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Archiv ‘Statements’ Kategorie

 

Der 8.März ist dieses Jahr das erste mal ein offizieller Feiertag in Berlin. Die Methode sich ein ursprünglich radikal-politisches Ereignis anzueignen und in einen sogenannten “Feiertag” zu verpacken, ist nichts Neues. Wir kennen sie bereits vom 1. Mai. Gerade deshalb sollten wir nicht vergessen welche Geschichte mit diesem Tag verbunden ist.
Wegen der unzumutbaren Arbeits- und Lebensbedingungen in den USA des beginnenden 20. Jahrhunderts hatten Frauen begonnen sich zusammen zu schließen. Sozialistische Arbeiterinnen in den Textilfabriken trieben die Organisierung voran und begannen einen Streik. Die Idee eines Frauenkampftages wurde daraufhin 1910 auf der zweiten sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen aufgegriffen. Nach dem Beispiel der Arbeiterinnen in den USA beschlossen 98 Frauen* diverser kultureller und geographischer Hintergründe, künftig jährlich einen Frauentag mit internationalistischem Charakter abzuhalten. Der Tag sollte die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit auf die Forderungen der Frauen* lenken.
Das Erstreiten des Frauenwahlrechts innerhalb Deutschlands jährt sich dieses Jahr zum hundertsten Mal. 100 Jahre Wahlrecht auch für Frauen* – ein Grund zum Feiern?
Einiges hat sich seither verändert, doch Gründe zum Feiern gibt es leider nach wie vor zu wenige.
Das Patriarchat ist gesellschaftlich tief verwurzelt und Sexismus ist ein wesentlicher Baustein der kapitalistischen Gesellschaft.
Wir sind weit von der Überwindung des Patriarchats entfernt und der Weg dahin ist ein täglicher Kampf. Reformen, die teils schwer erkämpft wurden und werden, führen oftmals nur dazu, dass Machtstrukturen nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden.

Reproduktionsarbeit ist weiblich konnotiert und unbezahlt. Noch immer steht sexuelle und körperliche Selbstbestimmung der binären Normierung von Mann und Frau gegenüber. Noch immer sind Frauen* und LGBTIQ* besonderen Gewaltverhältnissen ausgesetzt. Um diesen Herrschaftsverhältnissen etwas entgegenzusetzten kann es nicht um die Forderungen nach mehr gesetzlichen Rechten gehen, die an diesen Staat gerichtet werden. Es braucht Rebellion fernab von staatlichen Kategorien wie legal und illegal, die sich nicht nach einiger Zeit durch sozialdemokratische Einbindung befrieden lässt.

Der Kampf gegen das Patriarchat heisst für uns auch die Überwindung von Staat und Kapitalismus.

In diesem Sinne muss Feminismus als übergreifender Kampf um Freiheit gedacht werden und nicht, wie immer noch, auch in Teilen der linken Szene, als Teilbereichskampf um die Rechte von Frauen.

Durch unsere Sozialisation ist Sexismus und das Konstrukt männlicher Herrschaft tief verwurzelt in unserem alltäglichen Handeln.
Auch “unsere Szene” schafft es nicht, zu verhindern, dass FLTI* Personen sich immer wieder abwenden, weil sie ihre Energien im Kampf gegen Verhaltensweisen, die klar unseren Ideen widersprechen, alleine verschwenden mussten. Immer wieder stoßen FLTI* Personen an die Grenze ihrer Belastbarkeit, wenn sie mit der Dominanz von Machos, misogynem und sexistischem Kackverhalten konfrontiert werden.
Oft genug verstecken sich (vor allem) cis-männliche und männlich sozialisierte Menschen dahinter, mit einem anklagenden Zeigefinger auf einzelne, grenzüberschreitende Personen zu zeigen, als wären Sexismus und Patriarchat individuelle Probleme, ein Übel, das nur Einzelne mit sich tragen und damit der angestrebten Emanzipation im Wege stehen. Sie erklären sich anschließend solidarisch mit der* Betroffenen, doch der Anstoß zur weiteren Auseinandersetzung wird doch wieder von den betroffenen Menschen gegeben.
Für uns kann es statt dessen nur um eine stetige Auseinandersetzung, selbstkritische Reflektion und das Hinterfragen der eigenen Privilegien gehen: Das heißt offen sein für Kritik an sich selbst, aber auch den Mut aufzubringen in den eigenen Strukturen und Freund*innenkreisen Kritik anzusprechen und bereit zu sein, die erlernten Umgangsweisen zu überwinden.

Wenn wir von widerständigen Kiezen und bullenfreien Gebieten sprechen, dann heißt das unbedingt auch, nachbarschaftliche Unterschützungsstrukturen und feministischen Selbstschutz aufzubauen. Nur wenn es zugängliche selbstorganisierte Strukturen gibt können wir Menschen in Bedrängnis anbieten, dass sie ihre Konflikte selbst oder mit Hilfe dieser Strukturen lösen können statt auf institutionalisierte Machtstrukturen zurückzugreifen.
Für diesen Kampf braucht es auch Räume in denen sich FLTI* Personen austauschen, ausprobieren und organisieren können. Ein solcher Raum ist auch die Liebig34, die im Moment akut räumungsbedroht ist. Die Liebig 34 zeigt einmal mehr, dass wir unsere Kämpfe nicht getrennt von einander sehen können. Räume, die der kapitalistischen Verwertungslogik entgegen stehen und sich offen gegen patriarchale Strukturen stellen, sind ein Dorn im Auge des Staates und genau deswegen umso mehr zu verteidigen. Wir sollten diesen Angriff auf unsere Strukturen als Chance begreifen, unseren Kampf als ein Ganzes zu sehen, um unsere Strukturen zu verbinden und auszubauen.

Also heißt es für uns, am 8. März und jeden Tag Feminismus in die Strassen tragen!

Die FLTI* Demo zum Frauenkampftag fängt dieses Jahr in Lichtenberg an, ein Zeichen für die, die nicht mit uns auf der Straße sein können, die von Demos und Solidarität gegen Patriarchat und Sexismus sonst nur über Radio, Fernseher oder aus Briefen erfahren würden. Wir wollen für die Gefangenen der Frauen-JVA laut werden, denn sie sind von Sexismus betroffen und leiden unter den Regeln und Gesetzen des Patriarchats: krasse soziale Isolation, die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft, Unsichtbarkeit, sexistische und sexualisierte Angriffe von Schliesser*Innen oder Mitgefangenen.

Solidarität mit denen, die mutig und unermüdbar drinnen kämpfen!

Freiheit für alle! Nieder mit den Knästen und Fremdbestimmung!

Feuer und Flamme dem Patriarchat!

Feminism is a Call to Arms!

R94

  • Comments Off on Der 8.März – Feiern oder Kämpfen?
  • Kategorie: Statements
  • Es mehren sich Anzeichen, dass es im Nordkiez zu einem Großeinsatz kommen wird. Am Freitag Morgen kam es zu einem Pseudoeinsatz aufgrund alter Transparente, nachdem am Donnerstag um 4:00 Uhr morgens einer starken Bullenaktivität mit einer Mobilisierung begegnet wurde.

    Freitag früh gegen 09:00 Uhr verschafften sich die Bullen mittels einer Drehleiter und Amtshilfe der Feuerwehr Zugang zu einem Balkon im dritten Stock des Vorderhauses der Rigaer94. Abgesichert von zwei bereitstehenden Wannen wurde ein Transparent mit der Aufschrift “Erdogan vertreiben-Liebig34 verteidigen“ entfernt, das sich seit mindestens fünf Monaten dort befand. Federführend bei der Aktion, welche nur ein paar Minuten andauerte, waren Beamte die bei fast allen größeren Einsätzen und Angriffen in und auf die Rigaer94 zugegen waren, so zum Beispiel der ranghohe Bulle Pluschke (Bild 1) vom Abschnitt 51.

