Chronik aktualisiert // Chronic updated

FYI: Wir haben unsere Hauschronik aktualisiert und endlich auch ins Englische übersetzt. Ihr könnt sie hier finden: https://rigaer94.squat.net/chronik/

FYI: We updated the house chronic and finally translated it into english. You can find it here: https://rigaer94.squat.net/chronik/

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  • Kategorie: Statements

[german below]

When we conspire
Conspire to hold 
hold hold hold 
hold on hold out and hold together 
and jump when we feel it right 
let our fire set us ablaze so everyone can see our spark
 
conspire to remember the feeling of moss under our feet 
the feeling of sun on our skin 
the smell of roots and melting asphalt 
the burn in legs and lungs after a last second sprint 
to feel each others' passion and motivation 
to be compassionate with ourselves 
conspire to guide our desires to their truest targets 
When we conspire our fires so bright 
Today we live a cycle of devastation and wars, of ecocide, of intensifying technological and social control. Day by day, we watch companies devour misery and death, supported by state militaries. Defense budgets soar as the parliaments of western countries support genocides, as they finance conflict in the global south to maintain their control over living beings and their environments, which they have categorised as resources. We watch companies enrich themselves through exploitation of the living world to continue the madness of technological progress and the farce of the ecological transition. 
And meanwhile in our cities, we see the social war unfolding in front of us in the form of gentrification, among others. Those deemed unsuitable for the neighborhoods that are being restructured for the comfort of the rich are subjected to violence from police and landlords, struggle with price increases and social pressure, watch their communities fracture, and are displaced. 
These situations strengthen our resolve to conspire against those responsible for the exploitation and misery in this world, to search for their weaknesses and attack them, to find moments where the structures of domination are destroyed that give us so much joy, to turn the dark nights into lightning, to demonstrate that we hate them and that we will make their lives harder as we strive to break their power. 
We defend the importance of conspiring and attacking, of stopping their machinery, even for a short time, causing them the greatest possible damage, demonstrating that they are not immune, that they have flaws, that they are not perfect and of course vulnerable.
We will continue to conspire day by day to end what the existant, to end this world of misery, to defend our dignity, to show them that they will never sleep peacefully, that there will always be people willing to attack power in all its forms. We will conspire from our homes, places where we fight to break with everything established, places that are dangerous to power, where we aim to create another way of relating, linking, and taking care of each other. 

In February 2023, two comrades were arrested and are being accused with conspiracy to commit a crime qualified as arson. Their trial will begin on May 27th. We will stand in solidarity with our comrades regardless of what the judicial apparatus says about them. The details of the case will only be relevant in court. The only things that matter to us are that our friends and comrades find themselves in the best possible position and receive all the love and solidarity they need, and that the fight goes on. We will continue furthering our conspiracy to overthrow the existent! 
Let us join the opening of the process on 27th of may at 12:00 pm in front of the courthouse in Moabit. 
There are further planned process dates, so far they are : 

06.06. - 09:15 am 
13.06. - 09:15 am 
01.07. - 09:15 am 
04.07. - 09:15 am
08.07. - 09:15 am 
11.07. - 09:15 am


For more information: verabredet.noblogs.org
We want to show our solidarity and remember that we have an appointment… we meet somewhere dark to make them shine.
Nothing is finished, everything continues. 

Wir haben eine Verabredung | Conspiracy to Overthrow the Existent

When we conspire
Conspire to hold 
hold hold hold 
hold on hold out and hold together 
and jump when we feel it right 
let our fire set us ablaze so everyone can see our spark
 
conspire to remember the feeling of moss under our feet 
the feeling of sun on our skin 
the smell of roots and melting asphalt 
the burn in legs and lungs after a last second sprint 
to feel each others' passion and motivation 
to be compassionate with ourselves 
conspire to guide our desires to their truest targets 
When we conspire our fires so bright 

Heute leben wir in einem Zyklus aus Verwüstung und Kriegen, Ökozid, sich intensivierender technologischer und sozialer Kontrolle. Tag für Tag schauen wir dabei zu, wie Firmen, unterstützt von staatlichen Militärmächten, sich von unserem Elend und Tod ernähren. Verteidigungshaushalte schnellen in die Höhe, unter Parlamenten westlicher Länder, die Genozide unterstützen und Konflikte im globalen Süden finanzieren, um ihre Kontrolle über Lebewesen und ihre Umwelt aufrechtzuerhalten, die sie als Ressourcen kategorisiert haben. Wir sehen zu, wie Konzerne sich an der Ausbeutung der lebenden Welt bereichern, um den Wahnsinn des technologischen Fortschritts und die Farce der ökologischen Wende fortzuführen.
Und gleichzeitig sehen wir in unseren Städten, wie der soziale Krieg sich unter anderem in Form von Gentrifizierung vor uns entfaltet. Die, die für die Nachbarschaften als unpassend gelten, die für die Reichen umstrukturiert werden, werden der Gewalt von Polizei und Vermieter*innen unterworfen, kämpfen mit Preiserhöhungen und sozialem Druck, müssen ihren Gemeinschaften beim Auseinanderbrechen zusehen und werden verdrängt.
Diese Situationen stärken unsere Entschlossenheit, uns gegen die Verantwortlichen für die Ausbeutung und Misere dieser Welt zu verabreden und zusammenzukommen, nach ihren Schwachpunkten zu suchen und sie anzugreifen, Momente zu finden, in denen die Strukturen der Herrschaft zerstört werden, die uns so viel Freude schenken, die dunklen Nächte in Blitze verwandeln, und zeigen, dass wir sie hassen und dass wir in unserem Streben, ihre Macht zu brechen, ihnen das Leben schwerer machen werden.
Wir verteidigen die Bedeutung davon, sich zu verabreden und anzugreifen, ihre Maschinerie zu stoppen, sei es auch nur für kurze Zeit, ihnen den größtmöglichen Schaden zuzufügen, um zu zeigen, dass sie nicht immun sind, dass sie Schwachstellen haben, dass sie nicht perfekt sind und selbstverständlich verletzlich.
Wir werden uns weiterhin Tag für Tag verabreden, das Existierende, diese Welt des Elends zu beenden, um unsere Würde zu verteidigen, um ihnen zu zeigen, dass sie niemals ruhig schlafen werden können, dass es immer Leute geben wird, die die Macht in all ihren Formen angreifen werden. Wir werden uns von zuhause aus, von Orten, die der Macht gefährlich sind, wo wir eine andere Art uns aufeinander zu beziehen, Kontakte herzustellen und für einander zu sorgen, zu schaffen versuchen. 

Im Februar 2023 wurden zwei Gefährt*innen verhaftet und werden der Verabredung zum Verbrechen, durch Brandstiftung, angeklagt. Ihr Verfahren wird am 27. Mai beginnen. Wir werden in Solidarität mit unseren Gefährt*innen stehen, egal, was der Justizapparat über sie sagt. Die Details des Falles werden nur im Gerichtssaal relevant sein. Für uns zählt nur, dass unsere Freund*innen und Gefährt*innen sich in der bestmöglichen Lage befinden, dass sie all die Liebe und Solidarität bekommen, die sie brauchen, und dass der Kampf weitergeht. Wir werden weiterhin unsere Verabredung fortführen, um das Existierende zu Fall zu bringen!
Lasst uns zum Prozessauftakt am 27. Mai um 12:00 Uhr vor das Gerichtsgebäude in Moabit kommen.
Es gibt weitere geplante Prozesstermine, bis jetzt sind das:

06.06. - 09:15 am 
13.06. - 09:15 am 
01.07. - 09:15 am 
04.07. - 09:15 am
08.07. - 09:15 am 
11.07. - 09:15 am


Weitere Informationen: verabredet.noblogs.org
Wir wollen unsere Solidarität zeigen und vergesst nicht, dass wir eine Verabredung haben… wir treffen uns an einem dunklen Ort, um sie zum Leuchten zu bringen.
Nichts ist vorbei, alles geht weiter.

*ansatzweise Übersetzung:
Wenn wir uns verabreden

Verabreden, zu halten
halten, halten, halten
festhalten, ausharren und zusammenhalten
und springen, wenn es sich richtig anfühlt
lasst unser Feuer uns in Brand setzen, sodass alle unseren Funken sehen können


verabreden, uns an das Gefühl von Moos unter unseren Füßen zu erinnern
das Gefühl von Sonne auf unserer Haut
den Geruch von Wurzeln und schmelzendem Asphalt
das Brennen in den Beinen und Lungen nach einem Sprint in letzter Sekunde
einander Leidenschaft und Motivation zu spüren
um mit uns mitzufühlen
verabreden, um unsere Sehnsüchte zu ihren wahrsten Zielen zu führen


Wenn wir uns verabreden unsere Feuer so hell
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  • Kategorie: Statements

Da wir auf unserem Instagram-Konto keine exklusiven Inhalte haben möchten gibt es hier zur Transparenz unseren ersten Post als Text. Updates, Statements, Veranstaltungen etc. von uns findet ihr weiterhin auf unserem Blog, Stressfaktor, Kontrapolis, Indymedia und co.

As we dont want to have exclusive content on our instagram account we hereby publish our first post as a text for transparancy. Our updates, statements, events etc. will still be on our Blog, Stressfaktor, Kontrapolis, Indymedia and so on.

