Archiv September, 2017

Neues zum Hoffest

Ab 13:00 Uhr veganer Brunch

15:00 Diskussion über Verdrängung im Kiez und was wir gegen Mieterhöhungen & Co tun können

17:30 Musik: Geigerzähler [http://geigerzaehler.blogsport.de/]http://geigerzaehler.blogsport.de/]

18:30 Musik: Inspektor Lars (Rap)

20:00 Bingo!

Graffiti Wand & Workshop

Ausstellung: 27 Jahre Rigaer 94

Film: “Wenn Räumung dann Beule” & andere kurze Filme

Umsonst – Stand

Workshop “Schloss öffnen leicht gemacht”

Zuckerwatte

Kalabalik [Anarchistische Bücherei aus Xberg]

Gefangenenschreiben

Abends gibt’s Vokü

Feuertonne

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  • Kategorie: Statements
  • Diesen Oktober feiern wir den zweiten Geburtstag des Gefahrengebietes. Trotz massenhafter Kontrollen, Übergriffen, Razzien, der Räumung der Kadterschmiede und andauernden temporären Ausgangssperren und Kontrollpunkten der staatlichen Schlägertruppe sind wir immer noch da, ein Dorn im Auge von Recht und Ordnung. Denn die Geschichte des Gefahrengebietes ist auch eine der Solidarität, der Wut und des gemeinsamen Widerstandes gegen Gentrifizierung und Bullenterror.

    Gefährdet sind wir trotz alledem: Geisel will unsere Türen klauen und die degewo vermeintlich das Haus kaufen, um es unter staatliche Kontrolle bringen zu können. Nicht weit entfernt vom Dorfplatz arbeiten die CG-Gruppe und KW-Development an Verdrängung und Gentrifizierung im Kiez.

    Die Rigaer 94 sind dabei nicht nur wir, die wir hier wohnen, sondern all jene, die sich mit unseren Ideen identifizieren, dafür einstehen und kämpfen. Deswegen laden wir euch, alle Freund*innen des Hauses, am 1.10. dazu ein, hier im rebellischen Nordkiez, mit uns zusammen zu schlemmen, Broschüren durchzublättern, vielleicht einen Workshop zu besuchen, die Köpfe zusammen zu stecken und sich bei Musik die Hände an der Feuertonne zu wärmen.

    Ab 13 Uhr startet der vegane Brunch in der Kadterschmiede. Alles weitere an Programm werden wir in den nächsten Tagen noch hier veröffentlichen. Checkt das aus oder kommt einfach vorbei, wir freuen uns auf euch.

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  • Kategorie: Statements
  • In Exarchia fand am Samstag, den 23.09. eine Kiezdemo von Anwohner*innen statt, nicht nur gegen die aktuelle Polizeigewalt sondern auch gegen den dauerhaften Zustand staatlichen Terrors.

    Die Aktion wurde Spontan ins Leben gerufen, nach dem bislang ungeklärten Vorfall vom vergangenen Samstag, als ein 16 jähriger in Exarchia unversehrt in die Hände der Polizei geriet und kurz darauf schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

    Leider solidarisierten sich im Viertel nicht alle. Während ungefähr 300 Menschen an der Demo teilnahmen und andere ihre Sympathie bekundeten, verhielt sich das Publikum der Erlebnisgastronomie teilweise apathisch, einige politischen Zusammenhänge standen mit versteinerten Gesichtern vor ihren Treffpunkten und drückte damit ihren Wunsch nach einem befriedetem Kiez aus.

    Trotzdem geriet die Demo, die aus vielen vermummten Gruppen, Jugendlichen, Refugees und einigen älteren Leuten bestand, schnell mit dem uniformierten Abfall* aneinander, gleichzeitig wurden die Polizeistation und der polizeiliche Belagerungsring um Exarchia an anderen Stellen angegriffen. Die Bullen gingen schneller als üblich zur chemischen Kriegsführung über und wie so oft standen einige Straßenzüge in Flammen. Sieben Menschen wurden kurzfristig festgenommen aber wieder frei gelassen.

    Sollte es der Regierung gelingen das Viertel zu befrieden und gleichzeitig für eine wirtschaftliche Konsolidierung zu sorgen, wird die Gentrifizierung mit voller Wucht herein brechen. Ein bestimmtes Publikum findet es jetzt schon schick in der Atmosphäre häufiger Krawalle zu speisen.