    Dass die Bullen Transparente von unserem Haus entfernen ist nichts Neues. Dennoch sollte die Maßnahme zum einen im Kontext zu den dauerhaften Repressionen gegen Kurdische Linke, die Kurdische Freiheitsbewegung und Menschen, die sich mit dieser solidarisch erklären, betrachtet werden. Die jüngst erlassenen Verbote des Mezopotamien Verlags und der MIR Multimedia GmbH durch Horst Seehofer sprechen eine deutliche Sprache des deutschen Staates als treue und willige Vollstrecker*innen des türkischen Faschismus. Zum Anderen wirkte das Entfernen des Transparentes eher wie eine „spontane Aktion“ und eine Art „Antwort“ auf die Ereignisse der letzten Tage, da paradoxer Weise eine Fahne der YPG hängen gelassen wurde.

    In den vergangenen Tagen häuften sich die Meldungen über einen eventuell bevorstehenden Angriff gegen unsere Nachbarin, die Liebig34, welche aktuell gegen ihre drohende Räumung kämpft. Für das Szenario des Angriffs sprachen sowohl die erhöhte Präsenz von in Zivil agierenden Bullen, die vermehrt vor dem Haus und in der unmittelbaren Umgebung, jeweils in den frühen Morgenstunden, festgestellt wurden und der häufige Einsatz eines Bullenhelikopters in den vergangenen Wochen. Hinzu kamen mehrere Informationen aus dritter Hand über ein Hilfeersuchen der Firma Dr. House Solutions bei den Bullen, um das Haus „begehen“ zu können. Die Liebig34 veröffentlichte bereits in den vergangenen Monaten Texte zur aktuellen Situation ihres Kampfes und dem Agieren des „Eigentümers“ Padovicz, welches etwaige Razzien zu (Identitäts)Feststellungen dort lebender Personen denkbar macht. Um für den Fall des Falles gewappnet zu sein, wurde Schutz vor der Rigaer94, der Liebig34 und an anderen Punkten des Kiezes organisiert.

    In den letzten Wochen war die Präsenz des Staates vergleichbar marginal bis kaum seh- und spürbar. Ob und inwieweit dieser Einsatz mit etwaigen, geplanten Maßnahmen gegen Strukturen im Kiez zusammen hing und dieser durch die Präsenz der Anwesenden eventuell gestört wurden, können wir zu diesem Zeitpunkt nicht konkret bejahen oder verneinen.

    Anis Amri und der Hauptfeind Rigaer94

    Aus den vergangen Jahren wissen wir jedoch, dass in diesem Kiez sehr selten etwas „zufällig“ passiert – insbesondere wenn es mit Maßnahmen des Staates zusammenhängt. Mit Hinblick auf die drohende Räumung der Liebig34, welche auch maßgeblich Einfluss auf die Zukunft des Kiezes und der R94 in seiner jetzigen Form haben wird und der kommenden Gerichtsverhandlung zur Räumung der „Kadterschmiede“ am 13.06. werden auch die Aktivitäten der Bullen, insbesondere der Beamt*innen des Staatsschutzes wieder und weiter ansteigen. Zu welchen Mitteln diese/r greift, wenn es um die zu bekämpfenden Projekte geht, haben wir in den letzten Jahren deutlich aufgezeigt bekommen. Sei es durch die Verschickung von Drohbriefen oder durch Razzien mit dem Einsatz von Kriegswaffen.

    Wie weit der fanatische Hass deutscher Innenbehörden, deren Untergebenen und freiwilligen Zuträger*innen auf „Linke“ reicht und welche Konsequenzen dieser mit sich bringt, wird nun im Untersuchungsausschuss Anis Amri deutlich sichtbar. Waren es doch Beamte des Berliner LKA 5 die den Antrag auf eine Verlagerung der Observation von Anis Amri im Sommer 2016 beantragten um fortan für die Ausspionierung unliebsamer Personen aus der Rigaer und deren Umfeld eingesetzt zu werden.

    Die jüngsten Veröffentlichungen zur Abschiebung eines mutmaßlichen Mittäters Amris durch deutsche Sicherheitsbehörden, um ihn so vor der Verhaftung in Deutschland zu schützen, zeichnen das Bild einer sehr komplexen Geschichte. Die Rigaer94 ist zum Teil dieser Geschichte gemacht worden. So erklärte der damalige Berliner Innensenator Frank Henkel im Juni 2016 die Rigaer94 zur Chefsache, was unter anderem eine dreiwöchige Belagerung unserer Wohn- und Veranstaltungsräume zur Folge hatte. Es scheint, als hätte die Priorisierung unserer Strukturen rückblickend eine Bedeutung an dem Verlauf des komplexes rund um den Breitscheidplatz genommen, aber ganz so einfach wollen wir dieses Thema nicht beenden. Es ist nicht verwunderlich, dass wir Teil dieses Komplexes wurden, da wir im Sinne des Staatsschutzes Staatsfeind*innen und Gefährder sind.

    Mit den neuen Polizeigesetzen hat vor allem das Konstrukt des Gefährders eine bedeutende Rolle in der Polizeiarbeit eingenommen. Unter dem Deckmantel der Prävention werden Analysen von Menschen erstellt, die allein die Bullen konstruieren, die aber weitreichende Folgen für die Betroffenen haben. Wir wollen nicht darüber spekulieren, ob sich durch die Priorisierung eines Gefährders zu anderen Gefährdern etwas an dem Ausgang des Geschehens am Breitscheidplatz geändert hätte, noch sollten wir uns der Logik unterwerfen, dass Anschläge durch die Repression der Behörden verhindert werden können. Sicher sind wir uns jedoch, dass solche Vorfälle für die Verschärfung der Polizeigesetze und der darauf folgenden noch stärkeren Militarisierung der Repressionsbehörden genutzt werden.

    Für unseren Kampf ergeben sich aus den jüngsten Entwicklungen zwei wesentliche Herausforderungen. Direkt müssen wir uns gemeinsam der Gefahr für die Liebig34 stellen und uns in den nächsten Tagen darauf vorbereiten, dass es zu einem martialischen Einsatz gegen den queer-feministischen Schutzraum kommen kann. Von direkter Gegenwehr bis zu demonstrativen oder dezentralen Aktionen ist alles in Erwägung zu ziehen. Auch ist berlinweit damit zu rechnen, dass der Staatsschutz aus seiner Lage der Bedrängnis heraus zu treten versucht, indem er angreift.

    Längerfristig müssen wir daher am Ball bleiben und die Erkenntnisse über den Staatsschutz und die Rolle der Polizei in der Gesellschaft verfestigen. Die mittelfristige Zielrichtung ist die Bekämpfung der gesellschaftlichen Legitimierung der Herrschenden und letztendlich die Staatskrise.

    Prozess am 1. März

    Unter anderem in diesem Kontext steht die Klage des Vereins „Freunde der Kadterschmiede e.V.“ gegen die Räumung und dreiwöchige Belagerung des Hauses im Sommer 2016, die am 1. März1 vor dem Verwaltungsgericht Berlin in einem 1. Prozesstermin verhandelt wird. An diesem Termin wird sich erst einmal zeigen, ob das Gericht die Klage für ein umfassendes Verfahren zulassen oder aufgrund des politischen Drucks die Strukturen, die erst zur Räumung, schlussendlich aber zum Desaster für die Bullen und Politik, geführt haben, doch lieber im Dunkeln lassen wird.

    Wir vertrauen auf die Kraft der Straße und all derjenigen, die mit uns die Unerträglichkeit der kapitalistischen Zustände erkennen und bekämpfen.

    Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen und Verletzten des Anschlags am Breitscheidplatz. Ebenso gedenken wir denjenigen, die im Kampf gegen die Schlächter des selbsternannten Islamischen Staates, zu denen sich auch Anis Amri zählte, ihr Leben ließen.

    Euer Vorder- und Hinterhaus der Rigaer94


    1 – 10:00 Uhr // Verwaltungsgericht Berlin, Kirchstraße 7, 10557 Berlin

  • Comments Off on Rigaer94: Erdogan, Anis Amri, die Ereignisse der letzten Tage und der Prozess am 1. März
  • Kategorie: Statements
  • Einige der Betroffenen der Drohbriefe veröffentlichten auf indymedia dieses Statement:

    In Sachen Drohbriefe gegen unsere Strukturen gibt es einige neue Informationen. Wie der RBB ausführlich berichtet, wurde ein Ex-LKA-Mitarbeiter bereits rechtskräftig unter Geheimhaltung dafür verurteilt. Dies war geschehen, um den Rest des Staatsschutzes vor weiteren Ermittlungen zu schützen. Es ist offensichtlich, dass hier mal wieder die Einzeltäterthese herangezogen wurde um den faschistoiden Charakter der Polizei zu kaschieren. Wir wissen es besser und wir wissen noch mehr.