Als ersten Post auf unserem neuen Instagram Account, wollen wir eine kurze Kritik an dieser Plattform und anderen Sozialen Medien formulieren. Wir wissen, dass wir in einer Welt mit vielen Widersprüchen leben, welche wir immer wieder aushalten müssen, die Erstellung dieses Accounts ist einer. Soziale Medien wie Instgram sind ein großer Bestandteil der fortschreitenden Digitalisierung dieser Welt, wodurch sich Personen immer mehr von Technologie abhängig machen und gemacht werden. Plattformen werden darauf ausgerichtet, dass Menschen durch zum Beispiel “personalisierte Empfehlungen” möglichst viel Zeit auf diesen verbringen. Alles was um uns herum passiert, muss sofort geteilt, fotografiert werden, ohne im eigentlichen Moment zu leben. Das Individuum löst sich dadurch immer mehr von der realen Welt ab und wird dazu angehalten den persönlichen Kontakt, wie Diskussionen und den sozialen Kampf auf der digitalen Ebene zu führen. Deshalb sehen wir diesen Account auch nicht als Plattform mit uns oder untereinander zu diskutieren. Wir sind, wie davor auch, bei allen unseren öffentlichen Veranstaltungen wie zum Beispiel der Küfa am Mittwoch und Donnerstag ab 20Uhr in der Kadterschmiede ansprechbar und offen für Kritiken, sowie Diskussionen. Eine weitere Kritik an Sozialen Medien, wie Instagram ist, dass nur Menschen, die ihre Daten, durch die Erstellung eines Accounts, der Platform vermitteln, Zugriff auf die Inhalte dieser haben. Mit diesen Daten meinen wir nicht nur, die e-mail Adresse, sondern insbesondere alle persönliche Daten, die Unternehmen wie Meta sammeln, um Profite aus der Überwachung von Personen und sozialen Kontakten zu schlagen. Deshalb wollen wir, trotz der Erstellung dieses Accounts, weiterhin auf analoge Methoden, wie Poster, Flyer, Zines auf unseren Blog rigaer94.squat.net, sowie weitere Kontrainformationsmedien, wie kontrapolis.info, de.indymedia.org und radar.squat.net als Hauptmittel unserer Propaganda zurückgreifen. Um den Kreis zurück zum Widerspruch zu schließen, sehen wir trotz all der oben genannten Kritiken, die Möglichkeit mit Instagram einen Schritt aus unseren gewohnten Kreisen zu treten und mehr Menschen zu erreichen.
Rigaer94 

As the first post on our new Instagram account, we want to formulate a short critique of this platform and other social media. We know that we live in a world with many contradictions, which we have to endure again and again, the creation of this account is one of them. Social media, like Instgram, are a big part of the ongoing digitalization of this world, by which individuals make themselfs and are being made more and more dependent on technology. Platforms are geared towards people spending as much time as possible on them, for example through “personalized recommendations”. Everything that happens around us has to be shared and photographed immediately, without living in the actual moment. As a result, the individual is increasingly detached from the real world and is encouraged to carry out personal contact, discussions and the social struggle on a digital level. That’s why we don’t see this account as a platform to discuss with ourselves or with each other. We are, as before, approachable and open to criticism and discussion at all our public events, such as the Küfa on Wednesday and Thursday at 8pm in Kadterschmiede.Another criticism of social media, such as Instagram, is that only people who provide their data to the platform by creating an account have access to its content. By this data we do not only mean the e-mail address, but especially all personal data that companies, such as Meta, collect in order to make profits from the surveillance of people and social relations. Therefore, despite the creation of this account, we will continue to use analog methods such as posters, flyers, zines, our blog rigaer94.squat.net, as well as other counter-medias such as kontrapolis.info, de.indymedia.org and radar.squat.net as the main means of our propaganda. To come back to the contradiction we face, despite all the criticisms mentioned above, we see Instagram as a way to step out of our usual circles and reach more people.
Rigaer94 

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  • Kategorie: Statements

Daniela Klette, as a member of the 3rd Gen. of RAF, she is accused of several robberies and having committed murders. The state takes adventage of this, to justify his hunt for the other members and Fhain / Kberg to be branded as danger areas again. Burkhardt und Ernst-Volker are still hiding. The police is not releasing any information about the other arrested people.

Come on Saturday the 9.3 at 6pm to Marianenplatz

Let´s show our solidarity for everyone affected by the searches, to all prisoners and
submerged.
No one is alone in the fight against the state and its repressions!

Aufruf zur Demo für Daniela Klette und den weiteren festgenommenen & Untergetauchten Personen

Daniela Klette wird als Mitglied der 3ten Gen. der RAF vorgeworfen mehrere Banküberfälle und
Morde begangen zu haben. Das nutzt der Staat um seine Hetzjagd nach den anderen Mitgliedern zu
rechtfertigen und Fhain / Kberg erneut als Gefahrengebiete zu brandmarken. Burkhardt und Ernst-
Volker sind weiterhin untergetaucht. Zu den anderen festgenommenen Personen ruckt die Polizei
keine Angaben raus.

Kommt am Samstag den 9.3 um 18 Uhr zum Marianenplatz

Lasst uns unsere Solidarität zeigen für alle Betroffenen der Durchsuchungen, an alle
Gefangenen und Untergetauchten.
Keine*r ist alleine im Kampf gegen den Staat und dessen Repressionen!


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  • Kategorie: Statements

[deutsche Version unten]

In the past weeks and months, repression against Palestinian resistance in Germany has escalated. Ban after ban, enforced by the German government, is accompanied by a racist smear-campaign, as usual led by Springer media. Palestinian resistance in Germany has been criminalized long before the 7th of October 2023. Events and demonstrations in solidarity with the struggle for a free Palestine were banned and Palestinian activists are threatened with deportation (https://samidoun.net/category/campaigns/stand-with-zaid/). This is followed by bans on Palestinian symbols at schools and universities, bans on slogans and the enforcement of a targeted siege of entire Berlin neighbourhoods by cops who terrorize residents with racist cop violence. Restricting ways of cultural expression and the freedom to move are colonialist tools and the German state is using them in order to erase disobidience and Palestinian culture.The sorrowly prepared ban of Samidoun: Palestinian Prisoner Solidarity Network is a further escalation of this intensified repression. Samidoun is a solidarity group that has been building international support networks for Palestinian prisoners and their families since 2011 (https://samidoun.net/about-samidoun/). On 2nd of November 2023, Federal Minister Nancy Faeser issued a ban on Samidoun. The press and politicians frame Samidoun’s activists as “radical Islamists”.  Three weeks later, 15 apartments were raided. On the 20th of December 2023, more apartments, mostly from young FLINTA*s, as well as Cafe Karanfil and the Interbüro were raided. This time under the pretext that the feminist group Zora would have made propaganda for the Popular Front for the Liberation of Palestine (PFLP) on Instagram.Despite this escalating repression, the resistance is continuing. There are numerous protests happening every week, targeting the different institutions that are enforcing the repression. People are protesting at schools, universities, in front of Axel-Springer-Haus and in front of party offices. In different neighbourhoods, people are taking the streets and fighting the cops that are trying so hard to silence the resistance. We stand in solidarity with everyone affected by repression because of their struggle for freedom! We do not want to leave the ban on a solidarity group for prisoners uncommented on. There is not the need to share all the same ideas in order to be in solidarity with people facing repression! Let’s break the silence and fight together!
Our passion for freedom is greater than their repression!

“They’re calling us terrorists, like they don’t know who the terror is”¹

Die Repression gegen den palästinensischen Widerstand in Deutschland ist in den letzten Wochen und Monaten eskaliert. Ein Verbot nach dem Anderen, durchgesetzt von der deutschen Regierung, wird von einer rassistischen Hetzkampagne  begleitet, die wie immer von den Springer-Medien angeführt wird. Die Kriminalisierung von palästinensischem Widerstand in Deutschland begann schon lange vor dem 7. Oktober 2023. Veranstaltungen und Demonstrationen in Solidarität mit dem Kampf für ein freies Palästina wurden verboten und palästinensische Aktivist*innen sind von Abschiebung bedroht (https://samidoun.net/category/campaigns/stand-with-zaid/). Es folgten Verbote von palästinensischen Symbolen an Schulen und Universitäten, Verbote von Sprüchen und die Verstärkung einer gezielten Belagerung ganzer Kieze in Berlin durch Cops, die die Bewohner*innen mit rassistischer Polizeigewalt terrorisieren. Die Einschränkung von kulturellem Ausdruck und Bewegungsfreiheit sind kolonialistische Werkzeuge, die der deutsche Staat einsetzt, um Ungehorsam zu brechen und palästinensische Kultur auszulöschen.Das akribisch vorbereitete Verbot von Samidoun: Palestinian Prisoner Solidarity Network ist eine weitere Eskalation dieser verschärften Repression. Samidoun ist eine Solidaritätsgruppe, die seit 2011 internationale Unterstützungsnetzwerke für palästinensische Gefangene und ihre Familien aufbaut (https://samidoun.net/about-samidoun/). Am 2. November 2023 hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser ein Verbot von Samidoun ausgesprochen. Presse und Politik framen die Aktivist*innen von Samidoun als “radikale Islamisten”.  Drei Wochen später wurden 15 Wohnungen gerazzt. Am 20. Dezember 2023 wurden weitere Wohnungen, meist von jungen FLINTA*s, sowie das Cafe Karanfil und das Interbüro durchsucht. Diesmal unter dem Vorwand, dass die feministische Gruppe Zora auf Instagram Propaganda für die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) geteilt hätte.Der Widerstand geht trotz der eskalierenden Repression weiter. Jede Woche finden zahlreiche Proteste statt, die sich gegen die verschiedenen Institutionen richten, die die Repression durchsetzen und befeuern. Menschen protestieren an Schulen, Universitäten, vor dem Axel-Springer-Haus und vor unterschiedlichen Parteibüros. In verschiedenen Kiezen gehen die Menschen auf die Straße und kämpfen gegen die Cops, die mit allen Mitteln versuchen den Widerstand zum Schweigen zu bringen. Wir sind solidarisch mit Allen, die Repression erfahren, weil sie für Freiheit kämpfen! Wir wollen das Verbot einer Solidaritätsgruppe für Gefangene nicht unkommentiert lassen. Solidarität mit Menschen die Repression erfahren muss möglich sein, auch ohne alle Ideen zu teilen! Lasst uns das Schweigen brechen und gemeinsam kämpfen!
Unsere Leidenschaft für die Freiheit ist größer als ihre Repression!

