Tagebuch aus der Rigaer94 – Tag 6

Um 8 Uhr morgens tauchen min. 4 Wannen Hundertschaftsbullen auf. Von Menschen, die sich als Eigentümer*innen unseres Hauses bezeichnet, keine Spur.

Um 9:19 gibt es plötzlich einen Sprint eines Trupps der 14. Einsatzhundertschaft. Es ist die Einheit, deren bekanntestes Mitglied Dominik Heller vor wenigen Wochen seine Schusswaffe im Bereich unseres Eingangs durchlud und damit Leute bedrohte. Der Sprint dient der Ergreifung des Transparents, welches an der Fassade und vor dem Eingang des Hauses hängt. Es wird einfach abgerissen und mitgenommen.

Diese Provokationen wiederholen sich die nächsten zwei Stunden noch zweimal. Insgesamt wurden uns also 3 Transpis geklaut. Dazu wird die Straße mal wieder mit Personenüberprüfungen terrorisiert. Es gibt Platzverweise für bis zu 48 Stunden mit der Begründung “Gefahrengebiet”. Im Treppenhaus des benachbarten Hofs der Rigaer93 befindet sich auch ein Trupp Bullen, um die Höfe zu überwachen.

Ungefähr um 11 Uhr endet dieser Einsatz und die Bullen fahren ab. Der Trupp in der Rigaer93 bleibt noch eine weitere Stunde und lässt sich dann abholen.

Ab da ist die Lage total entspannt, obwohl nach wie vor starke Polizeikräfte die Gegend bestreifen. Vor unserer Tür ist es bis in die Nacht gesellig.

Während die Bullen am Morgen den Kiez belagern, nutzen einige Leute die Gelegenheit für eine weit sichtbare Soliaktion für die Liebig34, bei der der sogenannte Molecule Man auf der Spree, eine riesige menschliche Skulptur queer eingekleidet und mit einem Transparent behängt wird. Dabei werden mehrere Leute von den Bullen mitgenommen und für etliche Stunden festgehalten, kommen aber im Laufe des Tages wieder frei.

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Rede der Kundgebung am Montag, 13.07.

Hier der Text einer Rede, die gestern Abend um 19 Uhr bei der recht spontanten unangemeldeten Kundgebung vor der Rigaer94 gehalten wurde. Die Stimmung war außerordentlich gut, solidarisch und kämpferisch. Der Bereich vor dem Haus war mit um die 100 Leuten gut gefüllt. Zum Ende der Kundgebung wurden auch noch die diversen Soligrüße und Aktionserklärungen der letzten Tage vorgelesen – begleitet vom Jubel der Menschen auf der Straße und auf den Balkönen. Bitteschön:

Hallo liebe Freunde und Freund*innen,
sehr geehrtes Publikum!

Hiermit melden wir uns aus der Rigaer94, welche dieser Tage mal wieder zu einer Festung geworden ist. Zunächst mal zu einer Festung, die den Rammen der Berliner Polizei und den Vorschlaghämmern von wild gewordenen Bauarbeitern mit Verbindungen zu den Hells Angels standhalten muss. Eine Festung aber auch der Ideen von Freiheit, Selbstbestimmung und Solidarität, zusammengehalten vom Willen, die Waffen nicht vor der Immobilienmafia und ihrem Staat zu strecken.

Wir freuen uns, nach 30 Jahren der Rigaer94, welche von einer ganz anderen Generation begonnen wurden, auch heute noch hier zu stehen und mit euch in Verbindung zu treten. Viele von uns haben schon 2016 eine dreiwöchige Belagerung von Bullen, Bauarbeitern und Securities durchgestanden, haben unzählige Hausdurchsuchungen und Konfrontationen mit der Staatsmacht bestritten. Einige von uns sind neu hier und sehen sich das erste Mal in einer derartigen Situation, wo es darum geht einen Lebensraum und gleichzeitig einen wichtigen sozialen, politischen Raum zu verteidigen. Wir sind uns alle der permanenten Gefahr bewusst, derartigen Angriffen ausgesetzt zu sein. Regelmäßig erreichen uns Drohungen von Nazis, fanatischen Innenpoltiker*innen und Bullen. Doch ehrlich gesagt haben wir nicht damit gerechnet, dass der nächste Versuch, uns aus der Welt zu schaffen wieder so abläuft wie 2016. Dass die Bullen eine Räumung versuchen, indem sie einen Eigentümer des Hauses erfinden, den sie vorschicken, um sich selbst nicht die Finger schmutzig zu machen. Natürlich ist diese Methode durchschaubar und sie ist keinesfalls eine Seltenheit in dieser Stadt. Doch wen interessiert’s? Wen interessiert, dass am Donnerstag Morgen eine fingierte Hausdurchsuchung der Bullen stattfand, an deren Ermittlungsakte nicht einmal die Bullen selbst glauben? Wen stört es, dass der eigentliche Zweck dieser Hausdurchsuchung war, dass im Schlepptau der gepanzerten Rioteinheiten eine angebliche Hausverwaltung mit Vorschlaghämmern und Brecheisen eine Schneiße der Verwüstung schlagen kann? Wen kümmert es, dass mehrere Leute aus ihren langjährigen Wohnungen geschmissen wurden, um dort eine Zentrale für eine Sicherheitsfirma einzurichten, deren einziger Zweck die Einschüchterung der Bewohner*innen darstellt.

Die Presse jedenfalls nicht. Sie hat im Vorfeld dieser Polizeiaktion eine neuerliche Hetzkampagne lanciert. Der RBB versucht seitdem mit aller Kraft das Bild einer Nachbarschaft zu zeichnen, die von der Rigaer94 und der Liebig34 terrorisiert wird. Das Bambiland, in dem sich im Schutze der zeitweiße omnipräsenten Polizeimacht die achso liberale Bürgerliche Elite für hunderttausende von Euros eingekauft hat, wird beispielhaft als Opfer dargestellt, so als ob es nicht von belang wäre, dass diese eine Sonderstellung im Kiez haben. Es wird fabuliert, dass wahllos Anwohner*innen angegriffen werden, im vollen Bewusstsein darüber, dass hier besonders in den letzten Monaten mit Corona eine sehr solidarische, freundliche Stimmung in der Nachbarschaft vorgeherrscht hat. Der Angriff der Polizei und Bauarbeiter*innen auf die Rigaer94 wird in der bürgerlichen Berichterstattung bisher maßlos heruntergespielt, um einem breiten Aufschrei entgegenzuwirken. Wir haben Videos vom Freitag, den zweiten Tag dieses Polizeieinsatzes, veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie hochaggressive Bauarbeiter versuchen, in belegte Wohnungen per Vorschlaghammer einzudringen. Dahinter waren Menschen, die sich mit allem Möglichen verteidigen mussten, weil es zu einem Massaker gekommen wäre, wenn die Verbarrikadierungen nicht gehalten hätten. Die Bullen, die angeblich nichts damit zu tun haben, sieht man wenige Meter entfernt zugucken. Welches Kino in ihren Köpfen in diesem Moment ablief, können wir uns alle sehr gut vorstellen.

Dieselben Bauarbeiter sind, nachdem sie an der begehrten Tür gescheiter waren, in den Dachboden vorgedrungen und haben dort von oben ein Loch in die Decke in den vermieteten vierten Stock auf der rechten Hausseite geschlagen und dann mit Flaschen auf den Bewohner geworfen, der allein in seiner Wohnung war. Ihre Brutalität hielt nur ein, weil es den genüsslich daneben stehenden Bullen ein wenig sorgen bereitete, die Kontrolle über die Situation zu verlieren. Diese Situation war toternst und wir können als Nachbarschaft die Anwesenheit dieser bewaffneten und von Bullen eskortierten Sturmkommandos um keinen Preis mehr hinnehmen.

Dank der juristischen Tricks unserer Anwälte konnten wir über den Freitag die Lage zu unseren gunsten Wenden. Sie haben mal wieder das Gesetz, welches gegen uns gemacht wurde, zu unserem taktischen Vorteil genutzt. Dass wir nicht mit hunderten oder tausenden von Leuten die Besatzungsmacht eigenhändig aus dem Kiez jagen, schmerzt uns immerwieder – das zeigt unsere eigentliche Schwäche. Das genaue juristische Hin- und Her ist uns zu anstrengend, um es hier widerzugeben. Kurz gesagt ist es aber laut bürgerlichem Recht vorgesehen, dass eine bewohnte Wohnung nicht ohne Räumungstitel geräumt werden kann. Da gut sichtbar alle Wohnungen in der Rigaer94 voll sind, kann es an diesem Umstand keinen Zweifel geben. Die Strategie des Räumungseinsatzes, durch die angebliche Hausverwaltung Wohnungen zu besetzen um von da aus im Haus zu agieren, ist dadurch gescheitert. Die Bullen, die ja angeblich nur da waren, um die Hausverwaltung zu beschützen, hatten sich damit selbst die Austrittskarte ausgestellt.