     

    Hier als Grundlage der rbb-Bericht, der die (F)aktenlage gut darstellt: https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/02/drohbriefe-berlin-polizist-linke-szene-helfer.html

    Das Wesentliche zunächst kurz zusammengefasst: Ein Original der Drohbriefe ist in die Hände der Bullen gelangt. Über dieses konnte der Drucker identifiziert werden, mit dem er gedruckt wurde. Es wurde ermittelt, dass dieser bei der Polizei steht. Über den ungefähren Zeitraum und den Umfang des Ausdrucks im Druckerprotokoll konnte ein ehemaliger Staatsschützer, Sebastian K., als Verdächtigter namhaft gemacht werden. Bei einer Hausdurchsuchung bei diesem wurde ein USB-Stick mit diversen Daten gefunden, die auch im Drohbrief verwendet wurden. In seiner Vernehmung gab er an, vollkommen eigenständig gehandelt zu haben. Seine Lebensgefährtin P. arbeitet immer noch beim Staatsschutz, dank der Aussage von Sebastian K. fiel aber kein weiterer Verdacht auf sie. Er selbst hat aber bereits vor einiger Zeit in eine andere Dienststelle gewechselt, weswegen er keinen Zugriff auf alle in den Drohbriefen enthaltenen Daten haben konnte. Im Sommer 2018 wurde die Ermittlungen dennoch abgeschlossen und K. unbürokratisch und unter Geheimhaltung vor der Datenschutzbeauftragten des Landes und eines Klägers aus den Reihen der Betroffenen verurteilt. Wegen Verstoß gegen das Datenschutzgesetz muss er eine Geldstrafe von 3.500 Euro zahlen und ist nicht vorbestraft. Anfang 2019 schließlich erhielt der Kläger aus der Reihe der Betroffenen eine stark zensierte Akteneinsicht mit den Namen der zwei erwähnten Bullen.

    Noch nicht öffentlich ist bis jetzt, dass Sebastian K. im Staatsschutz in der Auswerteeinheit LKA 52 AE arbeitete. Die Lebensgefährtin P. ist dort nach wie vor aktiv. Der RBB schreibt zwar, dass „P. für mindestens zwei der Personen zuständig [sei], die in den Drohbriefen aufgeführt wurden“, beleuchtet diese Tätigkeit aber nicht weiter. Auswerteeinheiten arbeiten an der Verarbeitung gewonnener Informationen und der Erstellung von Einschätzungen und Handlungsanleitungen für die ausführenden Kräfte (1). Diese Einschätzungen sind erfahrungsgemäß und logischerweise reißerisch, da sie als Legitimierung für die weitere polizeiliche Arbeit dienen. Derartige Einschätzungen spielten im vergangenen Jahr eine erhebliche Rolle beim polizeilichen Vorgehen gegen die rebellischen Strukturen um die Rigaer Straße. Das drückte sich einerseits in der Militarisierung der polizeilichen Präsenz in der Straße aus: Ende November fand eine Razzia an mehreren Orten in der Stadt statt, als deren Grund eine körperliche Auseinandersetzung in Kreuzberg genannt wurde. Bei der groß angelegten Razzia drangen auch SEK-Kommandos erstmals mit vorgehaltenen Sturmgewehren in die Rigaer94 ein. Andererseits haben die Einschätzungen aus den Auswerteeinheiten auch strafrechtliche Konsequenzen gehabt: ein Bewohner der Rigaer94 wurde für mehrere Monate in U-Haft gesteckt, weil es polizeiliche Erkenntnisse gäbe, dass er Zeugen bedroht hätte, die in einem weiteren Fall einer körperlichen Auseinandersetzung gegen ihn aussagen sollten. Benutzt wurden außerdem ausführliche rassistische Diffamierungen und die Zuschreibung, er sei der Türsteher der Rigaer94 sowie brutaler Schläger. Er wurde in der ersten Instanz zu anderthalb Jahren Haft verurteilt. Interessant ist, dass dem Urteil tendenziöse Zeugenaussagen aus der Nachbarschaft zu Grunde liegen, die eindeutig erfunden und abgesprochen waren. Genau diese Zeug*innen wurden von P., also der Lebensgefährtin von Sebastian K. „vernommen“. Wie die Rigaer94 bereits auf Twitter mitteilte, ist auch hier der Name der P. bekannt. Die ‘94 schreibt: „Damit dürfte auch geklärt sein, was es mit den in Isa’s Akte vermerkten 24 unaufgeklärten Telefonaten und 3 geheimen Treffen zwischen LKA5 und Schnitzmeiers [eines der zwei Zeugenpaare] auf sich hat.“

    Wir wissen zusätzlich aus einem Bericht der Jungen Welt vom Wochenende zum Untersuchungsausschuss zum Attentat am Berliner Weihnachtsmarkt, dass dort ein LKA-Ermittler ausgesagt hat, dass die Observation von Anis Amri 2016 abgebrochen wurde, weil das LKA-Dezernat für Linksextremismus „zwei angeblich noch gefährlichere Personen zur Observation benannt“ hatte. Schon vor längerem wurde bekannt, dass diese Kräfteverlagerung im Rahmen der Teilräumung der Rigaer94 stattfand. Da im RBB jetzt auch die Rede von „mindestens zwei Personen“ ist, für die P. zuständig ist, liegt der Schluss nahe, dass hier die Rede von den selben zwei Personen ist. (2) Dies ist aber insofern nebensächlich, als P. sicherlich nicht die Kompetenz hatte, einen Großteil der gesamten verfügbaren Observationskräfte zu verlagern. Aus den Akten zur Räumung der Kadterschmiede 2016 wissen wir bereits jetzt, dass der Einsatz von einer Art Generalstab geplant wurde. (3)

    Den meisten Betroffenen des Drohbriefes sind die Informationen bereits seit einiger Zeit bekannt und es war geplant diese zu veröffentlichen. Leider sind uns Diejenigen zuvor gekommen, die durch konstruktive Kritik und vor allem die Einzeltäterthese dabei mithelfen, den Gewaltapparat im demokratischen Sinne zu perfektionieren.

    Innerhalb derjenigen Strukturen, die eigentlich durch die Drohbriefe angegriffen werden sollten, ist niemand überrascht von den Erkenntnissen. Der Staatsschutz arbeitet gut und effektiv daran, emanzipatorische, widerständige Milieus zu bearbeiten, was die geschilderten Umstände belegen. Dass er dabei zuweilen parastaatlich erscheint, wie in unserem prominenten Drohbrief-Fall, ist als Ausübung der demokratisch legitimierten Staatsgewalt zu verstehen. Die jüngste Gesetzgebung in Sachen Gefährdern bedeutet nichts anderes, als umfassende geheimdienstliche Befugnisse für den Staatsschutz und impliziert die „robuste“ Bekämpfung fundamentaler Opposition. Natürlich zirkulieren Dateien und Ordner mit unseren teils intimen Daten in den für uns zuständigen Polizeistellen. Wozu sonst, wenn nicht zur Datensammlung, werden wir überwacht? So auch die vielen Erfahrungen mit körperlicher Gewalt durch die staatlichen Schlägertrupps, welche von fast allen Seiten gefördert und gefordert wird. Warum sonst, wenn nicht zur Anwendung, trägt die Polizei Knüppel, Pfefferspray, Taser und Sturmgewehre? Warum sonst gibt es Gesetze, die sogar schon passiven Widerstand als Grund für brutales Vorgehen und Knast festlegen?

    Wir lassen uns aber weder von den Drohbriefen, noch von den Leaks unserer Daten auf halleleaks (4), noch von körperlicher Gewalt oder strafrechtlichen Ermittlungen verunsichern. In den letzten Jahren ist insbesondere im Kontext des Kampfes in der Rigaer Straße einiges an Mitteln ausprobiert worden, um uns zum Schweigen zu bringen – erfolglos. Dass das so bleibt, benötigen wir in erster Linie eine Zusammenarbeit von Allen, die wie wir von staatlicher Repression betroffen sind. Verbreitet diese Informationen, werdet aktiv und kämpft gegen diesen Staat und diejenigen, die ihn brauchen!

    Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der jungen Frau, die von Peter G. totgefahren wurde! Wir pissen auf dieses Stück Scheiße und seine Polizeifamilie, die ihn deckt und das Opfer verleumdet!

     

    Einige Betroffene

     

    1) Die Auswerteinheit erstellt neben Psychogrammen zu “politischen” Verfahren auch Gefahrenprognosen, auf Grund derer Menschen als Gefährder (link zum gefaehrlich blog) eingestuft werden, als Kontakpersonen zu Gefährdern, oder die auch als Grundlage von DNA Speicherungen in der DAD herhalten müssen, wenn die DNA im eigentlichen Verfahren die Unschuld des Beschuldigten belegt. Hier wurde kürzlich das Vorgehen des LKA 52 von einem Gericht als unzulässig im Kotti Verfahren bezeichnet. Weiter Infos dazu demnächst.

    2) Bestätigt wurde die These mittlerweile von Martina Renner, die für die Linkspartei im Bundestag sitzt. Sie schreibt: „Brisant für den Breitscheidplatz-Untersuchungsausschuss: Besagte LKA-Beamtin P. war wohl Sachbearbeiterin der Observationsfälle Links, die ab Juni 2016 wichtiger gewesen sein sollen, als die Überwachung des späteren Attentäters Amri.“ Ihre widerliche Konsequenz und die Herbeiziehung der Einzeltäterthese folgt aus dem Fuß: „Offenbar waren einzelnen Beamt*innen ihr persönlicher Kampf gegen Links wichtiger, als die Arbeit. Fehlentscheidungen im Fall Amri liegen auch hierin begründet. Das gesamte System LKA Berlin gehört auf den Prüfstand.“

    3) Anfang März wird es eine Gerichtsverhandlung geben, in der möglicherweise mehr Informationen über den polizeilichen Räumungseinsatz bekannt werden

    4) https://rigaer94.squat.net/2016/06/

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  • Kategorie: Statements
  • Ihre Sicherheit angreifen!

    Wie jedes Jahr, seit nunmehr über 20 Jahren, findet auch 2019 im Februar der Europäische Polizeikongress in Berlin statt. Am 19. und 20.02. beherbergt das Berlin Congress Center am Alexanderplatz wieder Waffenlobbyist*innen, Überwachungstechniker*innen, Bullen, Politiker*innen, Kriminalist*innen. All die, die sich unter dem Motto „Sicherheit-Migration-Integration“ zusammen tun, um sich über die neuesten Foltermethoden und -Instrumente auszutauschen, die neuen Trojaner zu bestellen und vieles mehr – und denen wir nur unsere Verachtung und Feindschaft schenken.

    Überall auf der Welt kämpfen Menschen tagtäglich um ihr Überleben und für ihre Freiheit. Dank globaler Wirtschaftsinteressen und geopolitischer Planung müssen hier immer diejenigen den Kopf für die Regierenden und wachsenden Profit herhalten, die für sie nicht verwertbar sind und/oder sie nicht unterstützen. Wo immer und wogegen auch immer sich Menschen dann auflehnen, treffen sie als erstes auf die ewig gleichen Gegner*innen: Polizei und Militär sind in allen Ecken der Erde jene Institutionen, die die Macht der Herrschenden sichern und all jene bedrohen, angreifen und foltern, die anderen und vor allem ihren eigenen Regeln folgen. Seit jeher wird darüber geforscht, wie Repression noch früher angesetzt werden kann, um jeglichen Widerstand bereits im Keim zu ersticken, wie Überwachung schon diejenigen identifizieren kann, die eventuell erst noch zu Kritiker*innen werden. Es geht darum, Machtkompetenzen und Kontrolle auszuweiten. Das heißt: du wirst nicht nur für eine begangene Straftat bestraft, es herrscht auch eine präventiv ausgerichtete Sicherheitsdoktrin: in jedem kann ein*e Straftäter*in stecken, verhalte dich niemals auffällig!

    Auch territorial wird weit vorgegriffen und dem Neokolonialismus alle Ehre gemacht. Wenn Menschen aufgrund der Auswirkungen wirtschaftlicher Ausbeutung, imperialistischer Interessen oder des Terrors durch religiöse Fanatiker, aufgrund von Hunger oder Krieg, ihr bisheriges Leben aufgeben, Freund*innen und Familie zurücklassend sich auf die Flucht in ein vermeintlich sicheres Europa begeben müssen, wird hier bereits an den Grenzen dieses Europas angesetzt und verstärkt mit bi-nationalen Abkommen gearbeitet. So sollen alle erfasst, überwacht und kontrolliert und wenn irgendwie möglich, so schnell wie es geht, wieder abgeschoben werden. Um diese Abschottung durchzusetzen, werden Regime wie das des Faschisten Erdogan militärisch von europäischen Staaten und Industrie aufgerüstet. An den afrikanischen Nordgrenzen aber auch in den Ursprungsländern der Migration werden Internierungslager und Grenzregime gebaut. Wer diese überwindet, wird von Frontexsöldner*innen versucht im Meer zu ertränken. Auch der Bürokratieapparat zur perfektionierten Verwaltung der Menschen wird ausgeweitet. Wer durch die Spaltung und Selektion des Asylsystems von selbigem ausgeschlossen ist, hat von vornherein nur die Illegalität mit all ihren Komplikationen und Konsequenyen bzw. Verfolgung, Abschiebung und allemals eine zukunftslose Duldung vor sich. Wer versucht Menschen(-leben) zu retten, wer sich mit anderen selbst organisiert und gegen diese Zustände zur Wehr setzt, wird kriminalisiert und bekommt es mit dem Sicherheitsapparat zu tun.

    Nach Innen wird auch aufgerüstet. Polizeibehörden werden mit nahezu unbegrenzten Befugnissen ausgestattet und mit militärischem Equipment beschenkt. Um in die Mühlen der Justiz zu geraten, braucht es schon lange keinen Straftatbestand mehr, es wird nach Gesinnung gefahndet. Ein Meer an Überwachungskameras, Handys als wandelnde Peilsender und Wanzen, die Überwachung des Internets, smarte Technologien wie „intelligente“ Wasser- oder Stromzähler und Geräte wie Alexa – all das soll jeden Bereich unseres Lebens durchleuchten. Wer versucht sich dem zu entziehen z.B. durch die Nutzung von Anonymisierungstechnologien wie Tor, Tails, o.a im Umgang mit Computern und dem Internet, indem das Telefon zu Hause gelassen oder bar bezahlt wird, dem wird alleine deshalb Subversion unterstellt und es bedarf folglich einer Beobachtung. In der Planung von Wohnraum und Parkanlagen bekommt der Begriff Sicherheitsarchitektur gleich eine ganz passende Bedeutung und ist heute aus keinem Großprojekt mehr weg zu denken.

    Um Gesetzesverschärfungen und Militarisierung zu rechtfertigen, wird die Angst vor Terrorismus systematisch geschürt und kräftig an der Propaganda, mit eigenen Medien wie Twitter oder durch ein perfektes Zusammenspiel mit der Presse, gearbeitet. Dort wo Menschen anfangen sich selbst zu organisieren und die Interessen von Investor*innen bedrohen, wird per Bürger*innenbeteiligung oder Vermittlung durch Politiker*innen gespalten und intrigiert. Letztendlich ist Gewalt das Mittel des Staates, um seine Herrschaft zu sichern.

    In Berlin versuchen Bullen, aktive Menschen durch Drohbriefe und die Verbreitung ihrer Daten unter Druck zu setzen. Es werden interne personenbezogene Daten an Nazis weitergereicht und die Familien bedroht. Parallel zur psychologischen wird auch auf körperliche Gewalt gebaut. Bullen besetzten mit dem Friedrichshainer Nordkiez ein ganzes Viertel, starteten immer wieder Prügelorgien und propagieren den Einsatz des SEK durch regelmäßige martialische Auftritte. Wo alleine dieser Druck nicht ausreicht, wird ein weiteres Grundbedürfnis angegriffen und die Menschen werden ihres Wohnraums beraubt. Auch dies ein gutes Beispiel der Verzahnung von Sicherheitspolitik und Wirtschaftsinteressen.

