, die Ramme effektiv durch unsere Türen zu stoßen. So machten die Schweine das, was sie verdammt gut können: sie agierten feige und hinterlistig und kamen durch den Keller ins Haus.
Dabei sprühten sie das ganze Treppenhaus voll mit Feuerlöschpulver und Pfefferspray, so dass Leute sich nur noch kriechend und ohne Luft zum Atmen fortbewegen konnten.
Nachdem sie nun das Treppenhaus verwüsteten und die Leute keine Luft bekamen, mussten wir unsere Tür zum Garten öffnen. Die Schweine drangen nun bis in die Kadterschmiede vor und begannen sich durchs Haus zu arbeiten. Dabei zerstörten sie so einiges, bis sie auf die Bewohner_innen und ein paar Freund_innen stießen. Die ersten, die sie sahen wurden ziemlich gewaltsam, mit Schlägen und Tritten, überrannt und sie nahmen sie mit den restlichen zusammen fest. Der Vorwurf: „Es sollen Gegenstände aus dem Haus geworfen worden sein“. Dabei brachen sie zwei Wohnungen auf und durchsuchten diese.
Zum Glück lief sofort eine Welle der Solidarisierung an. Feuerchen hier und dort, Scheiben klirrten, Menschenmengen auf der Straße. Lokale öffneten für uns und gegen die Bullen und Partys wurden abgebrochen, worauf hin noch mehr Menschen in den Straßen unterwegs waren.
Doch die Bullen versuchten zu kontern- Anwälte_innen wurden nicht zum Haus gelassen, die Presse in ihrer Pflichtausübung behindert. Das Ganze schien auch schon im Voraus geplant gewesen zu sein, zumindest hatten sie sich mit den verschlungenen Kellerräumen des Hauses auseinandergesetzt, um zielsicher den Weg in die Schmiede zu finden. Und dass Bullen schon vor Partybeginn in den Seitenstraßen parkten, war auch mehr als ungewöhnlich.
So ganz reibungslos verlief der Bulleneinsatz aber intern für sie wohl nicht: die im Haus Verhafteten konnten sich während des Wartens die Zeit damit vertreiben, den Bullen dabei zuzuhören wie sie sich gegenseitig anzickten. Da war die Choreographie (Handschellen ja/nein, Fenster auf/ Fenster zu) wohl doch nicht so ganz gut einstudiert gewesen….
In der ganzen Scheiße war es großartig, die überwältigende Solidarität zu erfahren. Von spontan agierenden smash-mobs über den äußerst warmen Empfang für die Leute die aus der Gesa kamen, zu spontanem handwerklichen Einsatz am Haus, der das größte Chaos am Haus schnell eingedämmt hat. Einen ganz fetten herzlichen Dank an euch alle, ihr wart& seid großartig!!
Wir rufen alle Menschen auf, diesen Bullenterror nicht unbeantwortet zu lassen und den Angriff auf unsere Freiheit und unser Leben zurück zu schlagen.
Auch ein Frank Henkel wird uns hier nicht raus kriegen und auch er wird sich noch umgucken müssen!
Wir werden weiter kämpfen und weiter leben, sowie wir es für richtig halten!
Gegen Repression, Kapitalismus und all die andere Scheiße!
Bullenkongress und Urban-operation Kongress sabotieren!
R94 verteidigen!
30 Jan 2012
Nearly one year after the eviction of the neighbouring houseproject Liebig 14, our project Rigaer 94 and the squatbar Kadterschmiede got attacked by cops.
On 28th of January 2012, a demo against a police congress and the urban operations-conference in Berlin took place. At night there was an after-demo soliparty in Kadterschmiede which is located in Rigaer 94. Before the party had even started, the area was already swarming with cops. Soon the usual quarrel with the cops at our gate to the street began. It is not unusal that they try to get into the yard and cause some trouble. At first, they were held back by our outter gate as always. But then they tried to find other ways into the house, climbing over walls and sneaking through basements. They got through to the front door of Kadterschmiede and started to destroy it as well as the entrance door to the living space of Rigaer 94. At first they didn’t get very far because behind the doors there were barricades awayting them. Meanwhile they spayed tons of pepper and teargas into the house and emptied fire extinguishers into the stairs in front of Kadterschmiede. Some people were close to being suffocated.