¹Lowkey – Terrorist

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  • Kategorie: Statements

### — English version below — ###

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Gemeinsam zum Gedenken an Silvio Meier

Am 21. November 1992 wurde der damals 27-jährige Silvio Meier im Ostberliner U-Bahnhof Samariterstraße von Neonazis ermordet. Zwei von Silvios Freunden wurden schwer verletzt. Silvio Meier wurde erstochen, weil er einen Neonazi wegen seinem offen rechten Auftreten und seine Aufnähers konfrontiert hatte. Silvio Meier wurde ermordet, weil er ein Antifaschist war.

Der Mord an Silvio Meier ist kein Einzelfall und reiht sich ein in die traurige Liste von mindestens 219 Opfern rechter Morde seit dem Wendejahr 1990. Wir brauchen niemandem zu erklären, dass Neonazi Gewalt – auch wenn oft anders dargestellt – weder ein rein ostdeutsches Phänomen ist, noch 1989 aus dem Nichts enstand. Akteure und Strukturen des Nationalsozialismus existierten in Westdeutschland auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs weiter
Ab den 1980er Jahren wurden Neonazi-Strukturen zunehmend sichtbarer und bewiesen damit, dass die “Entnazifizierung” in Deutschland nie stattgefunden hat. Der Fall der Mauer eröffnete westlichen Neonazis neue Rekrutierungsmöglichkeiten und ermöglichte es der bereits bestehenden Szene in der DDR, sich breiter zu organisieren und offen aufzutreten. Dass Deutschland ein Neonazi- und Rassismusproblem hat, wurde nach dem Pogrom in Rostock-Lichtenhagen erneut deutlich. Die Fernsehübertragungen des brennenden Sonnenblumenhauses führten dazu, dass die ganze Welt dieses Problem sehen konnte – und doch wird es heutzutage immernoch geleugnet.

Es gibt eine Kontinuität zwischen damals und heute. Zwar gibt es heute keine pogromartigen Ausschreitungen in der Größenordnung der 90er Jahre, aber Neonazi-Strukturen und rassistisches Gedankengut sind nach wie vor präsent – seit Jahrzehnten sogar auf dem Vormarsch – und manifestieren sich als wesentlicher Bestandteil von Staat und Gesellschaft. Aus diesem Grund ist es nach wie vor notwendig, sich zu organisieren und gegen neonazistische und rassistische Gewalt zu kämpfen. Einem vor 31 Jahren ermordeten Antifaschisten zu gedenken ist nicht nostalgisches, es ist, auch wenn mit einem symbolischen Akt, das weiterführen der selben antifaschistischen Haltung. Es sollte uns auch daran erinnern, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, sich als offen linker Mensch in Bezirken wie Friedrichshain “frei” bewegen zu können. Das haben wir einer konsequenten antifaschistischen Haltung und Aktion zu verdanken. Wir dürfen nicht vergessen, dass dies in anderen Stadtteilen, Städten und in der Provinz bei weitem nicht selbstverständlich ist – besonders nicht für BIPOC und queere Personen. Denn genau das sind die Menschen, die sich tagtäglich mit rassistischer und diskriminierender Gewalt erfahren und damit auseinandersetzen müssen.

Lasst uns gemeinsam am 18. November nach Eisenach fahren, denn “wir lassen uns nicht unterkriegen” und am 21. November um 19 Uhr am U-Bahnhof Samariterstraße an Silvo Meier gedenken.

Unsere Solidarität geht an die in Dresden verurteilten und die inhaftierten Antifaschist*innen in Budapest und auf der ganzen Welt. Kraft und Glück an die Untergetauchten!

Antifaschismus bleibt Handarbeit

Rigaer94


Together in memory of Silvio Meier

On November 21, 1992, the then 27-year-old Silvio Meier was murdered by Neo-Nazis in East Berlin’s underground station ‘Samariterstraße’. Two of Silvio’s friends were seriously injured. Silvio Meier was stabbed to death because he confronted a Neo-Nazi about his openly right-wing appearance and his patch. Silvio Meier was murdered because he was an anti-facist.

The murder of Silvio Meier is not an isolated incident and he joins the sad list of at least 219 victims of right-wing murder since the so called ‘Wendezeit’ of 1990. We don’t need to explain to anyone that Neo-Nazi violence – although often portrayed differently – is neither a purely East Germany phenomenon nor did it come out of nowhere in 1989. Actors and structures of the national socialism continued to exist in West Germany after the end of the Second World War. From the 1980s on wards, Neo-Nazi structures became increasingly visible and proved, that the ‘Denazifizierung’ in Germany never happened. The fall of the Berlin Wall opened up new recruitment opportunities for Western Neo-Nazis and enabled the already existing scene in the GDR to organize itself and appear openly. The fact, that Germany has a Neo-Nazi and racist problem got obvious again after the pogrom in Rostock-Lichtenhagen. The television broadcasts of the burning sunflower house meant, that the whole world could see this problem – and still it’s getting denied these days.

There is a continuity between then and now. There are no pogrom-like riots on the scale of the 90s today, but Neo-Nazi structures and racist ideas are still present – even on the rise since decades – and manifesting as an essential part of the state and society. Therefore, it is still necessary to organize and fight against Neo-Nazi and racist violence. Commemorating an anti-facist who was murdered 31 years ago is nothing nostalgic, it’s the symbolic act of continuing the same anti-facist stance. It should also remind us that it is not a self-evidence to be able to move ‘freely’ as an openly leftist person in districts like Friedrichshain. We have a consistent anti-facist stance and actions to thank for this. We must not forget that this is far from being a given situation in other neighborhoods, cities and provinces – especially for BIPOC and queer people. Because these are the people who are affected and have to deal with racist and discriminatory violence on a daily basis.

Let us travel together to Eisenach on November, 18 because ‘we will not be beaten down’ and commemorate Silvo Meier at 7 pm on November, 21 at the underground station ‘Samariterstraße’.

Our solidarity goes to the anti-facists convicted in Dresden and imprisoned in Budapest and around the world. Strength and happiness to those in hiding.

Antifaschismus bleibt Handarbeit!

Rigaer94

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  • Kategorie: Statements
###Deutsch unten; Castellano abajo###

Since a couple of weeks, we have heard from many about the necessity of expressing themselves regarding what is “happening now in Gaza”. Arguments that seem to almost suggest that a new war has started are common even in radical or anarchist circles. Since the break out from Gaza took place, the Palestinian struggle for liberation has been suffering in Germany from being reduced to Hamas’ actions. The German State, political parties, and even sometimes our comrades, are very concerned about how far or close one can be towards Hamas’ ideas. But very little about the historical roots of an asymmetric war that has lasted more than 70 years is brought into discussion by these positions. An ongoing massacre of Palestinian people has been happening since the days of British colonialism, assisted by the establishment of an apartheid regime in an artificially created settler society.

Today, the need to condemn constructed horror stories, even when they have been already denied in the hegemonic media, still prevails in Germany. Instead of listening to voices from Palestine or their exiled communities, there is little resilience to the orientalist discourse that the state and the media are pushing, constructing the image of “the Arab” as the ultimate evil. This dynamic has been present in all so called “Wars on Terror” since 9/11, but it originated long before. Individuals and collectives, who have never been sympathizers of Hamas, today find themselves backed up against a wall, expected to follow the directives of a white german movement. First they must publicly declare their distance from Islamist ideas before being given the space to speak about their own political ideas about liberation from the colonial and fascist oppression of Israel.

The level of violence displayed in Berlin in the last few weeks cannot be explained merely as a reaction to the break out of Gaza. Students can be slapped by a teacher in school, people are facing brutal police violence in the streets, and demonstrations are systematically banned. Although anti-Semitism finds its greatest expressions in this territory, and we see it as our responsibility to fight the multiple expressions of white christian supremacy – be it Aiwagner, AFD, Reichsbürger or others – the German state deflects attention from this by accusing others. The idea of imported anti-Semitism is and remains a way for Germany to find a new demon of history and to push anti-Semitism from itself to Palestine in a historically revisionist way. The results are evident today. With the usual racist agitation, by constructing the idea that Palestinians are anti-Semitic by nature, the German state is trying to divide our class along ethnic and religious lines, as a smokescreen for the division between us and the gun-grabbers who are currently earning a lot of money from Rheinmetall shares.

In order to silence any resistance to the complicity between the german state and the Israel military and its Zionist authorities, the well-known narrative of guilt is utilized, unfolding it like a transparent mantle over the people socialized in the territory controlled by the german state.

Only now, after over 100 years?!

The sea of contradictions in which war is immersed weighs heavily upon us. Since over 100 years, we see images of Palestinian people being murdered by colonial forces. Since over 100 years, we see images of Palestinian people being displaced from their own territories. Since the II Oslo Accord in 1995, we have witnessed how the narrative artillery of peacemaking attacks all forms of self-defense and self-determination, characterizing them as barbaric, zeal-driven, or uncivilized.

We are sick and tired of seeing tons of rubble in Gaza, after decades of bombardments by the Israeli forces. And it is with this feeling that we observe the fences of the biggest prison in the world being torn down. People in Gaza have been subjected to constant violence, violence which we cannot even imagine being inflicted upon our own bodies but have normalized for others. After all, normalizing the oppression of certain people is a necessity of the colonial capitalist world we still live in. This beast needs the colonized to remain silent, to passively obey. The german “left” also loves victims to “care for” to redeem their guilt.