    In alle Bereiche des Lebens einer jeden Person übt das Konglomerat aus Industrie, Geheimdienst, Polizeibehörden und Politiker*innen einen enormen Einfluss aus, es wird überwacht, abgeschottet und verfolgt. Die Spielräume diese Verflechtung anzugreifen, gerade auch vor dem Hintergrund ausufernder Digitalisierung, scheinen enger zu werden.

    Aber seit jeher regt sich Widerstand gegen diese Verhältnisse, denn in unserem Streben nach einem Leben in Freiheit und Würde, können und werden wir diese nicht einfach so hinnehmen. Wir rufen dazu auf, sich am 16.02.2019 um 17 Uhr an der Demo am Frankfurter Tor zu beteiligen, um gemeinsam gegen den 22. Europäischen Polizeikongress auf die Straße zu gehen. Lasst uns dazu auch im Vorfeld des Kongresses aktiv werden, rechtsfreie Räume ausbauen und die Straßen und Nächte zu den unseren machen. Keineswegs rufen wir jedoch dazu auf diesen Kongress als Zentrum der Kritik an Sicherheit und Herrschaft zu sehen. Unsere Rebellion und unsere Angriffe müssen genauso alltäglich sein, wie es ihre Repression und Überwachung sind.

    Immer und überall – Auf allen Ebenen mit allen Mitteln!

    Rigaer 94

    ***

    Demonstration gegen den Europäischen Polizeikongress | Samstag 16.02. | 17 Uhr | Frankfurter Tor

    #Infos: https://polizeikongress2019.noblogs.org/

    #alle Aufrufe unter: https://polizeikongress2019.noblogs.org/texte/

    #Aufruf der Soligruppe Berlin der GG/BO: https://ggboberlin.blackblogs.org/aufruf-gegen-den-europaeischen-polizeikongress-2019/

    #Aufruf Rote Hilfe Berlin: http://www.berlin.rote-hilfe.de/gegen-den-europaeischen-polizeikongress-2019/

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  • Kategorie: Statements
  • Friends of Rigaer94 published this call short after the raid on 15th of November on international blogs:

    On the 15th of November, five hundred cops, including special forces with assault rifles, attacked Rigaer94 to make a house search in the case of a trouble in a shop some month before. The investigation is labeled as „robbery and bodily harm“.

    A video published by the shop owner shows, that this is an obvious lie in order to create a reason for a martial attack against rebellious structures. The pigs came at 6 o‘clock in the morning and managed to open the doors quickly, meanwhile aiming with their rifles towards anyone showing up at the windows.

    In the same moment, four other houses were searched in different areas of Berlin in this issue. Later the Minister of Interior, Andreas Geisel (Socialdemocratic Party), declared that all this was not politically motivated but instead was an offensive against the criminal underworld. But everyone knows that the raids were nothing else than attacks on anti-authoritarian ideas and combative structures in order to claim the monopoly on violence.

    In addition to the pigs, the guy who declares himself the lawyer of the official housowner (the british mailbox company Lafone Investments Ltd.) entered the scene in Rigaer Strasse in the company of some construction workers in order to destroy the doors of the house. But he was stopped by the presence of comrades and finally sent away by legal threats by the lawyer of Rigaer94. Nevertheless the presence of the dubious circles that claim the ownership of the house for several years now, is again a meaningful sign. The last time this happened was in 2016 during the attempted eviction of the house-bar Kadterschmiede. Back then we saw a massive, three-week long operation led and coordinated by the police. Their mission included various construction and security companies as well as the housekeeper-enterprise playing the role of the legal owner. But after the epic loss of the struggle for Kadterschmiede, our enemies failed in several court cases to proof the existence of a legal mandate.

    Nevertheless the same people now again started proceedings against Rigaer94 to evict the bar Kadterschmiede and destroy the doors. The doors of Rigaer94 are known to be a thorn in the eye of those who want to pacify the house as well as the street. The Minister of Interior called the doors some month before an „obstacle for manhunt by police in this area“.
    We do not know if the lawyer represents the Lafone Investments Ltd., nor do we know if the pigs will wait for a court decision or respect another decision in our favor. Even if so, though we choose to also use the legal procedure, we think that only our presence in the streets will prevent an attack or turn the attack on us into a counter-offensive against the state, its institutions and capital. This is after all the true purpose of anarchist projects like Rigaer94.

    Lately, like most of the time the last years, there is a strong police presence in the area of Friedrichshain and an extensive use of the police helicopter. It looks like the strategists in the repressive administration of Berlin try to force us into a defensive sitiuation by confronting in the same time the Rigaer94 and the anarcha-feminist house-project Liebig34, that will lose its contracts in the beginning of the next year (read: https://actforfree.nostate.net/?p=31521). There are high expecations for a strong resistance to defend Liebig 34 but with the threats against Rigaer94, which is just three houses away, we who are living and/or fighting in the „Dangerzone“ of Friedrichshain, need your help.

    What can you do?

    If we get informed about a police action against Rigaer94 to destroy the doors or evict the occupied rooms of the house with a court verdict, you will find informations here on twitter https://twitter.com/rigaer94 or here https://rigaer94.squat.net/. In that case invite people to come to Berlin and create with us a situation like in January https://actforfree.nostate.net/?p=22568 and summer 2016 (call 2016 https://actforfree.nostate.net/?p=24202 ), when the huge police operations against Rigaer94 were repelled by violent and non-violent mobilizations. Read also this https://actforfree.nostate.net/?p=24281 and about the riots https://actforfree.nostate.net/?p=24322.

    Another text from crimethinc about the struggle: Here.

    To turn the moment of attack on us into a moment of chaos, solidarity and destruction, we need more hands. Come to Berlin when the situation escalates – but be aware that our structures are limited.

    If you are not able to come to Berlin – we are happy about every solidarity action. Everything with relations to german interests, to german economics and everything what belongs to repression apparatus and the capitalist system is a target.

    Friends of Rigaer94, November26, 2018.

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  • Nach den Razzien am 15. November (https://de.indymedia.org/node/25981) im Hinterhaus der Rigaer 94 und in drei Privatwohnungen, scheint Markus Bernau, der angebliche Anwalt von „Lafone Investments Limited“ seine Zeit wieder einmal gekommen zu sehen. Nachdem er zweimal ergebnis- und fassungslos versuchte, in zwei Gerichtsinstanzen die Kadterschmiede räumen zu lassen, arbeitet er sich jetzt an unseren Haustüren ab (https://de.indymedia.org/node/26080).

    Von den großkotzig angekündigten Baumaßnahmen, sprich dem Ausbau einer noch unbestimmten Anzahl an Türen, ist derzeit noch nichts zu merken. Doch Bernau hat uns eine kleine Überraschung vorbereitet. Er hat uns auf inoffiziellen Wegen die Nachricht zukommen lassen, dass ein neues Klageverfahren bezüglich der Räumung der Kadterschmiede von ihm in die Wege geleitet wird. Ob und in wieweit die neue Klage schon von gerichtlicher Seite geprüft wurde, ist uns zur Zeit nicht bekannt.

    Bernau beantragte schon bei dem selben Gericht einen Räumungstitel, doch 2016 und 2017 wurde Bernau mit der Begründung der fehlenden Vollmachten unverrichteter Dinge nach Hause geschickt. Insbesondere wurden die Baumaßnahmen im Jahr 2016 und der damit über 23 Tage andauernde Belagerungszustand im Nachgang als rechtswidrig eingestuft und trugen erheblich zum Abdanken des ehemaligen Berliner Innensenators Frank Henkel bei.