The cops finally snuck through adjoining basements into Kadtschmiede and opened the barricades from the inside. They beat down and ran over the first people they met and threw some people down the stairs. They also broke into two flats of the living space of Rigaer 94, where they beat, pepper-sprayed and arrested many people. Some of the arrested ones had to stand outside in the bitter cold to await their transport to the police station for a long time. On their way in and out of the house they damaged doors, windows and many other things. The cops didn’t let any lawyers through to us and also most of the press had to stay well away from the scene.
In all this trouble and chaos, there was great solidarity form many people and places. Some other parties in Berlin that night were interrupeted and people mobilised to defend Rigaer 94 and Kadterschmiede. Many small groups of people were running around in the area causing trouble to the cops, smashing banks and starting fires. The cops were also partly obstructing themselves: they argued about how to carry out orders and tried to instruct each other on how to do their job – at least something to laugh for the arrested people in the house. We assume that the cops had planned and prepared this attack beforehand – they parked up in the side streets before the party had even started and knew the architecture and rat runs of the house very well – but from this point of view they acted rather stupid and could have done a lot more damage to us.
In the midst of all this crazy shit it was amazing to experience all the solidarity and support. Many thanks to the ones who took to the streets, who awaited us with hot soup and warm words when we were realsed from the police station and had already started fixing up the house when we returned. We call out to everyone to fight back against repression and keep fighting capitalism!
For a self-determined life and free-spaces!
Defend Rigaer 94!
4 Jan 2012
Vom 31.01.2012-02.02.2012 findet in Berlin die Urban-Operations-Conference statt. Diese internationale Zusammenkunft von Sicherheitsbehörden, hochrangigen Militärs, Rüstungs- und Technologieunternehmen und Lokalpolitiker_innen dient dem Austausch von Erfahrungen im Kampf gegen den großen bösen internationalen Terrorismus und der Aufstandsbekämpfung. Hier sollen Konzepte erarbeitet und neue Taktiken vorgestellt werden, die es dem Staat erlauben sein Gewaltmonopol gegen die Bevölkerung noch effektiver durchsetzten zu können. Dabei wird die stetige Verarmung der prekarisierten Menschen ebenso eine Rolle spielen, wie die damit einhergehende Gentrifizierung in den Städten. Denn eins ist klar: das zukünftige Konfliktfeld zwischen Staat und Bevölkerung sehen die Sicherheitsexpert_innen in den Städten.
Nicht ganz so militärisch, dafür wesentlich konkreter geht’s dann zwei Wochen später weiter. Am 14./15.02.2012 findet der Europäische Polizeikongress statt. Auch hier werden Vertreter_innen von Industrie, Schweinen und Politik aus ganz Europa zusammen kommen um gemeinsam zu überlegen, wie Repression ausgeweitet werden kann und sich vielleicht auch über unauffällige Foltermethoden austauschen. Beim Themenkomplex Überwachung wird vermutlich interessieren, wie die neuesten Nachrichten über Neonazi-Aktivitäten zur Umgehung der verhassten Datenschutzbestimmungen genutzt werden können.
All das immer im Hinblick darauf, dass sich die Unzufriedenheit der Menschen weiter verstärkt. Dass dieser Umstand aber nicht mit der Faulheit der HartzIV-Bezieher_innen oder der Langeweile von Vorstadtjugendlichen zu tun hat, wird dabei bewusst außer Acht gelassen. Eher wird versucht der schwindenden Machtakzeptanz in Europa durch Repression und Überwachung etwas entgegen zu setzten. So konnte sich noch nie ein Staat durch die Bevormundung „seiner“ Bevölkerung legitimieren. Statt dessen werden Trennungsgebote von Geheimdiensten und Polizei durch Homlandsecurity-Behörden bzw. Verfassungsschutz-Ämter übergangen. Diese Behörden vereinen, sowohl auf staatlicher wie auch auf EU-Ebene, Geheimdienste und Polizei in einem Exekutivorgan.