So verließen Bauarbeiter, Securities und Bullen am Freitagabend unser Haus und wir konnten mit Reparaturen sowie Überlegungen zum weiteren Vorgehen anfangen. Die Demonstration von vielen hundert Leuten gab uns Mut und unserem Kampf ordentlich Rückenwind. In einem gut organisierten Coup haben wir dann am Sonntag Nachmittag innerhalb von anderthalb Stunden, quasi unter den Augen der Handlungsunfähigen Bullen, die am ersten Tag geklaute Tür durch eine massive Neue ersetzt. Damit haben wir den Status von vor der Räumung wiederhergestellt. Die Rigaer94 hat durch die brillianten Fähigkeiten einiger Handwerker*innen unserer rebellischen Strukturen wieder die volle Kontrolle übers Haus und Sicherheit für die Bewohner*innen hergestellt. An dieser Stelle wollen wir einen dicken Applaus für diese Handwerker*innen veranstalten!

Natürlich war klar, dass mit der neuen Tür nicht auch zwangsläufig der Einsatz abgebrochen wäre. Wir spekulierten, dass die Schläger-Handwerker am heutigen Morgen wieder kommen würden und haben uns auf die verteidigung vorbereitet. Das hat sich bewährt. Unsere Schutzschicht wurde um 8 Uhr vom verrückt gewordenen möchtegern-hausverwalter und vom gerichtlich als nicht zuständig bezeichneten Anwalt angegriffen. Einige Leute haben die beiden daraufhin verjagt, wobei sie leicht verletzt wurden. Die Bullen, die schon zuvor ihre Kreise immer enger um den Kiez zogen, waren dann sofort zur Stelle, genauso wie die Bauarbeiter. Sie wurden mit einem Feuerlöscherstoß gewarnt, die Finger vom Haus zu lassen. Bisher hat diese Warnung funktioniert, weswegen wir jetzt zwar müde vom frühen aufstehen, doch quietschlebendig hier stehen können. Ohne eingeschlagene Köpfe und ohne Festnahmen. Das freut uns!

Doch mal sehen, wie das ganze weitergeht. Unsere Einschätzung zur ganzen Aktion ist, dass der Einsatz mal wieder von Bullen geplant war – so wie 2016 – wir sind uns sicher! denn wir kennen die Wedekindwache. Sie haben mit der Hausverwaltung einen Plan entwickelt, wie man die Rigaer94 ausschalten kann, denn das ist seit Jahren ihr erklärtes Ziel. Derartige Einsätze haben schon fast Tradition hier – schon Anfang der 2000er gab es soetwas. Was wir nicht wissen, das ist, wieso der Innensenator sagt, er glaubt der Hausverwaltung nicht, dass sie Eigentümerin ist, die Bullen jetzt aber öffentlich sagen, sie glauben der Hausverwaltung. Der Innensenator ist im Urlaub und sagt einfach nichts dazu – wir denken er hat schon ein bisschen bedenken, dass er wie sein Vorgänger Henkel endet, den seine Feindschaft zu unserem rebellischen Kiez die politische Karriere gekostet hat.

A propos Frank Henkel: der ähnlich gelagerte einsatz von 2016  hatte ein juristisches Nachspiel. Wie immer dauert das ganze schon eine ewigkeit. In der ersten Instanz haben unsere Anwälte keinen Erfolg gehabt, mit der Begründung, dass das Gericht sich nicht mit einem Fall beschäftigen will, bei dem keine Widerholungsgefahr vorliegt. Wir finden das irgendwie witzig, dass wir jetzt, genau vier Jahre später genau das haben. Wir denken, dass auch der Innensenator Geisel seinem Vorgänger folgen könnte, wenn er sich nicht rasch umentscheidet. 2016 haben wir als Reaktion auf die Invasion und 3-Wöchige Belagerung dazu aufgerufen, Berlin ins Chaos zu stürzen. Es war in rebellischen Zusammenhängen klar, dass eine Räumung nicht mit legalen Mitteln aufzuhalten sein würde, weswegen Symbole der Stadt der Reichen in einer 3-Wöchigen militanten Kampagne angegriffen wurden. Als Höhepunkt demonstrierten 5.000 Menschen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit den Belagerungseinheiten. Der Druck von der Straße entfaltete eine beträchtliche Wirkung, weswegen wir auch heute wieder geneigt sind, das sogenannte TagX-Konzept auszurufen. Doch ganz soweit ist es noch nicht – wir haben es bisher geschafft, eine Belagerung des Hauses und Räumungen von Wohnungen zu verhindern. Wenn es jedoch weitergehen sollte und wir nicht nur unsere Wohungen, unseren Jugendclub und die Kadterschmiede, sondern auch unser Leben durch Schlägertrupps in Gefahr sehen, werden wir einen Vorschlag machen: Die Rigaer94 verteidigen – mit allen zur verfügung stehenden Mitteln!

Das ist ein Aufruf an euch alle, heute, morgen und jeden Tag die Ideen von Solidarität und Freiheit in Taten umzusetzen.
Dies ist aber auch ein Aufruf gemeinsam gegen alle Angriffe die unsere Projekte betreffen zu verteidigen – Liebig34, Syndikat, Meuterei, Potse – sie alle sollen der Stadt der Reichen weichen, was wir zusammen verhindern müssen um hier weiter zu leben, aber auch um gemeinsam weiter gegen Staat & Kapital kämpfen zu können. Wir schliessen uns damit den Worten für die bundesweite Demo am 1. August an: Raus aus der Defensive! Finger weg von unseren Projekten, Finger weg von unseren Wohnungen!

Und als PS:

Wir freuen uns natürlich auch, dass es bereits zu Aktionen kam, die unserer Position mehr stärke verleihen, weil sie die Verantwortlichen für diese ganze Scheiß Stadt- und Ordnungspolitik heimsuchen. So hat es vergangene Nacht beim Büro von tom Schreiber geknallt. Dieser SPD-Fuzzi profiliert sich seit Jahren damit, uns zu beleidigen, zu drohen und mit Bullen zu konspirieren. Sein Büro wurde heute Nacht mit Scheiße, Schweineblut und Buttersäure besudelt. In großen Lettern steht dort jetzt das Wort “Bullenknecht”, was er zweifelsohne ist.

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Tagebuch aus der Rigaer94

Tag 5 – Montag 13. Juli 2020

8:00 Eigentümeranwalt Bernau & Hausverwalter Lusche versuchen ins Haus einzudringen. Auf die deutliche Ansage, sich zu verpissen, reagieren sie nicht, sondern greifen

Leute im Durchgang und vor der Tür an. Dafür bekamen sie wohl die Quittung. Im Anschluss versuchen Schweine die Tür zu stürmen, verziehen sich aber relativ schnell wieder.

8:30 Bauarbeiter, Lusche & Bernau sammeln sich auf der anderen Straßenseite und warten auf die Unterstützung der Bullen. Nach ihrem missglückten Versuch, die Tür zu stürmen, intervenieren die Schweine nicht. Anscheinend warten sie auf den Einsatzbefehl von ganz oben.

9:00 Die Rigaer ist zwischen Zellestraße und Dorfplatz von den Bullen abgesperrt. Vor unserem Haus wird ein riesiger Schuttcontainer abgeladen. Was da rein sollte ist unklar. Räumungstitel etc. sind nicht vorhanden. Die Bauarbeiter präsentieren sich weiterhin mit Brechstange und Vorschlaghammer in den Händen, um besonders gefährlich und aggressiv zu wirken.

Auf twitter haben wir ein Video dieser Leute veröffentlicht, die im Auftrag der Bullen am Freitag unser Haus zerkloppt haben. Hier der externe Link: https://twitter.com/i/status/1282946746868469762

11:15 Die Bauarbeiter und Securities haben sich zurückgezogen. Die Bullen sind nur noch mit zwei Wannen in der Zellestraße und am Dorfplatz präsent. Weder die Schweine noch die Bauarbeiter scheinen den Befehl zu erhalten, unser Haus anzugreifen. Wir entscheiden uns, die Tür für solidarische Freund*innen, Gefährt*innen und Nachbar*innen wieder zu öffnen.

19:00 Leider etwas später als angekündigt, wird eine Kundgebung vor unserem Haus abgehalten. Es gibt eine flammende Rede mit Infos und Einschätzungen zur Situation, es wird aus allen Schreiben der zahlreichen Aktionen der letzten Nächte zitiert und der Aufruf des Berliner Jugendrates für die Demo am 19.7. in Neukölln verbreitet. Knapp 100 Leute versammeln sich vor unserem Haus, es herrscht eine ausgelassene und fröhliche Stimmung. Vielen Dank hier nochmal an alle diejenigen, die seit Tagen ihre Kämpfe mit dem unseren verbinden, für die Solidarität und die gemeinsamen Momente!