    Die Gewalt der Repressionskräfte richtet sich in Athen nicht nur gegen politische Gegner des Regimes, sondern kommt immer auch als rassistische Säuberung von Plätzen daher. Zwei Tage nach den ungeklärten Verletzungen des 16 jährigen waren zufällig Zeugen dabei, als uniformierter Abfall der Omonia Wache einen Straßenmusiker aus Guinea auf dem zentralen Monastiraki Platz überfiel und mißhandelte. Auch dieser war bereits gefesselt als ihn Schläge der Bullen trafen.

    Quelle: https://de.indymedia.org/node/14054

    *uniformierter Abfall: sich ausbreitende Bezeichnung für die Polizei

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  • Kategorie: Kontext, Weltweit
  • Gewöhnen wir uns an den Ausnahmezustand!?

    In Frankreich wird das Notstandsgesetz seit mehr als einem Jahr gegen die Proteste gegen die Arbeitsmarktreform eingesetzt. Demonstrationsverbote, hochgerüstete Bullen, unendliche polizeiliche Befugnisse und tödliche Vorfälle gehören mittlerweile zum Alltag.

    Bei uns in Friedrichshain feiern wir Anfang Oktober bald den zweiten Geburtstag des Gefahrengebietes. Auch hier haben die Bullen freie Hand für Kontrollen, Übergriffe, Hausdurchsuchungen und temporäre Ausgangssperren.

    Aus Leipzig erreichten uns kürzlich die Nachrichten, dass eine mit Maschinenpistolen bewaffnete Anti-Terroreinheit jetzt am Connewitzer Kreuz stationiert wurde. Das Kreuz ist ein zentraler Platz im rebellischen und stark antifaschistisch geprägten Stadtteil. Vorgeschobener Grund für die Stationierung der Einheit ist eine umkämpfte Wand, an der das Graffiti NO COPS – NO NAZIS steht. Die Bullen haben schon mehrfach das NO COPS übermalt und wollen den Stadtteil jetzt terrorisieren, um das widerständige Milieu zu unterdrücken. Nach den SEK-Einsätzen gegen die Riots in Hamburg, die Besetzung der Alten Teppichfabrik in Berlin Alt-Stralau und bei diversen anderen kleinen Gelegenheiten, ist die Botschaft klar: der Staat ist bereit, unsere Kämpfe blutig zu unterdrücken.

    Nutzen wir die Gelegenheit, dass der Staat sein wahres Gesicht zeigt um die Wut gegen ihn zu entflammen! Statt Einschüchterung werden die Bullen entschlossenen Widerstand ernten! Jedes Herz ist ein Gefahrengebiet!

    https://de.indymedia.org/node/13964

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  • Kategorie: Kontext, Weltweit
  • Hallo

    Am Freitag und Samstag fanden bei uns den ganzen Tag über selbstorganisierte Dachdeckarbeiten statt, um das Haus winterfest zu machen. Irgend ein Trottel muss wohl die Bullen gerufen haben; jedenfalls haben diese am Freitag erfolglos versucht, von den gegenüberliegenden Häusern aus unsere Dacharbeiten videographisch zu dokumentieren. Samstag dann kam der Heli, um ein paar tiefe Runden überm Block zu drehen – sicherlich um der Einsatzleitung ein paar hübsche Luftbilder zu übermitteln.

    Dieser Vorfall ist exemplarisch geworden für den Umgang mit der Rigaer94. Wir bleiben derzeit selten unerwähnt, wenn in den Medien die tägliche Hatz gegen Extremismus betrieben wird. Ein paar Ereignisse in den letzten zwei Jahren haben dazu geführt, dass wir zum linksextremistischen Zentrum erklärt wurden. Auch dass wir an einem heißen Wochenenden eine kleine Vorschau zum G20 vor unserer Haustüre hatten, spielt eine Rolle in dem ganzen Chaos.

    Eine kürzlich veröffentlichte Statistik weist uns trotz allem als das zweit-ungefährlichste Gefahrengebiet Berlins aus. Dass die Bullen ihren eigenen Statistiken mißtrauen oder wider jeder Vermutung doch einen politischen Auftrag haben, zeigt sich daran, dass kein anderes Gefahrengebiet eine so hohe Dichte an staatlichen Müllsäcken aufweist. Besonders in den Abendstunden sind die Hundertschaften präsent – mit den entsprechenden Begleiterscheinungen. Z.B.: auch zwei Kinder aus der Rigaer94 haben jetzt Post bekommen, wegen Beleidigung.