What disturbs some people in Germany today, is not the violence in and of itself, and not all deaths are equally disturbing. We internalize the valuation of the deaths we can put faces to, while we do not care about the faceless ones. We accept the fact that some can mourn for their beloved ones, and bury them, and at the same time we simply accept the disappearance of thousands and thousands. What disturbs some people, mostly the ones in power, is the fact that those expected to remain passive are taking action on a path to liberation, and this is when the system finally shakes. Through their actions, people in Gaza are forcing us in central Europe, to stop navel-gazing and to take a position on their reality. Today, people who should be pursuing the Western developmental ideal, throw in our faces a reality that is at times difficult for us to understand. This gets us out of our heads, forcing us to leave the place of those who dictate discourse, who say what is of interest and what is not, and demands that we draw attention to a reality that we all profit from. Or do we still think that our well-being and economic stability in this country is independent of the slaughter of others in the Global South?

For many here, it is a blow to their ego, to be confronted by this reality, to be exposed as not having a clear stance. Because until today they could have been indifferent, like some of us were, but no longer. Taking a stance in this genocide should be easy for anyone. For us it is painful, contradictory, and exhausting, but necessary. War puts us in the position of not having any ready-made option to choose, but requires us to build positions of our own, or get sidelined…

Maybe this can be a chance for many to begin to understand what colonialism means also for people here, for our daily life and praxis, and therefore to walk on the path of anti-colonial fights.

Facing contradictions while remaining in solidarity.

Despite the contradictions mentioned above, we do not distance ourselves from our anti-militarist and anti-war convictions. It is clear to us that the war machinery and the market of death are never the path to liberation. We learned that the idea of white supremacist peace, in which only the military of UN-recognized nation states fights in occupied territories, is not peaceful. It is simply an ignorant idea, which is intended to take away the space for self-defense by monopolizing violence on a global scale. All deaths that have happened so far are awful, as are those happening today. That is why we want a struggle that ensures that no one else dies, or is marked for death because of their identity, and becomes just another number in a global statistic.

And we know for a fact that the regime’s politics, which are shaped by the Israeli military and supported by the Palestinian Authority that ruled this land from the 90s on, did not provide any fertile ground to a life in freedom, and wouldn’t do so in any possible future.

In recent days, the news repeats the position that Germany stands with Israel. Well the german state might, but we have shown in Sonnenallee, Potsdamer Platz, O-Platz… that we stand with Palestine.

From West Sahara to the mountains in Chiapas, from Wallmapu to the Kashmir Valley. From our hearts to Gaza, 48, and the West Bank, that is to say, to Palestine as a whole, we embrace self-organization and the self-determination of peoples. We greet those who are oppressed and rise up for other worlds, and who engage in dialogue through actions.

We stand side by side with the people facing repression. Let’s join Sonnenallee, and be in the streets in any way one chooses.

From the river to the sea, Palestine will be free!

Rigaer 94

Einige Gedanken zum Ausbruch aus dem größten Gefängnis der Welt

Seit einigen Wochen hören wir von Vielen von der Notwendigkeit sich hinsichtlich der “Geschehnisse in Gaza” zu äußern. Argumente, die darauf hindeuten, dass ein neuer Krieg begonnen habe, sind weit verbreitet, auch in radikalen oder anarchistischen Kreisen. Seit dem Ausbruch aus Gaza hat der palästinensische Kampf um Befreiung in Deutschland stark unter der Reduzierung auf die Aktionen der Hamas gelitten. Der deutsche Staat, Politiker*innen und manchmal sogar unsere Mitstreiter*innen sorgen sich sehr darum, wie nah oder fern man sich zu den Ideen der Hamas positioniert. Zum historischen Kontext eines asymmetrischen Krieges, welcher nun schon mehr als 70 Jahre andauert, wird dabei jedoch nur wenig gesagt. Ein andauerndes Massaker an der palästinensischen Bevölkerung begann bereits zu der Zeit des britischen Kolonialismus, assistiert durch die Errichtung eines Apartheidregimes in einer künstlich geschaffenen Siedler*innengesellschaft.

Heute ist die Notwendigkeit, konstruierte Schreckensgeschichten zu verurteilen, auch wenn diese schon in den hegemonialen Medien widerlegt worden sind, immer noch vorherrschend in Deutschland. Anstatt den Stimmen aus Palästina oder der sich im Exil befindenden Communities zuzuhören, herrscht eine geringe Widerstandsfähigkeit gegenüber dem, vom Staat und den Medien befeuerten, orientalistischen Diskurs. Ein Diskurs, der das Bild “des Arabers” als das ultimative Böse konstruiert und der in all den sogenannten “Kriegen gegen den Terror” seit dem 11. September 2001 genutzt wurde, aber schon lange vorher zu existieren begann. Individuen und Kollektive, die nie Sympathisant*innen der Hamas waren, befinden sich heute mit dem Rücken zur Wand und werden aufgefordert, die Richtlinien einer weißen deutschen Bewegung zu befolgen. Zuerst sollen sie sich öffentlich von islamistischen Ideen distanzieren, bevor sie den Raum bekommen, um über ihre eigenen politischen Ideen zur Befreiung von der kolonialen und faschistischen Unterdrückung Israels zu reden.

Das Ausmaß der Gewalt, das in den letzten Wochen in Berlin zu beobachten war, lässt sich nicht allein als Reaktion auf den Ausbruch aus dem Gazastreifen erklären. Schüler*innen können von Lehrer*innen geohrfeigt, Menschen auf der Straße brutaler Polizeigewalt ausgesetzt und Demonstrationen systematisch verboten werden. Obwohl Antisemitismus seinen größten Ausdruck auf diesem Territorium findet und wir es als unsere Verantwortung sehen, die vielfältigen Gesichter weißer christlicher Vorherrschaft – seien es Aiwanger, die AfD, Reichsbürger*innen oder andere – zu bekämpfen, verschiebt der deutsche Staat den Fokus der Aufmerksamkeit, indem er Andere dessen beschuldigt. Die Idee des importierten Antisemitismus ist und bleibt für Deutschland eine Möglichkeit, einen neuen Schuldigen in der Geschichte zu finden und geschichtsrevisionistisch Antisemitismus nach Palästina zu schieben. Die Konsequenzen dessen liegen heute offensichtlich vor uns. Mit wie gewohnt rassistischer Hetze und indem die Vorstellung konstruiert wird, dass Palästinenser*innen von Natur aus antisemitisch seien, versucht der deutsche Staat unsere Klasse entlang ethnischer und religiöser Linien zu spalten, um den tatsächlichen Widerspruch zwischen uns und den Waffenhändler*innen, die sich an Aktien von Rheinmetall und Co. eine goldene Nase verdienen, zu verschleiern.

Um jeglichen Widerstand gegen die Kollaboration zwischen dem deutschen Staat und dem israelischen Militär und dessen zionistischen Autoritäten zum Schweigen zu bringen, wird das bekannte Narrativ der Schuld genutzt, dass sich wie ein transparenter Mantel über die Menschen, die im deutschen Staatsgebiet sozialisiert wurden, legt.

Erst jetzt, nach über 100 Jahren?!

Das Meer an Widersprüchen in dem der Krieg schwimmt, lastet schwer auf uns. Weil wir seit mehr als 100 Jahren Bilder von palästinensischen Menschen sehen, die durch koloniale Kräfte ermordet werden. Weil wir seit mehr als 100 Jahren Bilder von palästinensischen Menschen sehen, die aus ihren eigenen Gebieten vertrieben werden. Weil wir seit dem II. Osloer Abkommen Zeug*innen dessen wurden, wie das Narrativ der Friedensschaffung unaufhörlich alle Formen der Selbstverteidigung und Selbstbestimmung als barbarisch, von Gier getrieben oder unzivilisiert angreift.

Es macht uns krank und müde nach Jahrzehnten der Bombardierung durch die israelische Armee tonnenweise Trümmer in Gaza zu sehen. Und es ist dieses Gefühl, mit dem wir zusehen, wie die Zäune des größten Gefängnis’ der Welt niedergerissen werden. Die Menschen in Gaza sind ständiger Gewalt ausgesetzt. Gewalt, die wir uns an unseren eigenen Körpern nicht einmal ansatzweise vorstellen können aber bei anderen normalisiert haben. Letztendlich ist diese Normalisierung eine Notwendigkeit der kolonialen kapitalistischen Welt, in der wir alle leben. Dieses Ungeheuer braucht das Schweigen und den passiven Gehorsam der kolonisierten Menschen, um zu überleben. Und auch die deutsche “Linke” liebt Opfer, um die man sich “kümmern” kann, um die eigene Schuld zu tilgen.

Was einige Leute in Deutschland heute stört, ist nicht die Gewalt an und für sich. Und nicht alle Toten sind gleichwertig beunruhigend. Wir verinnerlichen die Wertigkeit der Todesfälle, denen wir ein Gesicht zuordnen können, während wir diejenigen vergessen, die keine Namen und Gesichter haben. Wir akzeptieren den Fakt, dass einige um ihre Geliebten trauern und sie beerdigen können und gleichzeitig akzeptieren wir stillschweigend das Verschwinden abertausender Menschen. Was einige Leute und besonders diejenigen, die an der Macht sind, stört ist, dass jene von denen erwartet wird passiv zu bleiben aktiv werden und einen Weg zur Befreiung einschlagen. Und das ist der Moment, an dem das System endlich ins Wanken gebracht wird. Durch ihre Handlungen zwingen die Menschen in Gaza uns in Mitteleuropa damit aufzuhören, uns nur mit uns selber zu beschäftigen und Position zu ihrer Situation zu beziehen. Gerade konfrontieren uns Menschen, die dem Ideal der westlichen Entwicklung nachkommen sollen, mit einer Realität, die für uns manchmal schwierig zu verstehen ist. Das holt uns aus unseren Gedanken und zwingt uns, die Position derer zu verlassen die den Diskurs bestimmen, die sagen können was von Interesse ist und was nicht. Es fordert uns dazu auf, aufmerksam zu werden auf eine Realität, von der wir alle profitieren. Oder denken wir wirklich immer noch, dass unser Wohlbefinden und unsere ökonomische Stabilität in diesem Land unabhängig ist von dem Gemetzel im globalen Süden?