Von der gestrigen Kundgebung vor der R94

http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/95482

Als Schmankerl des heutigen Tagebucheintrags zitieren wir hier noch die erfreuliche Nachricht einer Solidaritätsbekundung, die uns heute über Indymedia erreichte:

Scheiße und Blut für Tom Schreiber‘s Parteibüro / Soli-Attacke für L34 & R94

„In der Nacht auf Montag haben wir dem Parteibüro von Arschloch und Bullenfreund Tom Schreiber einen Besuch abgestattet. Schreiber ist bekannt dafür, gegen vermeintliche „Linksextremisten“ zu hetzen und sich für die Räumung von linken Projekten stark zu machen. Er beruft sich immer wieder auf rechtsstaatliche Prinzipien, nutzt seine Propaganda aber in Wirklichkeit nur, um Bullen jegliche Willkür gegenüber „Linksextremisten“ zu ermöglichen. So auch in Bezug auf die aktuelle Situation im F‘hainer Nordkiez. Nicht nur spielt sich Schreiber damit auf, aufgrund seiner Beziehungen zu den Schweinen mit Wissen über den Räumungstermin der Liebig34 prahlen zu können, sondern bejubelte auch die illegale Teilräumung in der Rigaer94.

Doch die bewaffneten Schlägertrupps prügeln nicht für uns. Deshalb fällt es uns leicht, die Gesetze, die sie schützen zu demaskieren und sie und ihre Freund*innen anzugreifen. In dieser Nacht haben wir „Bullenknecht“ an die Fassade geschrieben und Scheiße, Schweineblut und Buttersäure an Wand und Rollos geschmiert.

Kein Scheißhaufen fliegt ohne Grund.

Schreiber redet von einem Dominoeffekt der Räumungen. Der Dominoeffekt unserer Solidarität wird in einer Welle von Scheiße gegen Schreiber und andere Büttel des Kapitals enden.

Solidarität mit den räumungsbedrohten Projekten und allen von Repression betroffenen „Linksextremisten“.”

http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/95347

Das Räumkommando, dass den Bullen bei der versuchten Räumung geholfen hat
“Rechtsanwalt” Bernau will die Rigaer94 betreten und wurde abgewiesen
Das Büro von Tom Schreiber nach einem Angriff mit Blut, Scheiße, Buttersäure und Farbe

13.07. Erneuter Alarm im Nordkiez

gefunden auf: http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/95357

Im Moment sind starke Polizeikräfte, Bauarbeiter und Securities in der Gegend. Alarm, jetzt wirds spannend!

Mund zu Mund Infos:

Jetzt entscheidet sich, ob die Polizei im Konflikt um die Rigaer94 verantwortung übernimmt und den Räumungseinsatz, der am Donnerstag begonnen hat und heute fortgesetzt werden soll, eigenhändig durchführt. Um 8 Uhr kamen zunächst der sogenannte Lusche, der neue dubiose angebliche Hausverwalter. Dieser und sein Anwalt Bernau wollten sich gewaltsam Zutritt zum Haus verschaffen, was an der Menschenkette davor scheiterte. Sein tätlicher Angriff wurde entsprechend beantwortet. Dann kamen sofort massenhaft Bullen, die schon zuvor auffällig unauffällig im Kiez waren, aber die Straße vor der 94 vermieden. Es ist mindestens eine Hundertschaft, wenn nicht wieder zwei im Einsatz. Gleichzeitig kamen Bauarbeiter und Securities. Die Bauarbeiter forderten Anwohner*innen zum “Eins-zu-Eins” auf. Es wurde gemeldet, dass sich darunter solche befinden, die Combat18-Tattoos tragen. Sie und die Bullen mussten registrieren, dass es eine neue, massive Eingangstür gibt. Somit wurde das Eindringen ins Haus im Moment gestoppt. Zur Stunde berät laut ergatterten Informationen der Polizeiliche Führungsstab auf oberster Ebene, also die Polizeipräsidentin. Bis zur Verantwortungsübernahme dieser wird nichts passieren. Was dann passiert, wird Klarheit über den Einsatz seit Donnerstag bringen. War es ein Putschversuch der mittleren Bullenebene oder eine gut geplante Aktion durch die politische Führung im Versuch, alles als Zufall aussehen zu lassen. Die Lügen werden ein Ende haben.

Die Wut gegen die Angreifer auf unser solidarisches Zusammenleben ist dagegen endlos!

Bereitet euch auf alles vor, Freund*innen, es ist ernst!

Aktuelle Infos, auf wenige Zeichen gekürzt, findet ihr bei unserem twitter account: https://twitter.com/rigaer94

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Tagebuch aus der Rigaer94

Tag 1 – Donnerstag, 9. Juli 2020

7:05 – Bullen einer Einsatzhundertschaft kommen über dem Hof der Rigaer Straße 93 in unseren Hof. Ein paar Bullen beschäftigen sich mit dem Zaun und der Mauer, Teile von dem Zaun werden abgebaut, während andere Bullen mit einem Rammbock sich ins Treppenhaus des Vorderhauses begeben. Parallel wird eine Wohnung in der Karl-Marx-Allee durchsucht.

7:20 – Die Tür der Wohnung im 3. Stock links wird eingeschlagen und durchsucht. Es liegt ein Durchsuchungsbefehl für diese Wohnung vor. Die Durchsuchung wird von Zivilbullen des LKA durchgeführt. Dem Anwalt wird über eine halbe Stunde lang der Zugang zum Haus verweigert. Mittlerweile befinden sich 200 Bullen in und um die Rigaer 94 im Einsatz. Auch die Dächer werden von Spezialeinheiten gesichert.

8:20 – Der Anwalt darf die Rigaer 94 betreten. Die Bullen beginnen vor dem Haus parkende PKW‘s abzuschleppen. Während der Hausdurchsuchung im 3. Stock links verschaffen die Bullen dem vermeintlichen Hausverwalter Torsten Luschnat aka die Lusche und dem vermeintlichen (verkehrs)Anwalt der „Lafone Investment Ltd.“ Markus Bernau Zugang zu der Wohnung. Vermeintlicher Hausverwalter und Anwalt beginnen Fotos von der Wohnung und vom Haus zu machen.

11:00 – Die Bullen verschaffen sich Zugang zur Wohnung im 3. Stock rechts, nachdem sie den Anwalt nach unten begleitet haben. Im Laufe der ersten Razzia haben sie sich einen Durchsuchungsbeschluss für eine Wohnung besorgt, der mit dem eigentlichen Anlass nichts zu tun hatte. Der Grund sollen Farbspritzer vom Balkon der Wohnung gewesen sein. Parallel dazu beginnen sie die Tür im 4. OG rechts anzugehen: wir bedanken uns bei der stabilen Barrikade, an der sich die Bullen anderthalb Stunden und sämtliche Werkzeuge abarbeiten mussten. :)

Auch im EG links wird die Wohnung von Bullen und Hausverwaltung „begangen“ und Torsten Luschnat lässt sich in der angeblich leeren Wohnung vom RBB interviewen. Er erklärt die Rigaer 94 zu seinem persönlichen Gaza-Streifen. Juristisch gesehen, war das Betreten der Wohnungen durch Hausverwalter und Anwalt sowie vom RBB ohne vorherige Mitteilung rechtswidrig, also Hausfriedensbruch.

Die Bullen treffen auf Widerstand. Mehrere Raketen zielen auf die Schweine, die das Treppenhaus des Vorderhauses besetzen. Eier und Farbe fliegen.

Von der Hausverwaltung engagierte Secus und Bauarbeiter sammeln sich am Dorfplatz. Einige der Secus sind die gleichen, die auch schon im Sommer 2016 bei der Räumung der Kadterschmiede dabei waren.

13:12 – Die von der Hausverwaltung engagierten Bauarbeiter zerstören unsere Türen von der Straße bis in den Hof.

15:30 – Bullen haben Treppenhaus und Wohnungen des Vorderhauses verlassen, Bauarbeiter, Secus und T. Luschnat aka die Lusche demolieren weiter. Luschnat verschafft sich auch Zutritt zur Wohnung im 1. OG links, die Wohnung unseres kürzlich verstorbenen Nachbarn. Auch hier werden fleißig Fotos gemacht und sich versichert, dass die Wohnung nicht besetzt sei.

17:00 – Kundgebung am Dorfplatz, die Straße wird weiterhin komplett abgeriegelt. Zutritt wird nur Anwohner*innen genehmigt, es dürfen keine Gäste mitgenommen werden. Secus stehen weiterhin vor und in unserem Haus und benutzen die Wohnung im EG links als Aufenthaltsraum und Toilette.

Eingangstüren wurden geklaut, Wohnungstüren zerstört und Wohnungen verwüstet. Am Dorfplatz sammeln sich viele tolle Menschen in Solidarität mit uns und sind laut.

20:30 – Zwischen Zellestraße und Dorfplatz werden Hamburger Gitter aufgebaut. Revival von 2016?