    Ungewissheiten gibt es für uns Bewohner*innen zur Zeit viele, doch eine Sache ist sicher: Weder Bernau, Tom Schreiber noch die Berliner Polizei und der Innensenator höchstpersönlich werden uns dazu bewegen können die Kadterschmiede kampflos aufzugeben. Der erneut drohende Räumungsversuch der Schmiede durch den kläglichen Verkehrsanwalt M.B. sollte als das begriffen werden wofür er steht und was es ist: ein Angriff auf das Projekt Rigaer94, auf die Ideen und Utopien, für die dieses Projekt steht und kämpft und somit auch ein Angriff auf die Selbstverwaltung und Selbstorganisierung der Bewohner*innen des Hinter- und Vorderhauses. Es ist ein Angriff auf einen Ort, der sich seit Jahren verweigert mit all den Schweinen an einem Tisch zu sitzen, der sich verweigert die Lügen-Konstrukte des LKA mit Reue oder Resignation zu beantworten, ein Ort der sich vorgenommen hat aus den Repressions-Versuchen Angriffslust zu entwickeln.

    Auch wenn es bis jetzt nur leere Worte in den Briefen Bernaus sind und wir noch nichts vom Gericht bekommen haben, sollte die Situation ernst genommen werden.

    Der Angriff gegen uns muss in die aktuelle Lage des Nordkiezes eingebettete werden. Am 31. Dezember läuft der Mietvertrag unserer Nachbar*innen der Liebig34 aus. Ab dem Zeitpunkt ist jederzeit mit einer Räumung zu rechnen. Die Aussage von Padovic, unter keinen Umständen mit dem anarcha-femministischen Hausprojekt verhandeln zu wollen, da er seine Träume von Luxuseigentumswohnungen nicht auf Seite legen möchte, erklärt bestens was aus diesem Kiez werden soll. Die strukturellen Angriffe gegen die widerständigen Projekten sind der Versuch den Nordkiez vollständig zu befrieden. Für diejenigen, die täglich durch den Kiez gehen, ist schnell ersichtlich wo die Reise hingehen soll. Wir wissen nicht immer wie es weiter gehen soll in diesem Kampf gegen die Stadt der Reichen und unter dem permanenten Blick der Berliner Bullen. Aber wir haben noch gut in Erinnerung wie die Wochen der Belagerung zu Wochen der Solidarität und militanten Stärke wurden.

    Finger weg von unseren Häusern!

    Liebig34 und Rigaer94 verteidigen. Der Nordkiez bleibt unser Zuhause.

  • Comments Off on Die Kadterschmiede bald wieder vor Gericht
  • Kategorie: Statements
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    Es geht wieder rund hier! Am Freitag findet eine Demonstration gegen die Repression der letzten Zeit statt. Kommt!

    Für die, die nicht unsere direkteste Kommunikation über twitter verfolgen, hier die wichtigsten Links in chronologischer Reihenfolge:

    Am 15. November gab es eine Razzia in vier Objekten, darunter die ’94:

    https://rigaer94.squat.net/2018/11/20/und-taeglich-gruesst-das-schweingetier

    Eine Auswertung und Prognose nach der Razzia:

    https://rigaer94.squat.net/2018/11/20/razzia-in-der-rigaer94-ein-angriff-und-seine-folgen

    Morgendliche Hubschraubereinsätze und Feuertonnen:

    https://rigaer94.squat.net/2018/11/20/933

  • Comments Off on Nach allem was passiert ist: Kommt zur Demo gegen Hausdurchsuchungen und Medienhetze!
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  • Wir melden uns mit diesem Text, um eine Übersicht über die Geschehnisse seit der Razzia am letzten Donnerstag in der Rigaer94 und die angedrohten Baumaßnahmen mit deren potentiellen Folgen zu geben. Am 15.11. drang ein Großaufgebot Bullen inklusive mit Sturmgewehren bewaffneten Sondereinsatzkommandos in das Haus ein. Teile dessen wurden unter dem Vorwand eine dort gemeldete Person und Beweismittel festzustellen durchsucht. Neben der Tatsache, dass eine Auseinandersetzung in einem Späti im Mai diesen Jahres als offensichtlich fadenscheiniger Vorwand von den Berliner Bullen genutzt wurde in das Haus einzudringen, ließ es sich auch der angebliche „Eigentümeranwalt“ Markus Bernau nicht nehmen, Teile des Hauses zu inspizieren.

    Gegen 06:00 Uhr morgens wurde der Angriff auf das Hinterhaus der Rigaer94 von Bewohner*innen und Anwohner*innen registriert. Die Bullen verschafften sich durch die Hausflure der Rigaer Staße 93 und 95 Zugang zum Dach, Garten und Hof der R94. Im Zuge dessen wurden Menschen in ihren Treppenhäusern mit vorgehaltenen Waffen dazu genötigt, einen schwerbewaffneten Einsatz gegen ihre Nachbar*innen mitzuerleben. Das eingesetzte SEK konstruierte so ein lebensgefährdendes Bedrohungsszenario. Kurz darauf besetzte das SEK die Dächer und das LKA verschaffte sich in Begleitung vom Staatsanwalt Zugang zum Haus. Das gesamte Treppenhaus wurde detailliert abgefilmt, im Treppenhaus befindliche Gegenstände begutachtet, mehrere Räume durchstöbert und eine Wohnung akribisch durchsucht. Die gesuchte Person wurde nicht im Haus angetroffen und es gab keine Festnahmen. Laut Protokoll war die Durchsuchung ergebnislos.

    Gegen 7:30 Uhr, während die Durchsuchung immer noch im vollen Gange war, tauchte Markus Bernau vor der Rigaer94 auf und gab sich gegenüber den Bullen als „Eigentümeranwalt“ aus. Im Gegensatz zum Anwalt der Bewohner*innen der Rigaer94 wurde ihm der Zutritt zum Haus gewährt. Nach einer kurzen Besichtigung verließ Bernau das Haus, um wenig später in Begleitung einiger Bauarbeiter, die schon bei der Belagerung 2016 negativ aufgefallen waren, und der Bauaufsicht vom Bezirksamt, erneut von den Bullen ins Haus geleitet zu werden. Sie begutachteten und dokumentierten insbesondere die Tore, die zu unserem Innenhof führen sowie die Türen zu den Treppenhäusern und zum Garten inklusive deren Sicherheitsvorrichtungen. Markus Bernau, trat im Zusammenhang mit der Rigaer94 das erste mal nach der Belagerung 2016 als mutmaßlicher „Eigentümeranwalt“ in Erscheinung. Sein Vorgänger André Tessmer hatte nach dem Brand des Autos seines Nachbarn sein Mandat niederlegt, weil er sich bedroht fühlte. Obwohl er bisher auf Grund seiner Unfähigkeit alle Prozesse gegen uns verloren hat, bestach Bernau während der Razzia durch sein selbst- und siegessicheres, arrogantes Auftreten. So ließ er es sich nicht nehmen während der Durchsuchung solidarisch-unterstützende Menschen und Hausbewohner*innen abzufotografieren.

    Bernau verließ als einer der letzten das Haus als die Razzia als beendet galt. Danach ging er alleine im Nordkiez spazieren, trank einen Kaffee und versuchte anschließend sich auf eigene Faust Zugang zur 94 zu verschaffen. Als er daran gehindert wurde, wurde er körperlich konfrontativ, sah seine Unterlegenheit allerdings ein und wartete auf die von ihm engagierten Bauarbeiter. Diesen wurde freundlich aber bestimmt erklärt das sie keinen Fuß in das Haus setzen werden. Währenddessen rückten drei Wannen an, die von Bernau um Amtshilfe gebeten wurden. Die von Bernau eingeforderten Baumaßnahmen betreffen den Rückbau der Eingangstüren. Sie konnten durch die Intervention der Bewohner*innen und auch unseres Anwalts für diesen Tag abgewendet werden. Noch am selben Abend erhielten wir über unseren Anwalt ein Schreiben Bernaus aus dem hervor geht, dass die Baumaßnahmen in der kommenden Woche beginnen sollen. Der angedrohte Rück- bzw. Abbau unserer Türen hätte zur Folge, dass der Schutz vor Angriffen jeglicher Art, sei es durch Bullen, Nazis, Hausverwaltung, Bernau oder sonstige reaktionäre Schweine nicht mehr gewährleistet wäre. Dies stellt einen massiven Angriff auf die Selbstorganisierung und Selbstverwaltung des Hinter- und Vorderhauses der Rigaer94 dar. Außerdem zeigt die Erfahrung der letzten Jahre, dass Zeiten größerer Bullenangriffe und /oder Baumaßnahmen auch immer mit gesteigerten Naziaktivitäten im Kiez einhergehen. Durch die Bauarbeiten ist die Existenz des Projekts Rigaer94 akut bedroht.