Der deutsche Verfassungsschutz macht es vor: vor allem im Bereich des sogenannten Extremismus mischt er sich in die Wissenschaft ein (ohne auf eine seriöse Forschung verweisen zu können) und gestaltet die Bedingungen aktiv mit, unter denen Personen dann strafrechtlich verfolgt werden und schließlich politisch motivierte richterliche Urteile zu spüren bekommen. So zuletzt geschehen in einem Prozess wegen Autobrandstiftung. Die umfassende Kriminalisierung antifaschistischer Arbeit hat sich der VS ebenfalls ins Hausaufgabenheft geschrieben. Und auch wenn keine polizeiliche Verfolgung angeordnet wird, so kommt die Nennung im Verfassungsschutz-Bericht einer Vorverurteilung gleich. Die Medien haben sich im Bezug auf mutmaßlich linksradikale Politik schon lange von einer Unschuldsvermutung verabschiedet. So ist es beispielsweise für die Politik ein Leichtes, die Räumung von Häusern wie der Liebig 14 zu legitimieren.
Geschickt lenken die Ämter für Verfassungsschutz davon ab, dass die selbst die eine oder andere Leiche im Keller haben. Enge Zusammenarbeit mit Geschichtsrevisionisten und Protagonisten der Neuen Rechten sind seit langem bekannt. Die Extremismusforschung dient als Schutzschild, um die eigenen Positionen unhinterfragt auszuweiten, ohne Gefahr zu laufen, selbst als rechtsextrem zu gelten. Was dabei herauskommt, lässt sich zur Zeit in den Medien verfolgen.
Auch der Fokus auf den sogenannten Ausländerextremismus trägt bestimmt nicht zu einer solidarischen Gesellschaft bei. Denn der Name sagt es schon: das Problem wird darin gesehen, dass Straftaten von Menschen ohne deutschen Pass begangen werden. Wären sie im Besitz dieses nationalen Fetzens, würden die Aktivitäten wohl in der allgemeinen Kriminalstatistik untergehen oder aber anderen “Extremismen” zugerechnet werden. Das Konstrukt des Ausländerextremismus begünstigt die Verstärkung der ohnehin vielfach in Deutschland vorhandenen rassistischen Ressentiments.
Deshalb und weil alle Bullen Schweine sind:
DEMO | SA. 28. Januar 2012 | 16:00 | Herrfurthplatz – Berlin Neukölln/ U 8 Boddinstraße
www.polizeikongress.tk
Urban-operations-conference (http://www.urban-operations-conference.com) 31.1.-2.2.2012
Europäischer Polizeikongress (http://www.european-police.eu) 14.02.-15.02.2012
21 Nov 2011
Hallo Demo und wie immer ein herzliches „Verpisst euch“ an die Zivischweine!!
Bevor wir auf die Situation hier vor Ort zu sprechen kommen, möchten die wir das Autonome Zentrum in Köln-Kalk grüßen und auch den dortigen Zivischweinen, Nationalist_innen und sonstigen hetzerischen Politier_innen ein “Verpisst euch” entgegenschleudern! Unsere Freunde und Genossinnen vom AZ stehen heute den Rechtspopulist_innnen und Rassist_innen von Pro Köln gegenüber, die für den 19. November zu einer Demo gegen das AZ sowie gegen „Linksextremisten und kriminelle Ausländer in Kalk“ aufgerufen haben. Von uns viel Kraft und Solidarität an das AZ in Köln!
Und was geht vor unserer eigenen Tür ab?