00:30 – Die Hamburger Gitter werden abgebaut. Weiterhin befinden sich Bullen in der Straße, vor und in unserem Haus.

Leipzig: Demo

Noch am Abend laufen eine Demo und danach eine wilde Sponti mit um die 150 Leuten durch Leipzig: „Die Angriffe und Repressionsmaßnahmen gegen linke Aktivist*innen und Projekte nehmen weiter zu. So kam es erst am Mittwoch zu einer Durchsuchung in Bremen, die Durchsuchungen in Connewitz sind ebenfalls nicht lange her

Aus diesem Grund rufen wir euch dazu auf, euch heute Abend am Herderplatz zu einer kleinen Solidemo einzufinden, aus Solidarität mit den Betroffenen von Repression, Polizeigewalt und Staatsterror überall auf der Welt. Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“

Steine werden ausgegraben, Barrimaterial fliegt auf die Straße.

Fotos: https://www.flickr.com/photos/gregthwuen/sets/72157715055656897/

Leipzig: Banneraktion an leerstehendem Haus

„Jede Abschiebung zum Aufstand machen“ und „Rigaer bleibt“

https://twitter.com/leipzigbesetzen/status/1281918771737899008/photo/1

https://twitter.com/leipzigbesetzen/status/1281918771737899008/photo/2

Berlin: Sparkasse entglast

„Wir haben heute (10/7/2020), als eine erste Antwort auf die Razzia und Räumungen im Vorderhaus der Rigaer94, eine Filiale der Berliner Sparkass in Lichtenberg mit Steinen angegriffen und die Scheiben zerstoert […] Mit unserer Aktion rufen wir zu dezentralen Aktionen gegen ihre Pläne auf. Wir wollen nicht auf Tag X warten, die Phase der Räumungen hat bereits begonnen und wir müssen eine starke, kollektive Anwort auf den Strassen geben.

http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/94951

Berlin: Vonovia-Karre abgebrannt

„Die Razzien vom 9. Juli und die Teilräumungen in der Rigaer 94 sind ein Angriff auf unsere selbstverwalteten Projekte. Für die Regierung mag es ein langersehnter Auftakt für all die anstehenden Räumungen in diesem Sommer sein. Für uns auch – dabei haben wir ein Déjà-vu-Erlebnis: Es ist Sommer 2016, die Kadterschmiede wird geräumt…

Die staatlichen Angriffe auf uns und unsere Projekte sind als Teil derzeitiger Repressionsschläge gegen unsere Strukturen zu begreifen. So gab es in den letzten Wochen Hausdurchsuchungen in Leipzig, Frankfurt und Bremen. Noch immer läuft der Prozess gegen die 3 von der Parkbank, der Rondenbarg Prozess steht vor der Tür, das Urteil im Elchaussee-Prozess ist soeben gefällt.

Jetzt folgt, was folgen muss: in der Nacht wird es brennen, Scheiben werden zu Bruch gehen.

Wir haben einen kleinen Anfang gemacht und in der Nacht vom 09.07.2020 in Baumschulenweg einen Transporter von Vonovia angesteckt.“

http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/95099

Tag 2 – Freitag, 10. Juli 2020

6:20 – Bullen gehen ins Treppenhaus des Vorderhauses. Bullengespräche im Treppenhaus: 4. OG rechts und EG links wurden gestern der Hausverwaltung übergeben, auf welcher rechtlichen Grundlage ist unklar.

6:40 – Bullen und Secus verlassen das Treppenhaus und positionieren sich im Durchgang.

8:28 – Polizei Berlin twittert wahrheitswidrig: „Moin zusammen. Wer gerade im Kleiderschrank nach wetterfester Kleidung sucht, um auf dem #Dorfplatz wg. eines angeblichen Einsatzes in der #Rigaer94 zu supporten, kann sich getrost wieder hinlegen. Das ist ein #Fake. Es gab gestern einen Einsatz, aktuell ist nichts geplant.“

9:32 – Der angebliche Hausverwalter Thorsten Luschnat aka die Lusche ist nun mit Bauarbeiter und Bullen im Treppenhaus des Vorderhauses. Sie “klopfen” an die Tür des 4. Stocks. Anschließend beginnen die Bauarbeiter eine Wand einzuschlagen, es gelingt ihnen jedoch nicht, sich so Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Ein paar der Bauarbeiter, begleitet von Secus und Bullen, gehen auf den Dachboden und versuchen durch die Decke in eine andere Wohnung gelangen. Auf Nachfrage beim Einsatzleiter, auf welcher rechtlichen Grundlage das Ganze passiere, wird gesagt, dass es sich um keine polizeiliche Maßnahme handle, sondern sie nur die Bauarbeiter und Hausverwaltung beschützen.

9:45 – Bauarbeiter brechen durch die Decke in die Mietwohnung im 4. Stock links und schmeißen leere Bierflaschen durch das Loch. Den Bewohner*innen des Hauses wird der Zugang zum 4. Stock durch Bullen verwehrt.

9:48 – Einsatzleiter der Bullen pfeift Hausverwalter, Secus und Bauarbeiter zurück. Zu groß ist die Angst vor dem nächsten Henkel‘schem Desaster, was sich aber bereits abzeichnet und der SPD mit Andreas Geisel einiges kosten wird. Bewohner*innen können wieder in den 4. Stock.

13:00 – Die Bauarbeiter sowie einige Schweine fangen an, die Wohnung im EG zu räumen. Ein Bauschuttcontainer wird bestellt, wo alles rein geschmissen wird, obwohl die Wohnung angeblich nicht bewohnt gewesen sei! Die Beamt*innen untermauern damit: ihr Platz ist auf der Müllhalde unter ihresgleichen.

Die Bullen stehen weiterhin vor und in unserem Haus und unterstützen die Bauarbeiter bei der Räumung der Wohnung im EG. Ihre Propagandamaschine bricht zusammen, da sie nicht mehr leugnen können, sich im Einsatz zu befinden.

Es gibt weder für die Wohnung im 4 OG rechts noch für die im EG einen Räumungstitel.

13:40 – Unsere Anwält*innen streiten sich erfolgreich mit Bullen, dem angeblichen Anwalt der Lafone Investment und der Lusche. Die Bauarbeiter hören mit ihrer „Arbeit“ auf; die Bullen ziehen sich aus dem Haus zurück. Der Hausverwaltung und den Secus wird erstmal der Zugang zu der Wohnung verweigert. Es bleiben nur die Secus vor der Tür.

Was hier alles passiert, war anscheinend doch nicht so „Law-and-Order“. Wir dachten, alle hätten von Henkels Aktion 2016 gelernt, die SPD aber offensichtlich am Wenigsten. Tom Schreiber ist der gleiche profilneurotische Hetzer wie eh und je und denkt durch seine direkte Bullen-Connection Twitterlikes erhaschen zu können.

14:05 – Den Bullen fällt nach 8 Stunden auf, dass sie doch vor Ort sind. Tweet: „Korrekturmeldung Unsere Kolleg. waren heute früh im Treppenhaus und vor der Rigaer94 im Einsatz. Wir haben unseren inhaltlich falschen Tweet (siehe Screenshot) von 8.28 Uhr gelöscht.“

Fakenews.

Ab 15:30 – Kundgebung vor unserem Haus. Es kommen immer mehr Leute. Um 21 Uhr ist eine Demo geplant.

18:30 – Das Kiezradio beginnt. Die Bullen sind sehr zurückhaltend, es stehen nur noch vier Secus vor unserem Eingang. Die Stimmung ist gut, viele Menschen vor unserem Haus.

21:15 – Die Demo am Boxhagener Platz geht los. Als sie bei uns vor der Tür endet ist die Stimmung gut, viele Menschen, kämpferischer Ausdruck. Mit Feuerwerk, Konfetti und Flyern wird die Demo willkommen geheißen. Die Demo ist zwar zu Ende, aber viele Leute bleiben hier, die Stimmung ist weiterhin wütend. Die Secus sind unter Polizeischutz zum Frankfurter Tor eskortiert worden.

23:30 – Die Kundgebung vor unserer Tür ist offiziell beendet, aber viele Leute bleiben.

Die Demo, die Aktionen, die in der Nacht liefen und Soligrüße aus anderen Städten haben uns viel Kraft gegeben und ein Gefühl des gemeinsamen Widerstandes. Morgen ist erstmal Samstag.