Für viele hier ist es ein Angriff auf ihr Ego, mit dieser Realität konfrontiert zu werden, dass festgestellt wird, dass sie keine klare Haltung haben. Denn bis heute konnten sie, wie einige von uns, teilnahmslos sein. Aber jetzt nicht mehr. Einen Standpunkt zu diesem Genozid einzunehmen, sollte für alle einfach sein. Für uns ist es schmerzhaft, widersprüchlich und erschöpfend, aber notwendig. Krieg bringt uns in die Position keine fertige Antwort wählen zu können, sondernd fordert von uns eigene Positionen zu finden oder am Rand zu stehen…

Vielleicht kann das die Chance für viele sein, ein Verständnis dafür zu entwickeln was Kolonialismus auch für Leute hier, für unser alltägliches Leben und unsere alltägliche Praxis bedeutet und damit den Weg antikolonialer Kämpfe zu gehen.

Im Angesicht von Widersprüchen solidarisch bleiben.

Trotz aller vorher genannten Widersprüche distanzieren wir uns weder von unserer anti-militaristischen noch von unserer anti-Kriegs Haltung. Als Anarchist*innen und Libertäre ist uns klar, dass die Maschinerie des Krieges und das Geschäft mit dem Tod niemals die Wege zur Befreiung sind. Als Anti-Kolonialist*innen haben wir gelernt, dass die Vorstellung des Friedens der weißen Vorherrschaft, in der ausschließlich Armeen der von den UN anerkannten Staaten in besetzten Gebieten kämpfen, kein Frieden ist. Es ist lediglich eine ignorante Idee, die dazu dient jede Möglichkeit der Selbstverteidigung zu nehmen, indem Gewalt auf globaler Ebene monopolisiert wird.

Alle Tode, die bisher passiert sind, sind schrecklich, so wie alle die heute passieren. Deswegen wollen wir einen Kampf, der dazu führt, dass niemand weiteres sterben muss oder aufgrund der eigenen Identität zum Sterben verurteilt ist und nur eine weitere Zahl in einer Statistik wird.

Und wir wissen mit Sicherheit, dass die Politik des Regimes, das vom israelischen Militär geformt und von der Palästinensischen Autonomiebehörde unterstützt wird, die das Land seit den 90ern regiert, keine Grundlage für ein Leben in Freiheit schafft und es auch in keiner möglichen Zukunft tun würde.

In diesen Tagen wird in den Nachrichten wiederholt, dass Deutschland zu Israel steht. Möglicherweise tut der deutsche Staat das, aber auf der Sonnenalle, dem Potsdamer Platz, dem O-Platz… haben wir gezeigt, dass wir zu Palästina stehen.

Von der West-Sahara zu den Bergen in Chiapas, von Wallmapu zum Kashmir Valley, von unseren Herzen nach Gaza, 48 und in die Westbank, also nach Palästina als Ganzem, begrüßen wir Selbstorganisierung und Selbstbestimmung. Wir grüßen all diejenigen, die unterdrückt werden, sich für eine bessere Welt erheben und über Aktionen in den Dialog treten.

Wir stehen Seite an Seite mit den Menschen, die sich der Repression entgegenstellen. Schließen wir uns denen auf der Sonnenallee an. Lasst uns auf die Straße gehen, auf die Art und Weise wie jede*r für sich selbst wählt.

From the river to the sea, Palestine will be free!

Rigaer 94

Pensamientos sobre la fuga, de la prisión mas grande del mundo

Desde algunas semanas ya, escuchamos desde muches la necesidad de expresarse respecto a lo que “acontece ahora en Gaza”. Argumentos que llegan incluso a sugerir que una nueva guerra comenzó, se han vuelto comunes en espacios radicales o incluso en círculos anárquicos. Desde que la fuga en Gaza

ocurriera, la lucha por la liberación del pueblo palestino, sufre en Alemania de ser reducida a las acciones de Hamas. El estado Alemán, partidos políticos, e incluso aveces compañeres, están muy preocupases de que tan cerca o lejos una pueda estar de las ideas Hamas. Al mismo tiempo, muy poco sobe las raíces históricas de una guerra-asimétrica que lleva ya mas de 70 años es considerado en las discusiones por estas posiciones.

Una continua masacre contra las palestinas viene sucediéndose desde el tiempo de la ocupación colonial británica -asistida por el establecimiento de un régimen de apartheid en una sociedad de colonos artificialmente creada.

Hoy, la necesidad de condenar falsas historias de horror persiste en Alemania, aun cuando estas han sido negadas por los medios hegemónicos. En vez de escuchar a las voces desde palestina o de las comunidades exiliadas, existe poca resiliencia al discurso orientalista que el estado y los medios empujan, con el interés de construir la imagen de “El árabe” como el mal mayor. Esta dinámica, aun cuando originada anteriormente, ha estado presente en todas las así llamadas “Guerras contra el Terror” desde 9/11. Individues y colectivos que nunca fueran simpatizantes del Hamas, se encuentran hoy puestas contra la pared, bajo la expectativa de seguir las directivas de un movimiento blanco Alemán. Primero se debe declarar públicamente la distancia para con ideas Islamitas, para luego acceder al espacio de expresión de las ideas propias respecto a la liberación de la opresión colonial del estado de Israel.

El nivel de violencia que se ha desplegado en Berlín en las ultimas semanas no puede ser explicado como una mera reacción a la fuga de Gaza. Maestras que pegan a estudiantes en la escuela. Personas objeto de brutal violencia policial, al tiempo que las manifestaciones son sistemáticamente ilegalizadas. Incluso cuando el antisemitismo encuentra una de sus mayores expresiones en este territorio, y vemos como nuestra responsabilidad el luchar las expresiones múltiples de una cristianismo supremacista -sea Aiwagner, AFD, Reichsburger o otres – el estado alemán desviá la atención sobre si mismo, por medio de la acusación a otres. La idea de un antisemitismos importado, es y se mantiene como una forma para Alemania de encontrar nuevos demonios, y depositar su propio antisemitismo en las palestinas como un mecanismo de revisionismo histórico. Los resultados son actualmente evidentes. Con la agitación racista habitual, al construir la idea de que las palestinas son antisemitas por naturaleza, el estado Alemán, intenta dividir nuestra clase siguiendo parámetros étnicos y/o religiosos, creando así una cortina de humo sobre la real división que es entre nosotres y los vendedores de armas de Rheinmetal, cuyo capital va en acelerado crecimiento.

Con el fin de silenciar cualquier resistencia contra la complicidad entre el estado de Israel, su militar y sus autoridades sionistas, la ya bien conocida narrativa de la culpa es desplegada como una manto transparente sobre quienes han sido socializadas en el territorio controlado por el estado Alemán.

Solo ahora, luego de mas de 100 años?

El mar de contradicciones en el cual la guerra se encuentra inmersa nos pesa. Por mas de 100 años vemos imágenes de palestinas siendo asesinadas por las fuerzas coloniales. Por mas de 100 años vemos imágenes de palestinas siendo desplazadas de sus propios territorios. Desde el segundo acuerdo de Oslo, en 1995, hemos presenciado como la artillería narrativa de la paz, ataca cualquier forma de autodefensa y auto determinación, al caracterizarlas como barbáricas, motivadas por el odio o incivilizadas.

Estamos cansadas al punto que nos enferma el ver los escombros de Gaza tras décadas de bombardeos por parte del militar israelí. Y es con este sentimiento que vemos tirar abajo las vallas de la prisión mas grande del mundo. La gente en Gaza ha estado sometida a constante violencia, violencia que no nos podemos siquiera imaginar sobre nuestros propios cuerpos, pero hemos normalizado sobre los cuerpos de otres. Al final y al cabo el normalizar la opresión sobre ciertas personas es una necesidad del sistemas capitalista colonial en el que aun vivimos. Esta bestia necesita que el colonizado permanezca pasivo y obediente. Así como la izquierda Alemana ama el tener “victimas” a quien “cuidar” para redimir su culpa.

Lo que le molesta a la gente hoy en Alemania, no es la violencia en si misma, al igual que no todas las muertes molestan de igual manera. Hemos internalizado la valoración de las muertes a las que se asigna un rostro, al tiempo que no nos importa ya las muertes anonimizadas. Hemos aceptado el hecho de que algunes pueden hacer el duelo de sus seres querides y darles sepultura, al mismo tiempo que simplemente aceptamos la desaparición de miles y miles. Lo que molesta a algunes, principalmente al quienes están en el poder, es el hecho de que estas personas quienes debería permanecer pasivas están tomando acción en un camino a la liberación, y es allí cuando el sistema realmente tiembla. Por medio de sus acciones, la gente en Gaza nos esta forzando en europa central, a dejar de mirar nuestro ombligo y tomar posición sobre sus realidades.

Hoy, quienes deberían de perseguir el ideal desarrollista occidental, nos tiran en la cara una realidad que nos resulta por momentos indescifrable. Nos da vuelta la cabeza, nos obligan a salirnos del lugar de quienes dictan discurso, quienes dicen que es de interés y que no, y nos demandan atención sobre una realidad de la que todas aquí profitamos. O que seguimos pensando aun que nuestro bienestar y estabilidad económica en esta potencia es independiente de la matanza de otras en el sur-global?