    Dass Markus Bernau als Anwalt, mit oder ohne Vollmacht, der vermeintlichen Eigentümerfirma „Lafone Investement“ ausgerechnet zu einem Zeitpunkt auftaucht in der die Liebig34 gegen die drohende Räumung im Januar 2019 kämpft, mag manchen als Zufall erscheinen. Wir gehen jedoch davon aus dass der Zeitpunkt der angedrohten Baumaßnahmen genau in jenes Konzept passt, die kämpfenden Häuser mit Maßnahmen zu überziehen und so in ihrem Kampf zu schwächen. Der Kampf, den die Liebig 34 derzeit führt, ist nicht trennbar vom Kampf der 94. Dass es sowohl den Berliner Senat als auch den Bullen darum geht eine langfristige Strategie zu finden, um sich dem „Problem“ Rigaer94 zu entledigen wissen wir spätestens seit dem Sommer 2016 und dem damit einhergehenden Belagerungszustand. Dass die Berliner Bullen dafür eine Hausverwaltung und/oder eine Eigentümerfirma benötigen, die mit ihnen zusammen an einem Strang zieht, ist nur logisch und auch durch Dokumente belegt, die aus der Belagerungzeit 2016 und den damit zusammenhängenden Gerichtsverhandlungen stammen. An diesem Punkt kommt „Lafone Investement“ und ihr Anwalt Markus Bernau ins Spiel. Ein Szenario wie 2016 ist derzeit denkbar, wenn auch in abgeschwächter Version mit dauerhaft eingesetzten Securitys.

    Geisel als Berlins Innensenator wird nicht die selben Fehler machen wie sein Vorgänger Henkel. Der sowohl mediale als auch politische Druck, der nicht zuletzt auf der Straße erzeugt wurde, hat Henkel in die politische Bedeutungslosigkeit befördert. Zwar agiert der Rot-Rot-Grüne Senat weniger plump als sein Rot-Schwarzer Vorgänger, geht aber gleichbleibend massiv gegen Hausprojekte in der Stadt vor. Geisel betont immer wieder nur rechtlich abgesichert und taktisch zu agieren. Das macht die Situation umso gefährlicher. Gegen die Angriffe auf die bestehenden kämpfenden Projekte gilt es Widerstand zu organisieren. Denn es geht nicht nur um die Angriffe auf unsere Projekte, sondern um die direkten Angriffe auf unsere Leben, Ideale und geführten Kämpfe.

    Wir haben 2016 erlebt, wie massive Angriffe abgewendet werden können. Wir haben 2016 gesagt, dass die Rigaerstraße unser Zuhause ist und wir nichts anderes machen können als weiter zu kämpfen. Daran hat sich nichts geändert, sei es im Kampf um die 94 oder die 34. Sollte Bernau ernst damit machen, seine Baumaßnahmen durchdrücken zu wollen, rufen wir dazu auf, das mit uns gemeinsam und mit aller Konsequenz zu behindern, zu sabotieren und anzugreifen. Bereitet euch vor und haltet euch bereit, werdet aktiv, lokal oder dezentral. Schwarzer Juli 2016 lässt grüßen!

    Rigaer94&Liebig34 veteidigen! Solidarität und Kraft für Potse-Drugstore, Meuterei und Syndikat

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  • Heute morgen um 6h war es mal wieder so weit. SEK mit Laserzielgeräten (zielend auf die Menschen an den Fenstern) in bunten Farben hüpfen durch die Höfe, Helikopter wecken die Bewohner*innenschaft des ganzen Kiezes und ein Grunzen geht durch die Nachbar*innenschaft … Razzia!

    Heute morgen um 6h war es mal wieder so weit. SEK mit Laserzielgeräten (zielend auf die Menschen an den Fenstern) in bunten Farben hüpfen durch die Höfe, Helikopter wecken die Bewohner*innenschaft des ganzen Kiezes und ein Grunzen geht durch die Nachbar*innenschaft … Razzia!

    Nach einigen Monaten der Stille war es mal wieder so weit: Blaulichtparty Rigaer Straße.

    Diesmal sind wir jedoch nicht allein betroffen. Zeitgleich stürmen über 500 Cops mehrere Wohnungen in Berlin. Was genau der Vorwand war, erschließt sich uns nicht so richtig und deshalb wollen wir nicht spekulieren und auch sonst sollte das niemensch tun!

    Fakten hingegen sind, dass einige, aber nicht alle, Wohnungen durchsucht worden sind. Laut Durchsuchungsbeschluss wurde nach Klamotten, Schuhen, Mobiltelefonen, Aufzeichnungen, Kalendern und Adressbüchern gesucht. Laut Beschlagnahmeprotokoll ist bei uns nichts beschlagnahmt worden. Tatsächlich wurde eine Kiste unbekannten Inhalts aus unserem Haus getragen. Unserem Anwalt wurde der Zugang anfangs versagt… wie immer.

    Ein besonderer Hohn ist die Aussage: „Es ist nichts beschädigt worden“, schriftlich auf dem Beschlagnameprotokoll festgehalten und dazu das lange, immer noch andauernde Warten darauf, dass unsere Türen repariert werden. Diese sind erstaunlich schnell und ohne massive Zerstörung geöffnet worden. Beschädigt sind sie natürlich trotzdem. Da sich der bestellte Schlüsseldienst aber zu weigern schien für die Bullen die Drecksarbeit zu machen, mussten diese nun selber ran.

    Dann versuchte der Bezirk zusammen mit Bauarbeitern und M. Bernau unseren Brandschutz zu überprüfen. Markus B. Hat sich in der Vergangenheit häufig als Anwalt des mutmaßlichen Eigentümers der Rigaer Str. 94 ausgegeben. Selbst das Gericht bezweifelt dies jedoch. Da die Bullen natürlich versuchen mit diesem Einsatz ein Propagandasieg einzufahren, ist es auch nicht verwunderlich, dass die Presse bereits vor Beginn des Einsatzes vor Ort war. Markus Bernau ist zudem durch abfällige Bemerkungen und verbale Entgleisungen gegen unsere Mitbewohnis aufgefallen. Dies ist wohl als Versuch zu werten, aus der absoluten Bedeutungslosigkeit eines unfähigen Verkehrsjuristen zumindest zur allgemeinen Lachfigur aufzusteigen. Sein Handeln mag lächerlich erscheinen und er unfähig, trotzdem sollte nicht vergessen werden, mit welchem Arrangement er versucht sich auf unserer Feindesliste hoch zu arbeiten. Diesen Gefallen wollen wir ihm tun.

    Markus beabsichtigte nochmal einen drauf zu setzen. Zusammen mit Bauarbeitern, die schon 2016 in die Räumungsversuche gegen Teile der 94 verwickelt waren, welche held*innenhaft von unseren Zahlreichen Unterstützer*innen zurückgeschlagen wurden, versuchte er die Gunst der Stunde zu nutzen und sich gleich ein paar Türen unter den Nagel zu reißen. Da wurde es uns dann echt zu bunt und wir mussten ihn rausschmeißen. Nun hatte Markus ca. eine Stunde lang überlegt, was nun zu tun sei und er startete einen zweiten Anlauf. Nachdem er und seine Bande eine weitere Stunde vor unsere Tür rumgelungert haben und die Straße verstopften, sind sie von unserem Anwalt weggeschickt worden. Was blieb war die Ansage wieder zu kommen und unsere Türen auszubauen. Na wir werden sehen!

    Uns ist egal ob sie Markus Bernau oder 99100564 oder Schwein Henning heißen! Sie alle sollten sich demnächst zweimal umdrehen!

    Uns ist auch egal ob Rigaer Straße, Grünberger, Reichenberger Straße oder Maybachufer! Wir sind noch lange nicht alle aber wir stehen hier alle zusammen!

    Autonome Strukturen verteidigen!

    Angriffe von Bullen und Investor*innen zurückschlagen!