Wuppertal: SPD-Büro markiert

„Es gab einen Einsatz und ein Eindringen in das Vorderhaus der R94 und es gab Farbe für die SPD […] Die momentanen Ereignisse machen uns Angst. Die drohenden oder schon erfolgten Räumungen unserer Projekte, die Razzien gegen uns, die Anquatsch-Versuche durch die Geheimdienste, die Prozesse gegen uns, §129, Knast, Rassismus, Bullen, Patriarchat, AfD, mordende Nazis, Gentrifizierung – all das macht uns Angst. Aber es macht uns auch wütend. Wütend auf all das, wütend auf andere, wütend auf uns selbst. In so rauen Zeiten ist es umso wichtiger, solidarisch zu handeln, sich zu vernetzen. Desto stärker der Wind bläst, desto stärker müssen wir zusammen stehen. Jeder widerständige Moment schenkt uns Kraft, jedes neue Projekt und jede neue Besetzung Hoffnung. Wir werden weiter kämpfen für ein gutes Leben ohne Herrschaft. Herzen für all unsere Gefährt_innen <3. Hass auf Bullen, Staat und Kapital. FICK DICH SPD ! FICK DICH TOM SCHREIBER !“

http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/95093

Leipzig: Luxuskarre abgebrannt

„In letzter Zeit scheinen sich die Hiebe die uns von den Repressionsbehörden versetzt werden zu vervielfachen und zu verstärken. Für uns ein Grund zu Hause aufzuräumen – dabei haben wir noch einen Brandsatz gefunden und ihn schnell unter einen zeitgemäßen Porsche geschoben. Die neue Stufe der Eskalation geht gerade leider von den Repressionsbehörden aus. Die Angriffe auf Projekte und Hausdurchsuchungen bei Genoss*innen gehen oft mit DNA-Abnahmen und Untersuchungshaft einher, unten mal eine unvollständige Liste des Repressionsgeschehens der letzten Zeit. Das kotzt uns an, wir haben unsere Wut an einem Reichen ausgelassen.

Freiheit für alle Gefangenen!“

http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/95087

Lübeck: spd, linke und grüne besucht

„in der nacht vom 10. auf den 11.07. haben wir in solidarität mit unseren freund_innen aus der rigaer 94 spd, grüne und linke parteibüros in lübeck mit farbe und hämmern angegriffen.

die fassade der grünen wurde durch einen “liebig34 bleibt” schriftzug verschönert. spd wurde mit farbbomben und einem “R94”-Tag versehen. die linke bekam ein “R94” auf die Tür und ein wenig glasbruch. das ist unser anteil an den 1 million sachschaden für jede räumung.

die bullen, die die rigaer 94 angegriffen haben agieren nicht im luftleeren raum. die regierungsparteien berlins können nicht von uns erwarten dass wir tatenlos zusehen wenn sie unsere freund_innen schickanieren und angreifen.

solidarität heißt angriff!
rigaer 94 und liebig 34 bleibt!“

http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/95143

Berlin: Zwei Streifenwagen mit Steinen angegriffen

„Die Rigaer94 steht für die Schweine und damit für ihre kläffenden Kameraden bei der DPolG, GdP und der sabbernder Lokalpresse für den Inbegriff des versagenden Rechtsstaates und der Erniedrigung des Freund und Helfers der Großstadt.

Der Versuch an das reaktionäre Klientel in Berlin und zugleich die kaufkräftigen Bewohner*innen der Eigenheime die Erzählung des durchgreifenden Rechtsstaates zu verkaufen, muss in unseren Augen daran scheitern unsere Ideen gerade jetzt in die Tat umzusetzen […] Wir wissen, dass die Staatsfeinde nicht mit den Gemäuern dieses Hauses assoziiert sind, sondern mit den Kämpfen, die dort verankert sind, genauso wie an all den Orten weltweit, die die Autorität des Gewaltmonopols verachten.

Wir wissen auch, dass wenn die Bullen in unsere Häuser gehen, Leute auf die Straße setzen und Barrikaden oder Türen klauen, es nötig ist darauf zu antworten. Da bereits seit einigen Wochen die Bullen mit renitenten und feiernden Jugendlichen in öffentlichen Parks zu kämpfen haben, gesellten wir uns letzte Nacht im Treptower Park zu ihnen und warteten auf eine Gelegenheit die Schweine anzugreifen. Welch glücklicher Zufall dazu führte, dass zwei Streifenwagen beschlossen direkt vor unserem Hinterhalt anzuhalten und einen kleinen Plausch abzuhalten, können wir nicht sagen. Die Panik in ihren Augen als unsere Gruppe mit Steinen auf sie losgegangen ist, wollen wir aber die nächsten Wochen noch öfter sehen.

Gefahrengebiete schaffen! Die Stadt der Reichen angreifen!
Grüße nach Stuttgart!“

http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/95112

Tag 3 – Samstag, 11. Juli 2020

10:00 – Keine Bullen weit und breit, die Secus sind auch nie wieder aufgetaucht. Wir frühstücken alle zusammen vor unserem Haus. Die Sonne scheint, Nachbar*innen kommen vorbei, grüßen, bringen was zu Essen mit.

10:40 – Zwei Wannen und ein Sixer. Wir werden gefragt, ob wir eine Sondergenehmigung für die Nutzung der Fläche vor unsererm Haus hätten.

10:50 – Der Frühstückstisch wird „geräumt“ und in unseren Hof verdrängt, da hätten wir auch genug Sonne laut Bullen.

Nachbar*innen sind solidarisch: Bullen werden von den Fenster und Balkonen angepöbelt. Leute fangen an auf Kochgeschirr zu scheppern.

11:10 – Zwar ist unser Frühstückstisch abgeräumt, unser Sofa von den Bullen aka Müllarbeiter aka Müllsäcke weg getragen. Die Sonne und die Solidarität der Nachbar*innen machen gute Laune.

Der Tag bleibt ruhig, Wannen fahren sinnlos oft vor unserem Haus vorbei.

23:00 – Sponti im Südkiez. Banken und Neubauten werden entglast. Find wa jut!

11.07. Berlin: militante Sponti durch den Friedrichshainer Südkiez

mehrere Luxuskarren und Carsharing-Autos gesmasht, Sparkasse eingeworfen, überall L34 und R94 gesprüht. Keine*r wird erwischt, jedoch vier Leute in der Nähe vorläufig festgenommen. Solidarität mit den von Repression Betroffenen!

11.07. Berlin: Vonovia und Kettritz Schlüsseldienst geplättet

„Während eine militante Sponti durch Friedrichshain lief und dabei für einigen Sachschaden sorgte, haben wir in Prenzlauer Berg eine Vonovia Karre und ein Auto des Kettritz Schlüsseldienstes* geplättet. Der Schlüsseldienst Kettritz war an der Razzia/ (versuchten) Räumung im Vorderhaus der Rigaer94 beteiligt. Egal ob Schlüsseldienst, Securities oder Bauarbeiter: alle Handlanger machen sich mit verantwortlich für Angriffe auf unsere Strukturen. Wir werden weder eine langsame Räumung der Rigaer94, noch die der Liebig34 oder einer der anderen bedrohten Projekte hinnehmen. Liebig34, Rigaer94, Syndikat, Meuterei, Potse – Wir bleiben alle!“

http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/95225

Tag 4 – Sonntag, 12. Juli 2020

11:45 – Guten Morgen! Kurzes Update: Nacht vor unserem Haus war ruhig, seit einigen Stunden steht eine Wanne am Dorfplatz und Bullen sind im Kiez unterwegs. Wär richtig geil, wenn ihr folgendes vorbei bringt: Beton Kies Glas Sand Zement Stahlseile

Auch für uns ist es Sonntag: Garten- und Bauarbeiten sind angesagt. Wir machen unser Haus wieder fit.

16:00 – Die Bullen rücken an, haben wahrscheinlich Langeweile, wissen nicht so richtig, was sie tun sollen, scheinen keine Befehle mehr zu haben und zu viel Angst, wieder in ihre eigene Falle zu tappen. Die Bauarbeiten sind akustisch gut Wahrnehmbar. Der Vorwand jetzt Menschen zu schikanieren sind „Corona-Verstöße“. Eine Person wird in eine Wanne verfrachtet, etwas später mit nem Platzverweis wieder frei gelassen. Bullen filmen unablässig die Menschen vor der Tür.

Es bleibt weiterhin ruhig. Streifen und Wannen fahren vorbei, verbrauchen Sprit und gehen allen auf die Nerven. Bullen versuchen das Scheitern ihres Einsatzes zu verschweigen, Meldungen über die zahlreichen Aktionen werden klein gehalten.