Para muches aquí es una patada al ego ser con esta realidad, quedar en evidencia de no tener una postura clara. Porque hasta hoy pudieron ser indiferentes, como algunes de nosotres fuimos, pero ya no mas. Tomar postura en un genocidio debería de ser fácil para todes. Para nosotres es doloros, contradictorio, agotador, pero es necesario. La guerra nos pone en una posición en la que no contamos con opciones ya listas que podamos elegir. Por el contrario nos demanda el construir propias opiniones, o quedar al margen…

Tal vez esta sea una chance para muchas de comenzar a entender lo que el colonialismo significa para las personas aquí, para nuestra vida diaria y nuestras prácticas, y así transitar caminos de lucha anti-coloniales.

Enfrentando contradicciones, pero siempre en solidaridad.

A pesar de las contradicciones que hemos nombrando anteriormente, no nos distanciamos de nuestras convicciones antimilitaristas y anti-guerra. Tenemos claro que la maquinaria de guerra y el mercado de la muerte no son nunca el camino a la liberación. Sabemos que la idea de una paz supremacista blanca, en que solo los militares de estados nación reconocidos por la ONU luchan en territorios ocupados, no es pacifica. Es simplemente una idea ignorante, que pretende desprendernos del espacio de autodefensa por medio de la monopolización de la violencia a nivel global. Todas las muerte que han sucedido hasta el momento son atroces, como también lo son las que suceden hoy. Por eso queremos una lucha que asegure que nadie mas muera. Que ninguna persona por su identidad sea elegible de morir, y se convierta en un numero mas de una estadística mundial.

Y nos es muy sabido que el régimen político diseñado por Israel y apoyado por la autoridad palestina, que viene gobernando desde los 90, no ha generado ningún terreno fértil para una vida en libertad, y tampoco lo hará en un futuro.

En los últimos días las noticias predican que Alemania esta con Israel. Bueno, tal vez el estado Alemán así lo haga, pero nosotres, hemos mostrado en Sonnenalle, postdamer platz, O-Platz… que estamos con Palestina.

Codo a codo con quienes sufren represión, llamamos a participar en Sonnenalle, y estar presentes en las calle de cualquier manera que cada una elija.

From the river to the sea, Palestine will be free!

Rigaer 94

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—english version below—

CW: Rassismus, Polizeigewalt und Mord

Mouhamed Lamine Dramé wurde am 8. August 2022 von 5 Cops in Dortmund ermordet. Er war ein 16-Jähriger aus dem Senegal, der unter psychischer Belastung litt. Mouhamed war seit April 2022 in Deutschland und kam ein paar Tage vor seiner Ermordung nach Dortmund. Am Tattag rief ein Mitarbeiter der Wohngruppe für Jugendliche, in der er lebte, die Cops, er sagte Mouhamed sei suizidal. Als die Cops ankamen taserten und pfefferten sie ihn, zuletzt schossen sie mit einer Maschinenpistole auf Mouhamed. Augenblicke später starb er im Krankenhaus. Es gibt keine Gerechtigkeit, keinen Frieden, also zeigen wir Solidarität auf den Straßen Dortmunds am 12. August 2023!

SOLIDARITÄT KANN NICHT ZUM SCHWEIGEN GEBRACHT WERDEN

Familienmitglieder, Partner*innen oder Freund*innen von BIPoC werden nie eine sorgenlose Beziehung zum europäischen Imperium haben, denn ein Auto zu fahren, auf der Straße zu rennen oder in einer Notlage zu sein, kann immer in einem rassistischen Mord durch die Polizei enden. Aber anstatt das zu verstehen, hat die Presse Mouhameds Familie für tot erklärt um ihnen ihre Stimme zu nehmen, sie mussten die Nachricht von seinem Tod durch eben diese Presse erfahren. Doch durch die Solidarität die ihnen entgegengebracht wurde, konnten sie aus dem Schatten des Schweigens herausgeholt werden. Seit dem Mord wurden in Dortmund Kundgebungen, Events und Demonstrationen organisiert, nicht nur in Solidarität mit Mouhamed und seiner Familie, sondern auch um die berüchtigte Polizeigewalt in der Dortmunder Nordstadt aufzudecken.

KOLONIALE GEWALT MACHT NICHT AN DEN GRENZEN HALT

„Die Anderen“, die ins europäische Imperium reisen, werden als gefährliche Klasse betrachtet. Sie werden als Schmarotzer mit grundlegend anderen ethischen Grundsätzen und Werten entfremdet. Da es dem europäische Kontinent aber an Ressourcen fehlt, begrüßen die Kolonisierenden die Ressourcen die beim ausrauben des globalen Südens gewonnen werden, die „Wilden“ hingegen werden „akzeptiert“ wenn sie unter extrem prekären Arbeitsbedingungen ausgebeutet werden können, oder als unnützes Surplus abgewiesen (d.h. durch (tödliche) Pushbacks). Seit 1993 wurden mindestens 53000 Menschen von der Festung Europa getötet, darunter auch Mouhameds Bruder. Klasse ist grundsätzlich kolonial und die psychische Not eines Senegalesen wird nicht als Produkt der materiellen Bedingungen gesehen. Stattdessen wurde Mouhameds Notlage als eine Gefahr angesehen, was an den Vorurteilen gegenüber BIPoC in der kolonialen Denkweise liegt.

RUF DIE POLIZEI IN DEINEM KOPF UND TÖTE SIE DA

Gesundheitspfleger*innen und Sozialarbeiter*innen, die die Polizei rufen wollen wenn jemand in einer psychischen Notlage ist: Ruf sie in euren Köpfen und tötet sie da! Wenn sich jemand ein Bein bricht, würde man niemals die Polizei rufen, weil es dann Unterstützung, Pflege und Heilung benötigt. Psychische Notlagen werden als Ausnahmezustand bezeichnet, aber es sind die materiellen Bedingungen, die nicht akzeptabel sind. Unter diesen Bedingungen kann man psychisch zerbrechen und braucht dieselben Ansätze wie bei physischen Schmerzen, anstatt Polizist*innen die einen bedrohen und töten.

ÜBER GERECHTIGKEIT

Es gibt 1000 Fälle die wie Mouhamends auf Gerechtigkeit warten, so wie Nahel M., Ferhat Mayouf, Rishi Chandrikasing, Adam Traoré, Dominique Kouamadiou und Mitch Henriquez. Aber es gibt keine Gerechtigkeit in einem System von Verbrechen und Strafe, es gibt keine Gerechtigkeit in der Demokratie, es gibt keine Gerechtigkeit von den Kolonisierenden in ihrem Imperium. Die Festung muss fallen, das Bestehende muss ausgelöscht werden, in der Gegenwart gibt es keine Lösung außer unserer Solidarität und dem Angriff.

Kommt zur Demonstration am 12. August in Dortmund, Start: 14:00 Uhr am Hauptbahnhof!

(Der offizielle Aufruf und mehr Informationen: https://justice4mouhamed.org/)

Rigaer94

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SHOWING SOLIDARITY ON THE STREETS OF DORTMUND

CW: racism, cop violence and murder

Mouhamed Lamine Dramé was killed by 5 cops on the 8th of August 2022 in Dortmund. He was a 16-year old from Senegal who was in psychological distress. Mouhamed was in Germany since April 2022 and arrived in Dortmund few days prior to the murder. On the day he got killed, an employee of the youth institution of assisted living for youth, where he was staying, called the cops and said that Mouhamed is suicidal. When the cops arrived, they tasered, pepper sprayed and finally shot him with a machine gun. Moments later Mouhamed died in the hospital. There is no justice, no peace so show your solidarity on the streets of Dortmund on the 12th August 2023!

SOLIDARITY CAN’T BE SILENCED

Family members, partners and kins of BIPoC will never have a carefree experience in relation to the empire of Europe, because driving a car, taking a sprint on the street or being in need of care, can result into a racist cop murder. Instead of realizing that reality, the media silenced the family of Mouhamed as dead, while the family had to take notice of his death via that same media. But through a response of solidarity, Mouhamed and his family have been taken out of the silencing shadows. Since the murder, demonstrations and events have been organized in Dortmund and elsewhere, not only to make noise for Mouhamed and his family members, but as well to unveil the notorious cop violence in Dortmund Nordstadt.

COLONIAL VIOLENCE DOESN’T STOP AT THE BORDER

“The others” who travel to the European Empire are considered a dangerous class. They get alienated as gold diggers with fundamentally different ethics and values while it’s the European continent that is low in resources. The colonizer welcomes the resources on their continent by robbing the global south, but “the savage”, are either “accepted” in case they can be exploited in extremely precarious working conditions, or repelled as unnecessary surplus (meaning pushed back and possibly killed). Since 1993, at least 53000 people have been killed by Fortress Europe, from which one was Mouhamed’s brother. Class is fundamentally colonial and thus psychological distress of a Senegalese is not seen as a product of the material conditions. Instead the condition of Mouhamed was seen as a danger which lays in the prejudice of how BIPoC are viewed from a colonial mindset.

CALL THE COPS IN YOUR HEAD AND KILL THEM THERE

Healthcare workers and social workers who think about calling the cops when someone is in psychological distress: call them in your head and kill them there! If someone breaks their leg, one would never call the cops because it is a question of support, care and healing. Psychological distress is labeled as an exceptional condition but it’s the material conditions that are unacceptable. Under these conditions, the mind can break and needs the same approach instead of cops that threaten and kill.

ABOUT JUSTICE

Like Mouhamed, there are 1000 cases that await justice, just like Nahel M., Ferhat Mayouf, Rishi Chandrikasing, Adama Traoré, Dominique Kouamadiou and Mitch Henriquez. But there is no justice in a system of crime and punishment, there is no justice in democracy, there is no justice to be found at the colonizer in the empire. The fortress must fall, the existant has to be annihilated, there is no solution in the present but our solidarity and the attack.