Als Hausbesetzter und Antifaschist hatte Silvio sich auch zu seiner Zeit schon mit den Problemen der Stadtumstrukturierung herumgeschlagen. Nach der Wende wurde versucht, einen tatsächlichen antifaschistischen Schutzraum zu schaffen und Nazis aus dem Kiez zu jagen. Aber schon damals waren die Pläne der Stadt eher finazorientiert.
Wir sind wütend über die zunehmende Verdrängung einkommenschwächerer Bewohner_innen in unserem Kiez. Wir sind es leid, immer mehr Nachbar_innen zu verlieren weil sie sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten können. Wir wollen keine glattgeleckten Straßen und klinischen Häuserfassaden, nur damit sich die ganzen Pseudoalternativen auf dem Weg von der Arbeit, vom Café oder von der Deutschen Bank nach Hause in die ausgebaute 180 m² Dachgeschosswohnung nicht beim Anblick der Verlierer_innen im kapitalistischen System ekeln müssen. Das nämlich ist schlecht für’s Geschäft. Ein bisschen Farbe ist zwar ganz anziehend und Punker sorgen für die „richtige Atmosphäre” aber beschmierte Fassaden und Sperrmüll am Straßenrand drücken auch die Mieten. Und darum geht es ja schließlich.
Genau so wenig, wie wir diesen Prozess stumm akzeptieren, lassen wir auch unseren Dorplatz nicht befrieden. Denn der Kampf um diese Stadt muss laut und unberechenbar sein! Von Leuten wie Heitmann, Gebauer, Keck, Thürsam, Kühne, Lippe und all den anderen Profiteur_innen der gewaltsamen Räumung unserer Freund_innen aus ihrem Wohnraum in der
Liebigstraße 14 lassen wir uns den Kiez nicht streitig machen! Wir werden nicht aktzeptieren, dass durch Beulker, Padovic und wie sie alle heißen, weiter alternative Lebensräume vernichtet und unsere Versuche, sich über die kapitalistische Logik hinaus kollektiv zu engagieren und zu wohnen, im Keim erstickt werden sollen!
Auch das polizeiliche Großaufgebot in den Straßen wird uns nicht aufhalten. Sie können nicht überall sein und es werden sich immer Menschen finden, die eine Lücke in dem Konstrukt aus staatlicher Überwachung und Bürgerwehren finden und die Prozesse der Gentrifizierung angreifen!
Sie denken, weil sie unseren Freund und Genossen Tobias in Gefangenschaft halten, können sie uns abschrecken. Ihnen geht es allein darum Ermittlungserfolge präsentieren zu können, koste es was es wolle. Die Problematik der Gentrifizierung wird dabei völlig ausgeblendet. Doch genau deshalb, weil der Staat versucht, mit aller Macht einen gesellschaftlichen Wandel hin zur hippen Partyyuppistadt für Turist_innen und gegen die Bedürfnisse des größten Teils der Bewohner_innen dieser Stadt durchzusetzen, müssen wir weiter kämpfen!
Freiheit für Tobias!
Knäste abschaffen!
Kampf der Gentrifizierung!
31 Okt 2011
Liebe Genoss_innen aus Frankfurt, liebe Freund_innen,
Vor ein paar Tagen erreichte uns die Nachricht von der Besetzung der Schumannstraße 60 in Frankfurt und deren gewaltsame Räumung durch die Polizei am gleichen Tag.
Diese Reaktion zeigt unserer Ansicht nach nicht nur die unbeschreibliche Ignoranz der politischen Verantwortlichen gegenüber den Bedürfnissen breiter Gesellschaftsschichten, sondern auch, dass die Eigentumsverhältnisse in unserem kapitalistischen System nicht zugunsten der Mehrheit der Menschen organisiert sind. Wo Menschen der Wohnraum verweigert wird, während Häuser leer stehen, da läuft etwas grundliegend falsch.