Tag 1
Tag 1
Tag 1
Tag 1
Tag 1
Tag 1 – Torstenn Luschnat aka die Lusche
Tag 1 – Bauarbeiter
Tag 2
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Tag 3
Tag 3
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—-Deutsche Version unten—–

Last updates:

From friday till saturday evening securities were in front of our house, that does not have any of its front doors anymore. Yesterday morning, around 6:30 am the cops attempted to enter again our front-house block. The so-called “Hausverwalter” Torsten Luschnat arrived at 7 am in order to enter the 4th floor flat in front house of 94. Of course, there is still no owner of the house known but the cops and their commanders in the senate decided to trust the new company, that pretends they are legally allowed to enter. Luschnat Immobilien did not even follow any legal frame and attacked the flat in order to evict it. The attack started from the construction team secured by the cops, by trying to smash through a bricked up door attempting to injure people who were behind it. The people behind the barricades showed an active defense and managed to ruin these plans. Therefore, it was impossible for the workers to enter. They and the cops went to the attic and smashed a hole into the ground ending up in the next door appartment. Unfortunately for them, also the tenant who lives there, managed to keep them out of the flat. Because of the escalation, the cops, afraid of leaving the legal frame, were not willed to continue and stopped the procedure. After those failed attempts of entering our flats, the cops stood in front of our door with the security team. At the same time, the construction team started throwing all the stuff from the ground floor flat, that had been evicted on friday, to the trash. The security team and the workers started to use the toilet and kitchen of the flat. Actually, as soon as they realized that there is a contract still existing, with a person present being able to show it, the doors of the apartment were closed. To demonstrate their power, the cops, from time to time, decided to prevent people who are not registered to come inside. In the afternoon the cops left their position in front of our house. Before the demo arrived, the securities also left being secure by cops. Hundreds of solidary people joined the demonstration and gathered in front of our house until late in the night.

Which is the state’s strategy behind this attack

We recognize that the states worldwide take an authoritarian position on struggles for a society based on solidarity and equality. But people revolt and defend themselves. If we look at self-organised spaces in Berlin, the state’s agenda is obvious: They want to get rid of us but fear our connection and common resistance. They try to establish more and more the strategy of long enduring cold evictions as they did in case of G17a, Teppichfabrik, Sabot Garden etc.. For Rigaer94 there is once again a long-term planned strategy as it was in 2016. Geisel now uses a similar tactic as Henkel did. It was part of their strategy, to, since January, place the BPE-unit in front of our door or Dorfplatz for months and control people who want to enter, leave or pass by the house. Even in times of corona these police measurments intensified.

This time, it had been the plan to use raids in order to evict people from their flats, get rid of our doors and gain control over the house. It is obvious, that the entire offense is connected to the attempt to evict our neighbours Liebig34. On the one hand it is possible that private securities, who said they will stay for the upcomming weeks, will show up again and stay at our entrance until the eviction of Liebig34. On the other hand it is not clear if and how cops will further restict us. There is the intention to immobilize people from the house as well as to prevent the house being a thorn in the enemy’s eye in the upcoming fight. It was a try to shock, weaken and isolate the movement who fights against the state and capital. They are fully aware of our close connection and solidary comradeship with Liebig 34. It as well happens in a time, when our connection with the neighborhood has been growing stronger and closer (except the one with the people longing for peace with this system in one of the wealthiest countries in the world, as Bambiland). Everyday we make our politics from below in the streets and position ourselves in order to reclaim spaces and build a rebellious neighborhood.

This attack from the state towards our ideas and our structures is definitely an attempt to gain more control over our house, neighbourhood and everyone who is a part of it and its struggles. The state knows the strength of our solidarity and our common fight against this murderous system.

A period of evictions has already started. It is not centered around one specific day X, it is now and will be tomorrow.

 

Let’s take back the houses to those who need them!

If there is an attack on one project, they attack us all!

Don’t forget the demonstration for threatened projects on the 1st of August at 8 pm (start at Herrfurthplatz) and the Spontis on every day X.

We call for decentralized actions, be creative in the streets and take care of each other.

Every state’s attack, every eviction has its answers!

 

With rage in our hearts, Rigaer 94.

 

——-Deutsche Version—————

Sie versuchten uns zu begraben aber haben vergessen, dass wir die Saat sind

Neustes Update:

Von Freitag bis Samstag Abend standen Securities vor unserem Haus, welches nun keine ihrer Eingangstüren mehr hat. Gestern morgen, gegen 6:30 Uhr machte die Polizei den Anschein wieder unser Vorderhaus zu betreten. Um 7 Uhr kam der so genannte, “Hausverwalter” Torsten Luschnat um den 4. Stock des Vorderhauses der R94 zu betreten. Natürlich gibt es immer noch keinen Eigentümer des Hauses aber die Bullen und ihre Freunde im Senat beschlossen der neuen Verwaltung zu vertrauen, welche so tat als hätten sie ein Recht darauf unser Haus zu betreten. Luschnat Immobilien verließ jeglichen legalen Rahmen als sie versuchten in die Wohnung einzubrechen um sie zu räumen. Die versuchte Räumung startete damit, dass Bauarbeiter (mit Polizeischutz) auf die zugemauerte Tür einschlugen und so die sich dahinter befindlichen Menschen verletzten. Die Menschen hinter den Barrikaden verteidigten sich, so dass die Bauarbeiter nicht mit ihrem ursprünglichen Plan vortsetzten konnten. Daher war es den Arbeitern nicht mehr möglich die Wohnung zu betreten. Als nächstes begaben sich Arbeiter und Cops auf den Dachboden um ein Loch durch den Boden in die Decke der gegenüberliegenden Wohnung im 4. Stock zu schlagen. Doch, zu ihrem Pech, schafften es die Bewohner sie aus der Wohnung fernzuhalten. Da sie Angst hatten auf Grund der Eskalation den legalen Rahmen zu verlassen brachen die Cops ihre Mission ab. Nach dem gescheiterten Versuch unsere Wohnungen zu betreten, standen Cops und Securities weiterhin vor unserem Haus. Zum selben Zeitpunkt begannen Bauarbeiter Sachen aus der, am Freitag geräumten, Wohnung im Erdgeschoss zu holen und wegzuschmeißen. Sie benutzen die Wohnung nun als ihre Toiliette, Küche etc. Doch als sie bemerkten, dass es einen Menschen gibt, der im Stande dazu ist einen bestehenden Mietvertrag für diese Wohnung vorzulegen, schlossen sie die Wohnung ab. Um ihre Macht zu demonstrieren verweigerten die Cops zeitweise weiterhin Menschen, die nicht im Haus registriert sind, den Zugang. Nachmittags verliessen die Cops dann ihre Stellung vor unserem Haus unserer. Bevor die Demo unser Haus erreichte wurden die Secus unter Polizeischutz abgeführt. Hunderte solidarische Menschen versammelten sich am Abend für eine Demo. Diese endete vor unserem Haus, Menschen blieben bis spät in die Nacht.

Was ist die Strategie des Staates hinter diesem Angriff

Wir merken, dass Staaten weltweit sehr autoritär auf soziale Kämpfe reagieren, welche sich der Gleichheit und Solidarität verschrieben haben. Doch die Menschen revoltieren und verteidigen sich selbst. Wenn wir einen Blick auf die selbstorganisierten Räume in Berlin werfen wird uns schnell die Taktik der Bullerei klar: Sie wollen uns los werden, denn sie haben Angst vor unserem Zusammenhalt und gemeinsamen Widerstand. Sie fahren immer öfter die Strategie der “kalten Räumung” wie zum Beispiel mit G17a, Teppichfabrik oder dem SabotGarden. Für Rigaer94 gibt es wieder einmal eine langfristig geplante Strategie wie im Jahr 2016. Geisel wendet nun eine ähnliche Taktik wie Henkel an. Teil dieser Strategie war es, ab Januar die BPE-Einheit vor unserer Tür oder am Dorfplatz zu platzieren und die Leute zu kontrollieren, die das Haus betreten oder verlassen wollen oder vorbei gehen. Trotz Zeiten von Corona wurden die Massnahmen intensiver.

Diesmal war der Plan, unter dem Vorwand von Hausdursuchungen, Menschen aus ihren Wohnungen zu vertreiben, unsere Türen zu entfernen und Kontrolle über das Haus zu erlangen. Es ist offensichtlich, dass das gesamte Vorgehen mit dem Versuch verbunden ist, unsere Nachbarn Liebig34 zu räumen. Zum einen ist es möglich, dass die Secus wieder auftauchen und bis zur Räumung bleiben, da sie behaupteten, mehrere Wochen zu bleiben. Zum anderen ist unklar, ob die Cops uns in den kommenden Wochen vor oder in unserem Haus weiter einschränken wollen. Ziel ist es, Personen aus dem Haus zu immobilisieren sowie zu verhindern, dass das Haus dem Feind im bevorstehenden Kampf ein Dorn im Auge ist. Es war ein Versuch, die Bewegung, die gegen Staat und Kapital kämpft, zu schockien, zu schwächen und zu isolieren.

Sie sind sich unserer engen Verbindung und solidarischer Beziehung mit Liebig34 voll bewusst. Dies geschieht auch in einer Zeit, in der unsere Beziehungen mit der Nachbarschaft stärker und enger geworden ist (ausgenommen der Nachbarschaft die sich nach Frieden mit dem System in einem der reichsten Länder der Welt sehnen, wie Bambiland). Jeden Tag machen wir unsere Politik von unten in den Straßen und positionieren uns, um Räume zurückzuerobern und eine rebellische Nachbarschaft aufzubauen.