    Ansonsten gehts ganz gut. Wenn ihr in den letzten Wochen wenig von uns im Internet gelesen habt, dann hat das zwei Gründe:

    -wir hatten technische Probleme beziehungsweise Angriffe auf dieser Website und dem Twitter-Account

    -die Rolle von linksunten.indymedia.org als unser zentrales Organ und Kommunikationsmittel wurde von staatlicher Seite modifiziert

    Die Chance, die sich daraus ergibt, ist ganz konkret: wir dezentralisieren Informationskanäle und intensivieren die Kommunikation. Deswegen ist der Plan auch, diese Website so wie Druckerzeugnisse besser und mehr zu nutzen. Erste Schritte sind schon getan, weswegen ihr in hoffentlich allen renommierten Infoläden nicht nur in Berlin unsere neuen Plakate findet. Wir freuen uns über Unterstützung bei der Verbreitung.

    Es gibt viel zu tun nach dem erfolgreichen G20-Gipfel. Außerdem ist das Haus nach wie vor gefährdet. Der Innensenator Geisel hat angekündigt, unsere Türen klauen zu wollen um mehr Kontrolle über das Haus zu erlangen. Aktuell verhandelt die staatliche Wohnbaugesellschaft degewo angeblich mit dem Hauseigentümer darüber, das Haus zu kaufen oder unter ihre Verwaltung zu bringen. Die Lafone Investments Limited hat unterdessen einen neuen Direktor: Mark Robert Burton, der immerhin vier dieser Briefkastenfirmen in einem Raum im Consett Business Park führt.

    Für uns ist trotz dieser Machtspielchen ganz klar, wem das Haus gehört: denen, die es brauchen und nicht denen, die es kaputt oder zu Geld machen wollen! Für interessierte Leute und Freund_innen des Hauses veranstalten wir deswegen am 1. Oktober ein Hoffest mit kulturellen und politischen Veranstaltungen. Mehr dazu bald. Kommt vorbei!

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  • Kategorie: Statements
  • Vor bald drei Jahren kam Andreas zu uns. Er war von seiner langjährigen Gefangenschaft geprägt und fand bei uns nicht nur Unterschlupf sondern auch Freunde. Wir haben Andreas‘ erste Schritte außerhalb der Knastmauern miterlebt. Von Freiheit wollen wir nicht reden. Wer einmal gesehen hat, wie langjährige Haft die Menschen zurichtet, eine tiefe Angst vor engen sozialen Bindungen erzeugt, gar eine Angst vor der so genannten Freiheit, dem wird der Begriff relativ. Zumal die Gesellschaft draußen alles dafür zu geben scheint, dem Wort Freiheit den Sinn zu rauben.

    Es war schön zu sehen wie sich Andreas Stück für Stück die Freiheit wieder erkämpft hat. Er zog bald aus der Rigaer94 aus und nahm gemeinsam mit seiner jetzigen Lebensgefährtin das Leben wieder in die eigenen Hände. Bald zog es ihn nach Süd-Italien, dort wo Europa nicht existiert. Als er die Mittel dafür zusammen hatte, machte er sein Versprechen wahr und kehrte der deutschen Gesellschaft, die wohl nie sein zu Hause war für immer den Rücken.

    Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Er kam zwar gut mit seiner Partnerin an und sie richteten sich in der Nähe einer Kleinstadt 50 Kilometer nördlich von Neapel häuslich ein. Doch ein Streit mit dem Besitzer einer Tankstelle, für den er gearbeitet hatte endete unglücklich.

    Seine Gefährtin beschreibt den Vorfall als Notwehr mit Todesfolge. Die Überwachungsvideos der Tankstelle scheinen das zu bestätigen. Denn nach dem er festgenommen und eingekerkert wurde hat ein italienisches Untersuchungsgericht ihn entlassen und unter Hausarrest gestellt.

    Die Zeit in Untersuchungshaft war bis zu dieser Gerichtsentscheidung die Hölle. Ein Teil der Familie des Verstorbenen hatte eine Hetzkampagne gegen Andreas und seine Gefährtin gestartet. In sozialen Netzwerken wurde Andreas als kaltblütiger Mörder dargestellt, der die Tankstelle ausrauben wollte. Bis in die lokalen Medien reichte die Forderung nach Blut-Rache. Seine Gefährtin erhielt Todesdrohungen und Andreas durchlebte eine Tortur, da im Knast einige Familienmitglieder des Verstorbenen als Schließer arbeiten. Er wurde täglich verprügelt und mit dem Tode bedroht.