Nicht zuletzt unter dem Eindruck einer fortschreitenden Gentrifizierung der Innenstadt-Zentren über die Köpfe der betroffenen Menschen hinweg und der damit einhergehenden Verdrängung breiter Bevölkerungsschichten in die Vorstädte der Ballungszentren, halten wir die von euch gewählte Aktionsform der Aneignung von nicht-genutztem Wohnraum für legitim und solidarisieren uns mit eurem Anliegen.
Eure Rigaer Straße 94, Berlin
28 Okt 2011
Am 24.09.2011 wurde unser Freund und Genosse Tobi festgenommen. Tobi, der seit einiger Zeit als freier Fotograf arbeitete, wird zur Last gelegt, drei Karren aus dem Spektrum der Oberklasse in Mitte abgefackelt zu haben. Und wir kommen mal gleich zum Punkt: Das Ob, das Wie, das Warum – das ist uns scheißegal! Die Gefangenschaft ist ein Produkt einer repressiven und auf Dauerkonsum getrimmten Gesellschaft, in der der Staat dafür Sorge trägt, dass auch alles schön neoliberal und so frei wie möglich verwertet und aufgewertet werden kann.
Doch seit geraumer Zeit stört etwas den Hype um die Metropole als lukrativen Standort! Die Stadt soll ein Happeningplace für die Reichen und Schönen von überall her sein, die diese Stadt lieben lernen sollen und ihr Geld wohlwollend in sie hineinpumpen mögen, damit wir tolle neue Arbeitsplätze bekommen, beschissen bezahlt, flexibel strukturiert. Und das in Bereichen, wo wir so manchen Leuten vielleicht lieber vor die Füße kotzen würden als unser gutes Lächeln zum täglichen bösen Spiel aufzusetzen. Berlin ist eine Gala, nur irgendwer zündet ständig das Dekor an. Und kann die Security nicht mal bitte diese Verwahrlosten von den Fenstern verscheuchen? Danke! Über 600 Bullen für Brandstreifen. Das sind dreimal so viele wie für die U-Bahnschlägerhysterie gefordert wurden.
Das Zündeln nahm einst seinen Anfang als konkrete Zerstörung von Yuppiespielzeug (Luxusautos) und Firmen die mit Krieg, Castor und sonstiger Alltagsscheiße ihren Profit machen und erreichte zumindest einen Zweck: steigende Mieten sind seit Jahren Thema und werden nun nicht mehr ignoriert, sondern sogar aufgegriffen von denen die sie mitverschulden. Wir sind überzeugt, diese militanten Akte sind ein wichtiger Teil der Kampagne gegen die Gentrifizierung. Politiker_innen und vereinigte Pappnasen in den Medien mögen so oft sagen wie sie wollen, dass Gewalt (gegen Sachen) nichts bringt. Wenn sie sich ebenso darüber echauffieren würden, dass Menschen verdrängt werden weil sie sich die Miete nicht leisten können, darüber dass Alleinerziehende von Hartz IV ihre Kinder nicht versorgen können und Sarrazin ihnen sagt, sie sollen einfach drei Pullis im Winter tragen weil die Betriebskostenabrechnung schon letztes Jahr viel zu hoch war, dass Bullen Leuten einfach die Bude razzen, weil sie sich in der Verantwortung sahen, gegen Nazidreck vorzugehen – vielleicht kämen ihre Worte dann nicht so verlogen herüber.