Dieser Angriff des Staates auf unsere Ideen und unsere Strukturen ist definitiv ein Versuch, mehr Kontrolle zu gewinnen über unser Haus, unsere Nachbarschaft und alle die sich als Teil dessen und den Kämpfen darum sehen. Der Staat kennt die Stärke unserer Solidarität und unseres gemeinsamen Kampfes gegen dieses mörderische System.

Eine Phase von Räumungen hat bereits begonnen. Sie findet sich nicht an einem bestimmten Tag X statt, sondern ist jetzt und morgen!

 

Lasst uns die Häuser zurueck nehmen fuer die, die sie brauchen.

Der Angriff auf ein Projekt is ein Angriff auf uns alle.

Vergesst nicht die Demonstration fuer die bedrohten Projekte am 1.August um 20Uhr (Startpunkt Herrfurthplatz) und die Spontis um 21 Uhr am Tag X.

Wir rufen zu dezentralen Aktionen auf. Seid kreativ in den Strassen und passt aufeinander auf. Jeder staatliche Angriff, jede Räumung hat ihre Antworten.

 

Mit Wut im Herzen, Rigaer94

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Ein erneuter Räumungsversuch

Heute um 07:00 zertrampelten Schweine einer Hundertschaft den Fahrradständer im Hof der Rigaer 93, um einzeln über den Zaun in unseren Hof zu klettern. Gleichzeitig besetzten sie die Dächer unseres Blocks. Die Schweine, mitsamt LKA 5 und 6, verschafften sich dann im Vorderhaus Zugang zu Wohnungen im 3. Stock unter dem Vorwand einer Durchsuchung wegen Urkundenfälschung und anderem. Laut der Presse durchsuchten sie gleichzeitig auch eine Wohnung in der Karl-Marx-Allee.

Entgegen ihres üblichen Vorgehens verzichteten sie auf einen Hubschrauber und machten bisher keinen Versuch, ins Hinterhaus einzudringen. Zwischenzeitlich führten sie den schlechtesten Verkehrsrechtsanwalt der Stadt, Markus Bernau, im Vorderhaus herum, vermutlich in der Absicht ihn bei Klagen gegen die dort besetzten Wohnungen zu unterstützen. Auch Torsten Luschnat, der meint unser neuer Hausverwalter zu sein, verschaffte sich Zugang zu diesen Wohnungen. Dabei hat die sogenannte Eigentümerfirma schon mehrfach vor Gericht bewiesen, dass sie eigentlich nichts beweisen kann, nicht einmal ihre Rechtmäßigkeit, gegen uns juristisch vorzugehen. Die bisherigen Gerichtsurteile haben sämtliche Klagen abgewiesen.

Am Dorfplatz sammelten sich derweil private Sicherheitskräfte der Firma Smart Guard Protection GmbH sowie Bauarbeiter, die später begangen unsere Türen im Durchgang zu zerstören und sich mit den Bullen mit Flex und Hämmern durchs Vorderhaus arbeiteten.

Eine Wohnung im Erdgeschoß, sowie der Dachboden und der Keller des Vorderhauses wurden bereits geräumt und laut Aussagen, die die Bullen gegenüber Anwält*innen äussern, haben sie vor jeden nicht vermieteten Raum zu räumen und zu besetzen. Um 15:30 Uhr verliessen die Bullen jedoch überraschend erstmal das Treppenhaus des Vorderhauses (verschwanden jedoch nicht komplett), liessen Bauarbeiter mit Demolierungswut, Securities sowie Torsten Luschnat aka die Lusche im Durchgang zurück …

Es ist uns nicht möglich zu sagen, was weiter passieren wird. Was jedoch klar ist, dass wir unser Haus verteidigen und uns unsere Räume zurückholen werden.

Der heutige Einsatz ist der Versuch des Senats und der Bullenführung, die Diskurshoheit über das Gefahrengebiet Nordkiez zurück zu erlangen. In den vergangenen Wochen verstärkte sich die Hetze einiger Abgeordneter um Tom Schreiber und ihrer Handlanger in den Medien. Die beabsichtigte Räumung der Liebig34 und die erwartete Konfrontation mit der Solidarität, die für dieses Projekt bis ins bürgerliche Lager reicht, macht es aus Sicht der extremistischen Mitte erforderlich das eigene Profil zu schärfen. In diesem Kontext sind die Medienberichte zu sehen, in denen von den netten Reichen berichtet wird, die ihren Traum des luxuriösen Lebens in der Rigaer Straße nicht verwirklichen können. Oder von einer Polizei berichten, die gar nicht so mörderisch und faschistisch sei, wie es die Statistiken ausdrücken, sondern die arme Opfer linker Gewalt sind, die im Übrigen identisch mit der rechten Gewalt sei.

Überraschend ist, dass der Senat und die Lobby der Investor*innen den frontalen Angriff auf die solidarische Stadt von Unten und den Widerstand gegen Verdrängung, nicht mit der erwarteten Räumung des Syndikats beginnen, sondern mit einem Fehler Henkel’scher Logik. Wir stehen am Anfang einer Phase, in der die Beseitigung jeder linksradikalen und anarchistischen Sichtbarkeit durchgezogen werden soll, die den Herrschenden im Kontext der Corona-Volksgemeinschaft sinnvoll erscheint.

Was passiert, ist offenkundig; wir sollen Räume und Projekte verlieren, wir werden sie jedoch verteidigen, es wird Verletzte und Verhaftete geben, ein Teil der Gesellschaft wird jubeln, andere werden den Kopf schütteln, es wird Soliaktionen geben, die Fronten im sozialen Krieg werden deutlicher werden …

Ihr wisst was in diesem Fall zu tun ist.

Eure Rigaer94

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Infos zur Razzia am 9.Juli 2020

+++Seit 07:00 sind Bullen in den Hof der Rigaer94 eingebrochen und haben Teile des Vorderhauses besetzt. Angeblich soll es sich um eine Durchsuchung einer Wohnung im Vordehaus handeln.

Die Bullen haben im Hof randaliert als sie über die Rigaer 93 unser Gelände betraten. Inzwischen sind vermutlich auch Türen im Vorderhaus zerstört. Auf den Dächern ebenfalls Bullen. Wieviele in den umliegenden Straßen sind, ist noch unklar. Weitere Infos folgen.

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+++Wenige Tage vor dem heutigen Überfall der Schweine auf unser Haus wurden bei uns Briefe abgegeben, die einen Wechsel der Hausverwaltung darstellen sollen.

Auf einer extrem verkleinerten Kopie eines angeblich von einem angeblichen Notar in England beglaubigten Schreibens, erklärt eine unleserliche Unterschrift den

Thorsten Luschnat, Kuhnaustr. 6 in 12623 Berlin (geb. am 27.11.1965)

zum Verwalter der Rigaer94. Dieser gibt in seinem Schreiben vom 06.07.2020 vor, eine Hausverwaltung unter dem Namen Luschnat Immobilien zu betreiben und im Interesse der “Lafone Investment Ltd” zu handeln. Wer Informationen über diese weitere Briefkastenfirma der Immobilienmafia besitzt, kann sie uns gerne zukommen lassen.

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+++Securities sammeln sich in der Straße. Ihre Firma ist die gleiche, die sich auch bei der gescheiterten Räumung der Kadterschmiede beteiligten: Smart Guard Protection GmbH. Außerdem versuchen die Bullen nach der Razzia in einer Wohnung, für die sie einen Durchsuchungsbefehl hatten, in mehrere Wohnungen im Vorderhaus einzubrechen.

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Liebe Freund*innen und Gefährt*innen,


-english version below –

Wie bereits angekündigt werden wir auch diesen Mittwoch, sowie in der Zukunft die Kadterschmiede öffnen. Eine Erklärung wurde hierzu schon letzte Woche veröffentlicht. Auch rufen wir, angesichts der drohenden Räumungen und kommenden Urteilsverkündung der Liebig34, weiterhin alle solidarischen Strukturen dazu auf, ihre Räumlichkeiten ebenfalls ab Juni wieder zu öffnen. Wir brauchen unsere Orte der Vernetzung und des Austausches und können uns keine weitere Isolation leisten.

Wie bereits letzte Woche wird unsere Küfa draußen vor unserer Tür stattfinden.

Die massive Bullenpräsenz vor unserer Tür und im gesamten Kiez zur Schmiedenöffnung vergangenen Mittwoch kam für uns nicht überraschend. Durch unsere aktive Präsenz vor der Tür konnte zwar ein generelles Blockieren unserer Eingangstür verhindert werden, doch hat es die Schweine leider nicht davon abgehalten Personen, die uns besuchen wollten und das Angebot eines Infoabends zur aktuellen Situation der Liebig34 wahrnehmen wollten, zu kontrollieren und Personalien aufzunehmen. Kurze Zeit später entschlossen sich die Bullen überhaupt keine Menschen mehr in die Nähe unserer Tür zu lassen.