    Die Gerichtsentscheidung zum Hausarrest setzte dem ein vorläufiges Ende. Doch der Hausarrest war nur scheinbar eine Erleichterung. Zu permanenten unangekündigten – auch nächtlichen – Razzien der Polizei kam der Hass aus Teilen der Bevölkerung. Durch die Haftverschonung angestachelt mobilisierten die Feinde Andreas‘ zunehmend. Die Rede war von einem vollständigen Vertrauensverlust in die Justiz, die kriminelle Ausländer bevorzugen würde. Mit einem Lynchmob war zu rechnen. Mit der italienischen Polizei natürlich nicht.

    So entschloss sich Andreas dazu, unterzutauchen. Auch seine Partnerin verließ Italien. Wir haben mit ihr gesprochen und die sozialen Medien verfolgt. Wir unterstützten die Auffassung von Andreas und seiner Partnerin, dass das Gerichtsverfahren in Italien unter starkem Druck der aufgehetzten Öffentlichkeit steht. Selbst wenn es in höheren Instanzen zu einer Wahrheitsfindung käme, so würde dies jahrelange Untersuchungshaft unter den beschriebenen Bedingungen bedeuten. Das würde nach Aussage von Andreas seinen Tod bedeuten, und sei es weil er des Lebens dann müde wäre.

    Nun aber wurde Andreas Anfang August in Sachsen-Anhalt von einem MEK festgenommen. Zunächst kam er in Strafhaft wegen Fahrens ohne Führerschein. Der eigentliche Grund dafür, dass ein Zielfahndungskommando ihm aufspürte ist aber, dass Andreas nach Italien ausgeliefert werden soll. Vor wenigen Tagen erhielt er einen Gerichtsbeschluss, dass er in Abschiebehaft kommt. Ohne anwaltlichen Beistand wurde er bereits zu seiner Auslieferung „angehört“. Er verweigerte jedoch jegliche Kooperation und konnte so das Verfahren verzögern.

    Wir gehen aber nach wie vor davon aus, dass Andreas ausgeliefert werden soll. Es steht auch im Raum, das er „nur“ zum Verfahren nach Italien gebracht wird und die Haftstrafe in Deutschland absitzen muss. Die von der italienischen Staatsanwaltschaft geforderte Strafe beträgt wohl 21 Jahre. Und nicht zu vergessen: Verfahren sind in Italien oft eine langjährige Angelegenheit ,insbesondere bei Berufung.

    Da wir nicht wissen, was der deutsche Staat mit seinen rebellischen Gefangenen Andreas Krebs vor hat, ist es dringend nötig, Hilfe zu leisten. Eine Abschiebung wäre Andreas‘ Todesurteil. Macht seinen Fall öffentlich und baut Druck bei den Justizbehörden auf, dass sie ihn nicht abschieben.

    Der Familie des Verstorbenen, die die Entwicklung verfolgt, sei versichert, dass der Tod von Massimo und die Tatsache, dass zwei Kinder ohne Vater aufwachsen müssen, Andreas und auch seiner Gefährtin tiefen Schmerz bereitet. Es wird Massimo nicht rächen, wenn ein weiterer Mensch zum Opfer dieser Auseinandersetzung wird. Die Justiz wird niemals Gerechtigkeit herstellen! Im Gegenteil: sie hat einen Teil von Andreas bereits auf dem Gewissen!

    Freiheit und Glück für die Hinterbliebenen!

    Freiheit und Glück für Andreas Krebs und seine Gefährtin, die mit Würde diese dunkle Zeit durchsteht!

    Gegen alle Knäste und die Gesellschaft die sie benötigt!

     

    Andreas Krebs ist kontaktierbar in der

    Justizvollzugsanstalt Volkstedt
    Am Sandberg 11
    06295 Lutherstadt Eisleben

    Seine Lebensgefährtin hat einen offenen Brief geschrieben, zu lesen auf
    http://www.abc-wien.net/?p=3921

    Plakat von der Solikampagne während der letzten Inhaftierung von Andreas Krebs.

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