Join the demonstration on the 12th of August, 14:00h at the central station!

(The official call and more informations: https://justice4mouhamed.org/)

Rigaer94

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Some days ago we heard that the investigation files of Ivan give away that his computers’ encryption were cracked. The files don’t give away how this was achieved.

There is the speculation that this has to do with the key derivation functions used by default in both the windows encryption scheme Bitlocker and LUKS based Linux encryption.

Keep your eyes open, for more news and advice from people you trust on the subject matter.

For now on Linux with LUKS2, the suggestion is to change the KDF to argon2id as described here – Don’t worry it’s a comparatively easy process.

You can find Ivans letter in french here, here in english, and in italian here


Vor einigen Tagen haben wir erfahren das Ivans Ermittlungsakten hergeben, dass seine Computer entschlüsselt wurden. Aus den Akten geht nicht hervor wie das geschafft wurde.

Es wird spekuliert, dass es an nicht zeitgemäßen Standardeinstellungen sowohl der Windows verschlüsselung Bitlocker als auch des Linux Schemas LUKS liegt.

Haltet die Augen offen für weitere Neuigkeiten und Rat von Menschen denen ihr bei der Thematik vertraut.

Bis dahin wird für Linux mit LUKS2 Verschlüsselung geraten das KDF auf argon2id umzustellen, wie hier beschrieben- Keine Sorge es ist nicht übermäßig Kompliziert.

Ivans Brief mit dieser Info und weiteren Updates zu seiner Haft gibt es hier auf französisch, hier auf englisch und hier auf Italienisch

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SOLIDARITY WITHOUT BORDERS

[spanish below]

[german below]

More than three months ago we received the news of the infiltration of a cop of the National Police in the militant environment of the city of Barcelona and especially in the CSO La Cinetika in the neighborhood of Sant Andreu.
The idea of how the comrades, who have shared daily life, confidences and intimacy with him must feel, fills us with rage. To all of you we send much love and the power of our words in solidarity.

In the past months, some of us shared a discussion weekend with Cinetika around the legalization of squatted places, bringing together several squatting projects with different perspectives. Here we were able to get to know each other better and share moments of complicity.
The state is afraid when we make connections, when we travel to get to know each other, when we show our faces, because internationalism is a weapon they often can’t counter. For this reason, the cops always keep an eye on such events, with observations, cameras and, in this case, with an attentive Dani (the name used by the undercover cop).

This experience, as well as several past ones, must serve us to learn to watch out for each other and to remember that we must be mindful, and sometimes keep to ourselves information that is not necessary to know or say. Often we simply repeat information in gossip, not realizing that we are putting others in danger if not ourselves, because most information, no matter how irrelevant it may seem, can be of great use to the cops. It is important to always promote a sensible security culture, to remind ourselves that it is not only about our personal safety needs, and that we are not only looking out for ourselves, but also trying to look out for others, as we never know in what way other comrades may want to expose themselves.

These events bring us to some interesting discussions on how to create open spaces where it should be possible for all those who are interested in the events, trainings, peoples kitchens, assemblies, coordination meetings etc. that take place there to get closer to each other and at the same time to fight against possible infiltration that usually start in these places. The cops like to use such spaces like a trampoline to get to other structures and people.
It is important for us to keep in mind, that the decision for open spaces is a conscious one and not everything has to take place in this frame.

At this point we want to take advantage of the situation to think about our “alternative” open spaces. These places let cops and other people in. Often we build quite superficial relationships, but we need to consider what trust means and keep in mind, that it takes time to build.
If we have suspicions, we have to be thoughtful about it because it’s our collective responsibility to take this task seriously. Of course, this means being careful to not establish false accusations or fuel paranoia, knowing that infiltration is the reality and that the enemy will try to do just that.

We cannot prevent informants from infiltrating, but with time and further experience we learn that it is important to really get to know each other and to know each other in different ways, each other personal life and values. To be a “strong comrade” does not mean to be involved in all initiatives and to have a important role in every struggle and besides that show shitty behavior in interpersonal relationships, because that will surely break quickly when the situation gets more tense and is senseless.

We have to try to build stronger relations in which trust and shared values are the base of how we relate to each other and build safe political spaces in all approaches.
Moreover, we must keep in mind that in the relationships in which we do not know each other so much or which do not go so deep, it is unnecessary to comment on the life of others and what they do or not. This does not mean to let each other do shit uncritically and to look away in case of irresponsibility, misbehavior and lack of reflection, but e.g. not to gossip about presumptions of participation in action or to comment on absence at certain moments.

The state is our enemy and we play a role for it even if we often think that we are not a real danger. When they infiltrate into an occupied social center where sports, peoples kitchens, discussions and other activities take place, the answer seems clear and yet it is important to say it. They do it because we are in a struggle against the state and we approach this struggle from different places, creating spaces that serve as infrastructure for different struggles, spread our ideas of destroying and attacking everything that wants to dominate us, because we want to live differently, because we show solidarity with comrades who experience repression for attacking domination and its symbols, because we seek to create networks of mutual aid, finally because we question and hate their world, want to live without them, this frightens them.

We have chosen a life that puts us in difficult situations in many moments, when we see comrades go to jail, when we feel pain, sadness and anger because they killed a comrade in some part of the world, when we experience how they torture comrades or how they wrap us around their fingers as in this case and our vulnerability becomes noticeable. That’s the bitter part but there is something that makes it all worth it, the moments when we break with the ordinary in different ways and those smiles of complicity in the uprising, the hugs when we get out of jail or custody and the joy of seeing an eviction stopped by collective acts, the strength we feel when the cops back down and the love we feel towards our comrades and ideas, also the networks between us that allow us to survive in this dirty world, they try to impose on us. And they won’t understand this, no matter how many times they will bring in cops.

WITH LOVE AND RAGE FROM RIGAER94

SOLIDARIDAD SIN LIMITES

Hace tres meses nos llegó la triste noticia de la infiltración de un policía nacional en los entornos militantes de la ciudad de Barcelona, en especial en el Centro Social Okupado La Cinètika, en el barrio de Sant Andreu. Nos llena de rabia imaginarnos como se deben sentir les compañeres que compartieron con él cotidianidad, confidencias, intimidad. A todes elles les mandamos mucho amor y la fuerza de nuestras palabras transformadas en solidaridad.

En el pasado verano algunas personas del colectivo compartimos en la Cinetika un fin de semana de discusiones entorno a la legalización de los espacios okupados, donde confluyeron varios proyectos de okupación con distintas perspectivas, y en donde pudimos conocernos y compartir momentos de complicidad. Al poder le da miedo que creemos alianzas, que viajemos a conocernos, a ponernos caras, porque el internacionalismo es una arma que muchas veces no saben como parar. Es por eso que la policía tiene siempre el ojo puesto en estos eventos, con seguimientos, cámaras y en este caso con Dani (nombre que utilizaba el policía infiltrado) escuchando atentamente los debates.

Esta experiencia como tantas otras que ocurrieron en el pasado nos tiene que servir para aprender a cuidarnos y para recordarnos que tenemos que estar atentes, que tenemos que saber callar informaciones que no son necesarias saber o decir -muchas veces solo repetimos información por cotillear y no nos damos cuenta que aunque nosotres mismes no estamos en peligro podemos estar exponiendo a otres – la mayoría de la información por insignificante que parezca para la policía es de gran utilidad. Es importante generar constantemente una cultura de la seguridad, que tomemos conciencia que no solo se trata de nuestra seguridad a nivel individual sino que al cuidarnos a nosotres estamos también intentando cuidar al resto, ya que nunca sabemos a que punto quieren exponerse les demás compañeres.

Este suceso nos plantea interesantes discusiones sobre como mantener espacios públicos donde queremos que se acerque cualquier persona que tenga interés en los eventos que hacemos, entrenamientos, cenadores, asambleas públicas, coordinaciones. Tambien lidiar con las posibles infiltraciones que suelen empezar en estos espacios ya que a la policía les sirve de trampolín para llegar a otras estructuras o personas. Es importante para nosotros dejar en claro que formar espacios publicos es una decision consciente, que no queremos abandonar. Al mismo tiempo sabemos que no todo debe suceder en este marco.

Podemos aprovechar también para repensar nuestros espacios de ocio “alternativo” que muchas veces son un coladero para todo tipo de personas y no solo policías. En estos espacios muchas veces construimos relaciones líquidas, debemos repensar que significa la confianza y como construirla sabiendo que es una cuestión que implica de tiempo. Si tenemos sospechas hay que resolverlas porque es una responsabilidad colectiva asumir esta tarea, obviamente teniendo cuidado, no creando bulos y sin alimentarnos la paranoia, pero sabiendo que es una realidad que el enemigo lo va a intentar.

No podemos prevenir que informantes se infiltren en nuestras estructuras. Sin embargo con la experiencia vamos aprendiendo que es necesario conocernos desde diferentes lugares, en como somos como personas, en que valores tenemos. Ser une “gran compañere” no significa participar en todas las iniciativas y estar metido en todas las luchas y mientras tanto tener actitudes de mierda en las relaciones personales, porque es absurdo. Ya que seguramente todo eso se desmorone fácilmente cuando las cosas se tuerzan.