    Auch zu lesen unter: https://de.indymedia.org/node/25981

  • Comments Off on Und täglich grüßt das Schweingetier….
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  • Für einen chaotischen Winter!

    Die Rigaer94 steht in einem Kiez, der ein zwei Straßenzüge entfernt von unserem Haus daran zweifeln lässt, wie wir hier eigentlich leben und kämpfen können. Es sind nur noch ein Paar Schritte über die Straße, zu dieser Welt aus weißem Beton und sanierten Altbaufassaden, an denen blank polierte Volvos vorbei fahren und Bewohner*innen nichts mehr wissen von Instandbesetzungen oder brennenden Straßenzügen. Uns graut es davor bald wie eine Insel in völligem Feindesland zu verharren, wie wir es erleben, wenn wir über den Rosenthaler Platz fahren, um die Brunnenstraße aufzusuchen.

    Diese Entwicklung hin zu mehr Isolation radikaler Projekte und Wohnräume und von Kämpfen auf scheinbar verlorenem Terrain der Aufwertung und Homogenisierung einer Nachbarschaft kann uns zermürben, sie kann uns aber auch zusammen bringen.

    In den letzten Jahren haben wir immer wieder zusehen müssen wie Hausprojekte oder selbstverwaltete Räume Luxusprojekten oder anderen Spekulant*innenträumen Platz machen mussten. Es wurden zum Beispiel die York 59, die Brunnen 183, die Liebig 14 und die Friedel 54 gewaltsam geräumt.

    Die Räumung der Liebig 14 sticht hervor. Sie bleibt bis heute für alle als überraschender Moment massenhafter Militanz im kollektiven Gedächtnis verankert – als Angriff, aus dem ein Maß an Dynamik und Mut hervor gegangen ist, sodass die Ereignisse Jahre nachhallten und viele in den Kampf gegen Aufwertung mitgerissen haben. Es sind jene Begegnungen auf der Straße, die bezeugen, dass Rebellion und Hass, wenn wir beides zusammen tragen und uns kennen lernen, unsere Leben und Kämpfe verändern können.

     

     

    Es sind diese Augenblicke autonomer Geschichte zusammen mit den Momenten des Alltags, ob im Gerangel mit den Cops auf dem Dorfplatz, am Biertisch vor der Meuterei, beim Sonntags Brunch in der Friedel oder auf einer Veranstaltung zum Castor in der Brauni, die uns und viele andere Projekte dazu gebracht haben die letzten Monate zusammen zu sitzen und uns gemeinsam gegen Verdrängung und Isolation vorzubereiten.

    Anfang des Jahres laufen die Pacht- und Mietverträge von historischen Projekten wie der Liebig 34, Potse und Drugstore aus. Die Meuterei und das Syndikat sollen auch in den darauf folgenden Monaten raus geworfen werden. Ähnliche Szenarien bahnen sich für die Rote Insel, die Brauni und das Tommy-Weißbecker Haus an. Die Friedel ist seit letztem Sommer im Exil. Und die Rigaer 94 wird weiterhin ein Dorn im Auge des Staatsschutzes bleiben und ist als teilbesetztes Haus stets räumungsbedroht. Es sind unterschiedliche formale Gründe, warum die einzelnen Projekte ab Anfang des Jahres geräumt werden könnten. Aber es sind alles Gründe, die einer Logik von Rendite, hipper Aufwertung und der Verdrängung von radikalen Gegenkonzepten und Lebensformen folgen.

    In jenen Zeiten der zunehmenden Vereinzelung und der maximalen Profitorientierung durch Mieten und Immobilienspekulation ist es wichtig, dass Projekte wie die aufgezählten, erhalten bleiben. Es ist eine Bedrohungslage für linksradikale Infrastruktur und Schmieden staatsfeindlicher Kampagnen, die es in so einem Ausmaß lange nicht gab. Wir verstehen die Situation als einen Angriff auf unsere Orte und Ideen einer von Staat, Patriarchat, Rassismus und Ausbeutung befreiten Gesellschaft, die das Potenzial hat uns zusammen zu bringen. Sodass wir vielleicht stärker aus dieser Zeit hervor gehen und die Solidarität unter uns als Individuen und unter unseren Projekten eine Perspektive aufzeigt.

     

     

    Für diese Aussicht sind für uns, als Rigaer 94, zwei Dinge entscheidend:

    Es gibt einen verzwickten Graben zwischen dem Anspruch immer das Große Ganze – also die konsequente Infragestellung des Staates und der gesellschaftlichen Ausprägung – im Auge zu behalten und der Notwendigkeit Räume und Infrastruktur zur Verfügung zu haben – deren Erhalt oft an pragmatische Richtlinien geknüpft ist, die dem Anspruch der umfassenden Radikalität oft nicht gerecht werden. Einfache Beispiele dieser Pfeiler der „Inkonsequenz“ sind Miete, das Erscheinen vor Gericht, das Mitführen des (z.B. deutschen) Passes oder ein Konto bei einer Bank. Wir denken, dass diese Widersprüche nun mal da sind in einer Gesellschaft, deren Spielregeln wir nicht mitbestimmen können und auch nicht unbedingt wollen.

    Trotzdem ist es für uns wichtig, dass wir im Zusammenkommen der nächsten Wochen immer wieder darüber diskutieren und Aktionen dazu nutzen weiter zu greifen, als nach einem neuen Mietvertrag oder einem zeitlichen Aufschub. Wir wollen an den Kämpfen wachsen und versuchen einige dieser Widersprüche aufzubrechen.

    Das heißt konkret, dass Enteignung, Besetzungen und die Selbstverwaltung der Räume für uns im Vordergrund der Auseinandersetzungen stehen sollten. Auch wenn wir wissen, dass Ideen und Praxis nicht so leicht eins zu setzen sind.

    Der zweite für uns entscheidende Punkt ist die bekannte und historische Frage nach der Legitimität von Gewalt. Hier im speziellen die Frage nach der Bereitschaft, gemeinsam auf einen wüsten Januar hin zu arbeiten. Es geht uns darum, wie wir solidarische Menschen motivieren mit uns zusammen anzugreifen und auf den kommenden Demos und Aktionen unsere Ideen der Zerstörung dieser Form der Gesellschaft, seiner Bullen und Beamt*innen voran zu stellen.

    Wir sind überzeugt, dass der einzige Druck, der all den Projekten zur Seite steht (während sie in Verhandlungen stecken und erst Recht wenn sie Verhandlungen ablehnen) nur der Druck sein kann, den wir bereit sind auf der Straße zum Ausdruck zu bringen.

    Wir stimmen „einigen Aktivist*innen aus Kreuzberg 36“ zu: „Wir wünschen uns eine Initiative, die davon ausgeht, dass ein breiter Widerstand auf unterschiedlichen Ebenen mit unterschiedlichen Formen notwendig und wünschenswert ist, und die nicht gleich bei ein paar kaputten Fensterscheiben im neuesten Luxus-Restaurant in entsetztes Jaulen und hektische Distanzierungen ausbricht“. Der Zusammenschluss bedrohter Projekte geht für uns damit einher, sich von keiner Form von solidarischen Aktionen zu distanzieren.

    Wir schlagen vor, dazu aufzurufen eine Eskalation im Sinne der Liebig 14-Räumung und der Kadterschmieden-Räumung im Sommer 2016 anzustreben. (Auch die Liebig 14 hat bis zuletzt in Verhandlungen gesteckt, aber stets zu Aktionen in einem breiten Spektrum aufgerufen, so dass die Demo jenen Charakter annehmen konnte).

     

     

    Für uns ist es als Ort autonomer Organisierung völlig klar in den Tagen der Interkiezionale oder auf den Kiezversammlungen keinen Raum Politiker*innen zu lassen. Wenn Projekte verhandeln und sich mit Bezirksverordneten treffen ist das immer ein Moment, das zu diskutieren und die Hoffnungen zur Disposition zu stellen, die damit verbunden sind. Jetzt ist die Zeit das gemeinsam zu tun.

     

    Für ein chaotisches Miteinander und einen kämpferischen Winter!

    Solidarität ist unsere stärkste Waffe!

    Rigaer94

     

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