Hier geht es nicht darum ob das Abfackeln von Autos sinnvoll ist, besonders wenn es Oma Inge’s Twingo oder Onkel Gömez Leasing-Transporter betrifft, deren Karren den Flammen zum Opfer fielen. Schließlich stecken sie zumeist in derselben Scheiße. Hier geht es um Wut. Um ‘ne ganze Menge Wut. Die Gentrifizierung ist eine solch gewaltige Welle, dass das eben Gewalt ist, wenn ihre Akteure durch die Arroganz ihrer finanziellen Macht uninteressiert sind an den Belangen der Menschen. Da kann nur Wut gepaart mit Worten, statt Worten ohne Wut etwas entgegensetzen. Ihnen ein unüberhörbares „Verpisst euch“ entgegen schleudern und sie ebenso die Steine der „Chaoten“ wie Handtaschen von rüstigen RentnerInnen fressen zu lassen, die in ihre sicheren Bürozimmer donnern. Es brennen also Autos…. das muss mensch nicht super finden, aber es muss auch kein Mensch in Schockstarre fallen, wenn immer mal wieder eine Luxuskarre brennt.
Unser Freund sitzt im Knast, der widerlichsten Institution dieser Gesellschaft, die uns suggerieren soll, von wie vielen bösen und furchtbaren Menschen wir doch umgeben seien. Die meisten sitzen wegen Delikten, die typisch sind für ein System das Armut, Diskriminierung und Nicht-Privilegierung schafft. Wenn wir an Tobi denken, können wir über diese Mär nur lachen, und in uns steigt die Wut, dass er dort sitzt, und wir hier – ohne ihn. Und dass die Scheiße weitergeht. Dass die Mieten steigen. Dass Mediaspree weitergeht. Dass Hochhäuser für Reiche in der Innenstadt geplant werden wie am Alex.
Für ein stadtweites Aufbegehren gegen Investor_innenschweine, Miethaie und der neureichen Selbstinszenierung der Yuppiehorden!
Freiheit für Tobias – Knäste? Mut zur Lücke!
Mehr Infos unter freiheitfuertobias.blogsport.de
4 Sep 2011
Solidarische Grüße von der anderen Seite der Spree!
Wir begrüßen eure Aktion. Lasst euch nicht unterkriegen und macht weiter!
Der Kampf muss weiter gehen kollektiv und entschlossen gegen Mieter_innenvertreibung und Kapitalismus!
Viva la Anarchia!
13 Aug 2011

Hoffest Rigaer 94 // 27.08. // 14 Uhr
21 Jahre haben wir schon gestemmt: das wollen wir feiern! Es erwartet euch ein rauschendes Hoffest mit Bingo, Glücksrad, Piñatas, Kinderbespaßung, Info-Ständen, Vöner von der legendären Brunch-Crew, Kuchen und Cocktails (ab 20 Uhr).
Bands: “We will fly” spielen leider nicht, dafür begrüßen wir “The Slates” (Hardcore), “Alex Arms” (Hardcore), “Nervous Nerds” (Hardcore), “Ingrid nachts kein Sekret” (Queer-Punk), “Vinny Bang Band” (Rockabilly Surf) und “Girls Girls Girls” (Rockabilly).
Los mit Musik geht’s mit den Rockabilly-Bands und Queer-Punk ab 17 Uhr im Garten, anschließend legt “Mut zur Lücke” Polit-Punk auf. Ab 22 Uhr in der Kadterschmiede Hardcore satt!
Danach Party in der Kadterschmiede mit DJ’ns Trashtante und Anachronism (Alltime Favourites) und einem special guest Hiphop-DJ. Soli für einen von Repression betroffenen Freund und Baukosten für’s Haus. Eintritt: Spende.
8 Jul 2011
Hallo Leute!
Und ein zorniges verpisst euch an die Zivischweine von gegenüber!
Heute sprechen wir mal in eigener Sache. Vor ein paar Tagen entdeckten wir in einigen Dachfenstern bei uns gegenüber in der Justus von Liebig Grundschule eine Installation der Bullen. Sie haben diverse Kameras und vermutlich Nachtsichttechnik angebracht und filmen unser Dach, einige Wohnräume und wahrscheinlich auch einige Wohnungen unserer NachbarInnen. Es kotzt uns an!