Debemos intentar generar relaciones más profundas donde la confianza y los valores sean pilares básicos del como nos relacionamos y construimos espacios políticos seguros en todos los ámbitos. Y recordar que en los vínculos que tenemos donde no nos conocemos tanto o no son tan profundos, no es necesario comentar sobre la vida de les demás, que hacen o que no hacen. No hablar sobre quien toma parte en una accion y tampoco hablar sobre la ausencia de personas en determinados momentos. Esto no significa dejar pasar compartamiento de mierda sin criticarnos, ni mirar hacia otro lado frente a la irresponsabilidad, malos compartamientos y falta de reflexion…

El Estado es nuestro enemigo y le importamos aunque muchas veces pensemos que no, que no somos una amenaza para ellos, que porque se van a infiltrar en un centro social okupado que hace entrenamientos, cenadores, charlas y diferentes tipos de actividades, yl a respuesta aunque parece obvia es importante responderla. Es porque estamos en conflicto contra el estado y lo planteamos desde diferentes lugares, generando espacios que son infraestructuras para desarrollar diferentes luchas, haciendo propaganda de ideas que pretenden destruir y atacar a todo lo que quiere dominarnos porque queremos vivir de otra forma, porque nos solidarizamos con compañeres que sufren la represión por atacar al poder y sus símbolos, porque intentamos generar redes de apoyo mutuo, porque al fin al cabo cuestionamos y odiamos su mundo e intentamos vivir sin necesitarles, y eso les aterra.

Hemos elegido una vida que en muchos momentos nos plantea situaciones difíciles, cuando vemos a compañeres entrar en prisión, cuando sentimos dolor, tristeza y rabia porque matan a une compañere en alguna parte del mundo, cuando nos enteramos como les torturan o como en este caso cuando nos engañan, haciéndonos sentir tan vulnerables. Esta es la parte amarga, pero hay algo que sentimos que hace que valga la pena y son esos momentos en que de diferentes formas rompemos con la cotidianidad, son esas sonrisas cómplices en las revueltas, son los abrazos cuando alguien sale de prisión o de comisaría, es la alegría por ver un desahucio o desalojo parado colectivamente, es la fuerza que sentimos cuando la policía retrocede, y es el amor que sentimos a nuestras ideas y hacia nuestres compañeres. Son esas redes creadas entre nosotres que nos permiten sobrevivir en este mundo de mierda que nos quieren imponer, y eso, por mucho que la policía se infiltre nunca lo entenderá.

Con amor y rabia desde Rigaer 94 (Berlin)

SOLIDARITÄT OHNE GRENZEN

Vor nun schon über drei Monaten erreichte uns die Nachricht der Einschleusung eines Cops der Policia Nacional im militanten Umfeld der Stadt Barcelona und insbesonders in der CSO La Cinetika im Kiez von Sant Andreu.

Die Vorstellung wie sich die Gefährt*innen die mit ihm Alltag, Vertrauliches und Intimität geteilt haben fühlen müssen, füllt uns mit Wut. Euch allen schicken wir viel Liebe und die Kraft unserer Worte in Solidarität.

In den vergangenen Monaten teilten einige von uns mit der Cinetika ein Diskussionswochenende rund um die Legalisierung besetzter Orte, wobei mehrere Besetzungsprojekte mit unterschiedlichen Perspektiven zusammen kamen. Hier konnten wir einander etwas kennenlernen und Momente der Kompliz*innenschaft teilen.

Den Herrschenden macht es Angst wenn wir Verbindungen schaffen, wenn wir reisen um einander kennenzulernen und unsere Gesichter zeigen, denn Internationalismus ist eine Waffe der sie oft nichts entgegensetzen können. Aus diesem Grund haben die Cops immer ein Auge auf solche Events; mit Observationen, Kameras und in diesem Fall mit einem aufmerksam zuhörenden Dani (diesen Namen benutzte der Undercovercop).

Diese Erfahrung, wie auch zahlreiche Vergangene, muss uns dazu dienen zu lernen aufeinander aufzupassen und uns zu erinnern, dass wir Achtsam sein müssen, und manchmal Informationen, die nicht notwendig zu wissen oder auszusprechen sind, für uns zu behalten. Oft wiederholen wir Informationen einfach im Tratsch und bemerken nicht dass wir, wenn schon nicht uns selber, doch andere damit in Gefahr bringen, denn die meisten Informationen, wie unrelevant sie auch erscheinen mögen, können den Cops von großem Nutzen sein. Es ist wichtig stets eine sinnvoll Sicherheitskultur zu fördern, uns ins Bewusstsein zu rufen, dass es nicht nur um unser persönliches Sicherheitsbedürfnis geht und wir uns damit nicht nur um uns selber kümmern sondern auch versuchen auf die Anderen zu achten, da wir nie wissen auf welche Weise sich andere Gefährt*innen exponieren möchten.

Diese Geschehnisse bringen uns zu einigen interessanten Diskussionen, wie wir offene Räume gestalten können in denen es Allen möglich sein soll sich anzunähern die sich für dort stattfindende Veranstaltungen, Trainings, VoKüs, Versammlungen, Koordinationstreffen ect. Interessieren und Zugleich gegen mögliche Unterwanderungen die gewöhnlich an diesen Orten beginnen, anzugehen. Zu gerne bedienen sich die Cops gerade solcher Räume wie eines Trampolins um dann an andere Strukturen und Personen zu gelangen.

Uns ist wichtig dabei klar zu haben, dass die Entscheidung zu offenen Räumen eine Bewusste ist und nicht alles in diesem Rahmen stattfinden muss.

An dieser Stelle wollen wir von der Gelegenheit profitieren und die Funktionsweise unserer „alternativen“ Freiräume bedenken. Diese Orte lassen Cops und andere Leute rein. Oft bauen wir recht fluide Beziehungen auf, jedoch müssen wir beachten was Vertrauen bedeutet und bedenken, dass es Zeit braucht das aufzubauen.

Wenn wir Vermutungen oder Verdacht haben müssen wir diesen bedacht nachgehen, denn es ist unsere kollektive Verantwortung diese Aufgabe ernstzunehmen. Natürlich heißt es dabei vorsichtig zu sein und keine falschen Anschuldigungen aufzubauen oder Paranoia zu befeuern, wohlwissend, dass Infiltrationen Realität sind und der Feind genau das versuchen wird.

Wir können nicht verhindern, dass Informant*innen eingeschleust werden, aber mit der Zeit und weiteren Erfahrungen lernen wir dass es wichtig ist, einander wirklich kennenzulernen und unsere unterschiedlichen Seiten, einander als Menschen und unsere Werte zu kennen. Ein*e „starke*r Gefährt*in“ zu sein heißt nicht in allen Initiativen drinzustecken und in allen Kämpfen die Finger mit im Spiel zu haben und daneben beschissenes Verhalten in den zwischenmenschlichen Beziehungen an den Tag zu legen, denn das zerbricht sicher schnell wenn die Situation angespannt wird und ist widersinnig.

Wir müssen versuchen tiefergehende Beziehungen aufzubauen in denen Vertrauen und geteilte Werte Grundgerüst dessen sind, wie wir uns untereinander in Beziehung setzen und in allem Umgang sichere politische Räume aufbauen.

Zudem müssen wir im Kopf behalten, dass es in den Verhältnissen in denen wir uns nicht so sehr kennen oder die nicht so tief gehen, unnötig ist das Leben der anderen zu kommentieren und was sie tun oder lassen. Dass bedeutet nicht einander jeden Scheiß unkritisch tun zu lassen und bei Unverantwortlichkeiten, Fehlverhalten und mangelnder Reflektion wegzuschauen, sondern z.B. nicht über Vermutungen von Teilnahmen an Aktion zu tratschen oder Abwesenheit an bestimmten Momenten zu kommentieren.

Der Staat ist unser Feind und wir spielen eine Rolle für ihn, auch wenn wir oft denken dass dem nicht so sei, dass wir keine wirkliche Gefahr darstellen. Wenn sie ein besetztes soziales Zentrum infiltrieren, in dem Sport, VoKüs, Diskussionen und andere Aktivitäten stattfinden scheint die Antwort klar und doch ist es wichtig es auszusprechen. Sie tun es weil wir uns in einem Kampf gegen den Staat befinden und wir diesen Kampf von unterschiedlichen Orten angehen, Orte schaffen die als Infrastruktur für unterschiedliche Kämpfe dienen, unsere Ideen propagieren die alles zerstören und angreifen wollen das uns dominieren will, weil wir anders Leben wollen, weil wir uns mit Gefährt*innen solidarisch zeigen die Repressionen erfahren dafür, dass sie Herrschaft und ihre Symbole angreifen, weil wir Netzwerke der gegenseitigen Hilfe zu knüpfen suchen, schlussendlich weil wir ihre Welt hinterfragen und hassen, ohne Sie Leben wollen, das bedroht sie.

Wir haben ein Leben gewählt das uns in vielen Momenten vor schwierige Situationen stellt, wenn wir Gefährt*innen in den Knast gehen sehen, wenn wir Schmerz, Trauer und Wut verspüren weil sie eine Gefährt*in in irgendeinem Teil der Welt getötet haben, wenn wir erfahren wie sie Gefährt*innen foltern oder sie uns wie in diesem Fall um Finger wickeln und unsere Verletzbarkeit spürbar wird. Das ist der bittere Teil aber es gibt etwas das alles das Wert macht, nämlich die Momente in denen wir auf unterschiedlichsten Wegen mit der Alltäglichkeit brechen, diese Lächeln der Kompliz*innenschaft im Aufstand, die Umarmungen wenn wir aus dem Knast oder Wache kommen, und die Freude eine Räumung durch kollektive Akte gestoppt zu sehen, die Kraft die wir verspüren wenn die Cops zurückweichen und die Liebe die wir gegenüber unseren Gefährt*innen und Ideen verspüren, auch die Netzwerke zwischen uns die es uns ermöglichen in dieser Dreckswelt die sie uns aufzwingen wollen zu überleben. Und das werden sie, egal wie oft sie Cops einschleusen, nicht verstehen.

MIT LIEBE UND WUT AUS DER RIGAER94

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