Hier trat einmal mehr die krasse Heuchelei der Uniformierten zum Anblick. Während Konsumtempel wieder geöffnet haben und Menschen dort ohne jegliche Einhaltung der Hygienemaßnahmen ihren Kaufrausch nachgehen können, sollen selbstorganisierte und unkommerzielle Räume weiterhin geschlossen bleiben, um angebliche Infektionen zu verhindern.

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass das sogenannte „Infektionsschutzgesetz“ nur als weiterer Vorwand diente unseren Kiez durch massiver Bullenpräsenz zu belästigen und isolieren zu wollen.

Uns ist bewusst, dass aufgrund dieser Schweinereien es Menschen nicht möglich war uns besuchen zu kommen.

Natürlich arbeiten wir weiterhin daran dazu einen passenden Umgang/Antwort zu finden, um die Schweine von unseren Türen fernzuhalten und generell aus dem Kiez zu vertreiben.

Hierbei bedarf es jedoch wie immer solidarische Menschen und Strukturen.

Solidarität ist unsere Waffe.

Ihr seid herzlich eingeladen am 03.06. um 9 Uhr zum Schauprozess und anschließender Pressekonferenz vor der Liebig34 zu kommen.

Unsere Türen stehen euch dann Abends wieder offen.

Stay tuned.

Kadterschmiede bleibt offen.

Liebig34 bleibt für immer.

Rigaer94

Dear friends and companions,
As already announced, we will open the Kadterschmiede this Wednesday and in the future. A statement was already published last week. We also continue to call on all solidarity structures to reopen their premises in June.
Especially in view of the threat of evictions and the announced judgement of Liebig34, we need our places of networking and exchange and cannot afford further isolation.
Like last week, our Küfa will take place outside our door.
The massive cop presence in front of our door and in the whole neighbourhood at the opening of „Schmiede“ last Wednesday came as no surprise to us. Our active presence in front of the door prevented a general blocking of our front door, but unfortunately it did not stop the pigs from checking and taking down IDs of people who wanted to visit us and take advantage of the offer of an information evening about the current situation of the Liebig34. A short time later the cops decided not to let any people near our door at all.
Here once again, the hypocrisy of the uniformed men came into view. While temples of consumption have reopened and people there can go on their shopping spree without any observance of hygiene measures, our selforganized spaces should continue to be closed in order to prevent alleged infections.
The last few weeks have shown that the so-called “infection protection law” only served as a further pretext to try to harass and isolate our neighbourhood by massive cop presence.
We are aware that due to this filth it was not possible for people to visit us.
Of course we are still working on finding a suitable way to keep the pigs away from our doors and generally drive them out of the neighbourhood.
However, as always, solidarity and structures are needed.
Solidarity is our weapon.
You are invited to come to the show trial and the following press conference in front of the Liebig34 at the 03.06. at 9am


Our doors will be open to you again in the evening.
Stay tuned.


Kadterschmiede stays open.
Liebig34 stays forever.

Rigaer94

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Eine deutsche Version ist unten angehängt.

Now that the arteries of the capitalist system are again pulsating in the rhythm of production and consumption, we find the re-opening of Kadterschmiede and other common spaces of the projects as important as mentioned in our previous text.[1]
During the “unofficial” lockdown people where pushed to continue going to work or companies found the alternative solution of home office to prevent a breakdown. For almost a month now the industry of education is open again. At the same time the public spaces are under constant attack to prevent political and social interactions.

In times when it’s mostly fascists who reclaim the public spheres and the cops try to control every corner of the city, our spaces cannot be kept closed any longer.

The reconstruction of our political and social spaces is a crucial necessity to finally break the self-isolation process which began during the state of emergency to continue our political and socially interactive meetings and to reclaim our self-organised ventures.
Let’s stand collectively against the regime of fear, control and isolation and get our communities of struggle re-organised! Facing evictions – Let’s all fight and open our common spaces in june again.

Starting the 27th of May, Kadterschmiede opens every wednesday again. This week there will be an info event about the current situation of Liebig34 and an exhibition of the history of our stre et. The exhibition and info event will take place outside if the wheather permits.

We as Rigaer94 try to make our space accomodating and comfortable to use for all our friends, people we see alligned with us politically and neighbours. We do not want to exclude you if e.g. you, or people you want to remain close to, have a condition that put you at higher risk in case of an infection. We are taking steps to make this easier but are not perfect. As always you can talk to people at the bar or at the doors anytime if you feel uncomfortable, want assistance with something or have a question. Nevertheless we are far from being able to provide a clinically clean environment. As such please use your own judgement to decide if you can and want to be here. Please be considerate and respect peoples boundaries, as always. We will continue having food in front of our doors like in the previous weeks.[2]

We are aware that this call might have reached people quite late. While we as a wider political structure are partly immobilized by safety-measures against infection, the state and its forces never ceased the attacks. We see a harmless example of it in front of our doors where cop-violence has become once again a daily experience for us. We understand this reopening as an important preparation for the upcoming crackdown on our spaces of self-organization (such as Liebig34).


Öffnen wir unsere kollektiven Räume im Juni! – Den kollektiven Raum für den Kampf wieder öffnen und neu aneignen

Wir empfinden die Wiedereröffnung der Kadterschmiede und anderer kollektiver Räume weiterhin für so wichtig und unumgänglich wie in einem vorigen Text erklärt [1], jetzt wo die Arterien des kapitalistischen Systems wieder im Rhythmus von Produktion und Konsum pulsieren. Während des inoffiziellen Lockdowns wurden Menschen dazu gedrängt weiter zur Arbeit zu gehen andere Firmen wichen auf home office aus um einem Breakdown zu verhindern. Seit etwa einem Monat ist die Bildungsindustrie wieder eröffnet. Zur gleichen Zeit sind öffentliche Räume unter ständigem Angriff um politische und soziale Interaktion zu unterbinden.

Zu Zeiten in denen größtenteils Faschist*innen den öffentlichen Raum einzunehmen vermögen und Bullen versuchen jede Ecke der Stadt zu kontrollieren, können unsere Räume nicht weiter geschlossen bleiben.

Es ist notwendig unseren politischen und den sozialen Raum wieder aufzubauen um endlich mit dem Prozess der Selbstisolierung der mit dem Ausnahmezustand begonnen hat zu brechen und mit politisch und sozial interaktiven Treffen fortzufahren um unsere selbstbestimmten Vorhaben wieder aufzunehmen.
Lasst uns gemeinsam gegen das Regime von Angst, Kontrolle und Isolierung anstehen und unsere gemeinsamen Kämpfe neuorganisieren. Lasst uns im Angesicht der drohenden Räumungen alle unsere kollektiven Räume im Juni wieder öffnen und dagegen kämpfen.

Ab dem 27ten Mai öffnet die Kadterschmeide wieder jeden Mittwoch. Diese Woche wird es ein Infoevent zur aktuellen Situation der Liebig34 und eine Austellung zur Geschichte der Straße geben. Die Ausstellung und das Event finden bei angemessenem Wetter draußen statt.

Wir als Rigaer94 wollen dass unsere Freund*innen, uns politisch nahstehenden Menschen und Nachbar*innen den Raum so nutzen können dass sie sich wohlfühlen. Wir wollen euch nicht ausschließen, wenn z.B. ihr oder Menschen, denen ihr nahe bleiben wollt, durch eine Infektion einer hohen Gefahr ausgesetzt seid. Wir unternehmen Schritte, um dies zu erleichtern, sind aber nicht perfekt. Wie immer könnt ihr jederzeit Leute an der Bar oder an den Türen ansprechen, wenn ihr euch unbehaglich fühlt, euch Hilfe bei etwas wünscht oder eine Frage habt. Dennoch sind wir weit davon entfernt, eine klinisch saubere Umgebung zur Verfügung stellen zu können. Daher entscheidet bitte nach eigenem Ermessen, ob Ihr hier sein könnt und wollt. Bitte seid -wie immer- rücksichtsvoll und respektiert die Grenzen anderer Menschen. Wie in den vergangenen Wochen[2] werden wir weiterhin Essen vor unserer Tür ausgeben.

Uns ist bewusst, dass dieser Aufruf Menschen ziemlich spät erreicht. Während wir als breitere politische Struktur durch Infektionsschutzmaßnahmen teilweise immobilisiert sind, haben der Staat und seine Büttel die Angriffe nie eingestellt. Wir sehen ein harmloses Beispiel vor unseren Türen, wo Polizeigewalt für uns wieder zu einer täglichen Erfahrung geworden ist. Wir verstehen die Wiederöffnung als eine wichtige Vorbereitung auf den bevorstehenden Angriff auf unsere Räume der Selbstorganisation, wie die Liebig34.


[1]Selbstorganisation im Ausnahmezustand warum wir offene soziale Räume für wichtig halten auf rigaer94.squat.net

[2]Einladung zur Strassenvokü auf rigaer94.squat.net

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