Dennoch ist uns auch klar dass es Repression mit sich bringt, sich eindeutig gegen diesen Scheiss-Staat zu positionieren. Davon lassen wir uns jedoch nicht einschüchtern und fordern den sofortigen Abzug der Überwachung von uns und unsere NachbarInnen. Der Versuch der Bullen zeigt, dass die Repressionsorgane in diesem Land willkürlich arbeiten und auch vor dem Schutz der Privatsphäre nicht halt machen. Sie verstecken sich in einer Grundschule, also in einer öffentlichen Einrichtung, um einen ganzen Wohnblock zu überwachen. Damit macht ihr euch in diesem Kiez sicher nicht mehr Freunde, die ihr hier ohnehin nicht habt.
Schon im Zuge der medialen Hetze im Vorfeld der Räumung der Liebig14 hatten diverse Medien wie die B.Z. und der Tagesspiegel versucht, die Eltern und Kinder als Druckmittel zu benutzen. Von “Terror” und “Angst” war die Rede. Kinder hätten Angst auf dem Schulweg und Eltern müssten ihre Kinder immer öfter persönlich abholen. Wir sehen dies immernoch als lächerlich an, denn wir wissen, dass die Kinder unserer NachbarInnen dort zur Schule gehen und wissen von deren Eltern, dass sie sich nicht von der Lebensweise in dieser Gegend bedroht fühlen. Wir können uns nicht vorstellen, dass die Kameras installiert wurden, ohne die Schulleitung zu informieren. Wir fordern daher den Schulleiter Wolfgang Waldeyer auf, dem Überwachungstreiben ein sofortiges Ende zu bereiten. Es ist nicht akzeptabel, dass wir und unsere NachbarInnen von Ihrem Gebäude aus observiert werden.
Machen wir uns nichts vor, es wird sicher weitere Kameras in der Umgebung geben, vielleicht auch in der einen oder anderen Privatwohnung, in Ritzen und dunkeln Ecken. Wir fordern euch alle auf, die Augen offen zu halten und Wachsam zu sein. Sucht nach weiteren Kameras und passt auf wenn Zivischweine in der Gegend rumschleichen und sich rumtreiben. Gebt uns bescheid und auch Anderen in eurer Umgebung.
Ausserdem wollen wir unserem Gegenüber eine Ansage machen: Wir lassen uns nicht einschüchtern, wir wissen das ihr Scheisse seid und werden uns unser Mundwerk nicht verbieten lassen und auch unser Handeln nicht einstellen. Wir sehen auch, dass euch genau das ein Dorn im Auge ist und deshalb werden wir tiefer bohren.
Eure noch zornigere Rigaer94
UPDATE +++ 08.07.2011 +++ UPDATE
Die Kameras wurden heute entfernt, nachdem wir erste Pressegespräche geführt haben. Vermutlich ist die Firma Horch und Guck sich über die rechtliche Situation ihrer Maaßnahmen nicht ganz so sicher. Wir haben die Kameras und den vermeintlichen Nachtsichtscheinwerfer jedoch für euch dokumentiert:
Kameras 1
Kameras 2
Nachtsichtscheinwerfer
Indy Artikel:
http://linksunten.indymedia.org/de/node/42743
http://de.indymedia.org/2011/07/311409.shtml
Reaktionen:
09.07.2011 – TAZ – Polizei späht Liebig Nachbarn aus
09.07.2011 – Tagesspiegel – Polizei stoppt nach Enttarnung Videoüberwachung der Liebigstrasse
10.07.2011 – Berliner Morgenpost – Polizei überwacht Liebigstra§e von Schuldach aus
10.07.2011 – BZ – Polizei überwachte Liebig 14 mit Kamera
10.06.2011 – TAZ – Polizei unter Druck
11.06.2011 – Neues Deutschland – Polizei filmte die Liebig 14
11.06.2011 – Berliner Zeitung – Polizei filmte heimlich – Liebigstrasse überwacht
15.07.2011 – TAZ – GEHEIME VIDEOÜBERWACHUNG
Die Polizei muss jetzt alles offenlegen